Iris Berben wird 75: Warum Österreich sie so liebt
Sie ist deutsche Schauspiel-Ikone, Modevorbild und politische Stimme in einem: Iris Berben. 2025 feiert sie ihren 75. Geburtstag – und auch in Österreich wird groß mitgefeiert. Der ORF widmet ihr rund um den 12. August einen Schwerpunkt mit Filmen, Dokus und Klassikern aus fünf Jahrzehnten Karriere.
Wer ist diese Frau, die scheinbar nie älter, sondern einfach nur cooler wird?
Wer ist Iris Berben eigentlich?
Iris Berben wurde am 12. August 1950 im deutschen Detmold geboren. Schon mit Ende der 60er-Jahre stand sie vor der Kamera, erst in kleinen Rollen, dann sehr schnell in Kult-Formaten wie „Zwei himmlische Töchter“ und der Sketch-Sendung „Sketchup“. Später wurde sie zur kompromisslosen Kommissarin „Rosa Roth“, zur Firmenchefin in „Die Patriarchin“ und zur großen Ensemble-Darstellerin in Filmen wie „Buddenbrooks“ oder dem Psychothriller „Nicht tot zu kriegen“.*
Für viele Menschen im deutschsprachigen Raum ist sie heute die Schauspielerin, an der man das eigene TV-Leben messen kann: Wer mit ihr aufgewachsen ist, erinnert sich an sie in den 70ern, 80ern, 90ern – und merkt plötzlich: Sie ist immer noch da. Und wirkt dabei kein bisschen müde.
ORF-Schwerpunkt für die große Diva
In Österreich ehrt der ORF Iris Berben rund um ihren 75er mit einem ganzen Film-Paket. Unter anderem laufen:
- die ORF-Premiere des Road-Movies „791 km“,
- die Doku „Iris Berben – ein persönliches Porträt“,
- ein Special mit Folgen der Krimireihe „Rosa Roth“,
- der Thriller „Nicht tot zu kriegen“,
- die Komödie „Schöne Witwen küssen besser“,
- und der Episodenfilm „Bin ich schön?“.*
So etwas bekommt man nicht einfach so. Ein TV-Schwerpunkt im Hauptabend, quer durch ORF 1, ORF 2 und ORF III, ist ein klares Signal: Diese Frau ist ein Ereignis. Und zwar auch für das österreichische Publikum.
Karriere ohne Pause – von den 60ern bis heute
Die ersten Rollen: Blumenkind wird Filmstar
Ihre Geschichte klingt fast wie ein Film über die 68er-Zeit: Als Jugendliche taucht Iris Berben in Hamburg in die Szene der Blumenkinder ein, steht 1967 in einem NDR-Beitrag als Blumenmädchen vor der Kamera und rutscht von dort Schritt für Schritt in den Film hinein. Schon mit 17 dreht sie erste Projekte, kurz darauf folgen Kinofilme wie „Detektive“ und „Der Mann mit dem Glasauge“.*
Kein klassischer Weg mit bravem Schulabschluss, sicherem Plan und Studium. Sie flog mehrmals von der Schule, machte kein Abitur – und ging trotzdem ihren Weg. Gerade diese Bruchstellen machen sie für viele heute so spannend: Hier hat jemand nicht aufgegeben, obwohl es bequemere Lebensläufe gegeben hätte.
Vom TV-Liebling zur ernsthaften Charakterdarstellerin
In den 70er- und 80er-Jahren kennen viele Iris Berben zuerst aus Comedy-Formaten, später verwandelt sie sich vor den Augen des Publikums in eine ernsthafte Charakterdarstellerin. Besonders prägend:
- „Rosa Roth“ – fast 20 Jahre lang spielt sie die eigenwillige ZDF-Kommissarin.
- „Die Patriarchin“ – als knallharte Firmenchefin Nina Vandenberg.
- „Buddenbrooks“ – in der aufwendigen Literaturverfilmung.
- „Die Kronzeugin – Mord in den Bergen“ – ein intensiver Krimi, in dem sie eine Frau mit dunkler Vergangenheit spielt.
- „Nicht tot zu kriegen“ – ein Thriller, in dem sie eine abgehalfterte, verfolgte Ex-Diva verkörpert – und dabei selbstironisch mit ihrem Image spielt.*
Man merkt: Sie hat nichts dagegen, auch unsympathische, gebrochene Figuren zu zeigen. Gerade das macht sie glaubwürdig – und hebt sie von vielen glatten, austauschbaren Gesichtern ab.
Mehr als Glamour: Ihr politisches und gesellschaftliches Engagement
Wer nur die roten Teppiche sieht, unterschätzt Iris Berben massiv. Sie engagiert sich seit Jahrzehnten gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus. Unter anderem:
- Schirmherrin der Initiative „Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V.“,
- Botschafterin für den „Raum der Namen“ im Holocaust-Denkmal in Berlin,
- langjährige Unterstützerin der Hebräischen Universität Jerusalem,
- Trägerin des Bundesverdienstkreuzes (zunächst am Bande, später 1. Klasse).
Wer sie in Interviews hört, merkt schnell: Hier redet keine PR-Maschine, sondern ein Mensch, der sich informiert, der Haltung zeigt und sich auch unbeliebt macht, wenn es sein muss. So kritisierte sie zuletzt etwa den zunehmenden Antisemitismus in Teilen der linken Szene und die „Genuss-Feindlichkeit“ und Bevormundung, die sie dort beobachtet.*
Politik, Humor, Lebensfreude – für Iris Berben schließt sich das nicht aus. Im Gegenteil: Sie wirkt oft wie jemand, der sagt: Gerade weil die Welt kompliziert ist, dürfen wir uns das Lachen nicht verbieten lassen.
Iris Berben als Mode- und Stil-Ikone
Kaum eine deutschsprachige Schauspielerin wird so oft für ihren Stil gelobt wie sie. Zeitschriften nennen sie „Modeikone“, Designer schwärmen von ihrer klaren Eleganz. Ihr Look? Meist sehr einfach beschrieben:
- klare Schnitte statt Schnickschnack,
- zeitlose Eleganz statt kurzlebiger Trends,
- immer ein Schuss Rock’n’Roll – sei es durch Leder, besondere Accessoires oder die berühmte lässige Haltung.
Spannend dabei: Sie verzichtet bewusst auf Stylist:innen und sucht ihre Outfits selbst aus. In Interviews sagt sie, man müsse sich seinen eigenen Stil erarbeiten, statt dauernd anderen hinterherzulaufen. Mode ist für sie Ausdruck von Freiheit – nicht von Zwängen.
Gerade für viele Frauen in Österreich, die mit ihr älter geworden sind, ist das ein starkes Bild: Man darf sichtbar bleiben, auch mit 60, 70 oder 75. Man muss sich nicht „wegstylen“, nicht unsichtbar machen. Wenn Iris Berben in Cannes oder bei einer Romy-Verleihung über den Teppich geht, spürt man: Hier steht niemand, der sich für sein Alter entschuldigt.
„Ich bin befreundet mit mir“ – ihr entspannter Umgang mit dem Älterwerden
In vielen Interviews spricht Iris Berben offen darüber, wie sie aufs Älterwerden schaut. Sie sagt Sätze wie: „Ich bin befreundet mit mir“ – und meint damit, dass sie aufgehört hat, sich an fremden Maßstäben zu messen. Stattdessen setzt sie eigene: Neugier, Humor, Offenheit.
Man könnte sagen: Sie lebt das, was viele von uns sich wünschen. Nicht mehr dauernd denken: „Bin ich noch jung genug? Schön genug? Erfolgreich genug?“ Sondern: „Was macht mir heute wirklich Freude?“
Wenn du selbst schon einmal vor dem Spiegel gestanden bist und dachtest: „Puh, früher sah das anders aus“ – dann kennst du diesen Moment. Genau dort setzt Iris Berben an. Sie sagt im Grunde: Du darfst dich ändern. Und du darfst dich trotzdem mögen.
Warum gerade Österreich ein besonderes Verhältnis zu ihr hat
In Österreich hat Iris Berben einen festen Platz – nicht nur wegen der vielen Filme, die im ORF laufen. Sie wurde hier auch mit wichtigen Preisen geehrt, darunter einem Romy-Ehrenpreis in Platin. Die „Romy“ ist so etwas wie der große Fernsehliebling des Landes – wer diese Statue bekommt, hat das Publikum wirklich erreicht.
Vielleicht liegt die besondere Nähe auch daran, dass sie eine Mischung verkörpert, die in Österreich gut ankommt:
- Humor, der auch einmal böse sein darf,
- Haltung, die nicht nach Parteibuch klingt,
- und diese gewisse lässige Eleganz, die perfekt in ein Wiener Kaffeehaus, aber genauso auf den roten Teppich in Cannes passen würde.
Viele Österreicher:innen kennen sie aus unzähligen Sonntagabend-Filmen, aus Talkshows und Preisverleihungen. Sie gehört einfach zum Wohnzimmer – so wie das Glas Wein am Tisch oder die Schüssel Chips auf der Couch.
Was wir von Iris Berben lernen können
Was macht Iris Berben so spannend, dass sie auch mit 75 noch jede Menge Schlagzeilen bekommt – und einen eigenen ORF-Schwerpunkt?
- Konsequenz: Sie bleibt sich treu, beruflich wie politisch.
- Mut: Sie sagt auch Unbequemes – etwa zu Antisemitismus oder zu verkrampften Debatten in ihrem eigenen politischen Milieu.
- Leichtigkeit: Trotz aller ernsten Themen verliert sie den Spaß nicht – weder an Mode, noch an guten Rollen, noch am Leben.
- Eigenständigkeit: Kein Stylisten-Heer, kein glattgebügeltes Image. Sie entscheidet selbst, wie sie auftritt.
Vielleicht ist genau diese Mischung der Grund, warum so viele Menschen in Österreich sagen: „Iris Berben – die mag ich.“
Fazit: Eine 75-Jährige, die jünger wirkt als viele 30-Jährige
Wenn der ORF im August seine Iris-Berben-Wochen startet, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Nicht nur, weil die Filme spannend sind, sondern weil sie eine Frau zeigen, die in über 50 Jahren Karriere vieles ausprobiert hat – und trotzdem sie selbst geblieben ist.
Vielleicht stellst du dir beim Zuschauen eine einfache Frage: Wie möchte ich selbst mit 60, 70 oder 75 sein?
Vielleich ein bisschen so wie Iris Berben: neugierig, wach, elegant – und „befreundet mit mir“.
*Hinweis: Viele Hintergrundinfos stammen aus aktuellen Berichten, Biografien und Interviews, etwa von Filmportalen, News-Seiten und dem offiziellen Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg.




































