Melika Foroutan erobert Österreich: Von „Wiener Blut“ bis „Tatort“
Wenn in Österreich über starke Fernsehfrauen gesprochen wird, fällt ein Name inzwischen immer öfter: Melika Foroutan. Die deutsch-iranische Schauspielerin mischt gerade gleich zwei Publikumslieblinge auf – den ORF/ZDF-Thriller „Wiener Blut – Berggericht“ und ab 2025 den neuen Frankfurter „Tatort“. In diesem Artikel schauen wir uns an, warum sie so gut nach Österreich passt, was sie besonders macht und wo Sie sie demnächst im TV sehen können.
Wer ist Melika Foroutan überhaupt?
Melika Foroutan wurde 1976 in Teheran geboren und kam als Kind nach Deutschland. Aufgewachsen ist sie in Rheinland-Pfalz, studiert hat sie zuerst Philosophie, Englisch und Geschichte in Köln – also eigentlich ein klassischer Uni-Weg, wie ihn viele kennen. Doch dann kam die große Entscheidung: raus aus dem Hörsaal, rein ins Schauspiel.
Sie wechselte an die Universität der Künste in Berlin und startete danach auf der Theaterbühne durch. Bald folgten Rollen in Filmen und Serien, etwa im Krimi-Dauerbrenner „KDD – Kriminaldauerdienst“ oder später in anspruchsvollen TV-Produktionen und Kinofilmen. Wer deutsche Serien verfolgt, ist an ihrem Gesicht kaum vorbeigekommen.
Spannend ist auch ihre Familiengeschichte: Ihr Vater war Fußballtrainer, ihre Schwester Naika ist eine bekannte Migrationsforscherin. Man merkt: In dieser Familie wird viel diskutiert, nachgedacht – und das spiegelt sich ein bisschen in Melikas Rollenwahl wider. Sie spielt selten „einfach nur“ hübsche Nebenfiguren, sondern meist komplexe, kämpferische Frauen.
„Wiener Blut – Berggericht“: Staatsanwältin mit Biss
Ein ORF/ZDF-Thriller mit Österreich-Flair
In Österreich kennt man Melika Foroutan vor allem als Fida Emam aus der Krimireihe „Wiener Blut“. Die aktuelle Fortsetzung „Wiener Blut – Berggericht“ lief 2025 als ORF-2-Premiere zur Primetime und lockte bis zu rund 748.000 Zuschauerinnen und Zuschauer vor die Bildschirme – ein kräftiger Erfolg für ORF 2.
Die Geschichte: Zwei Freundinnen verschwinden, eine geheimnisvolle Rückkehr, politische Untertöne, viel Spannung – und mittendrin Fida Emam, eine ägyptisch-wienerische Staatsanwältin, die sich keine Ruhe gibt, bis die Wahrheit ans Licht kommt.
Warum diese Figur so gut funktioniert
Foroutan hat in Interviews betont, wie sehr sie diese Rolle liebt. Fida Emam ist:
- streng – sie lässt sich nichts vormachen, weder von Verdächtigen noch von Kollegen,
- fokussiert – sie verfolgt Spuren hartnäckig bis zum Schluss,
- unnachgiebig – Gerechtigkeit steht für sie über Bequemlichkeit.
Das Publikum merkt: Diese Frau ist keine „Deko-Staatsanwältin“, sondern jemand, der wirklich arbeitet. Genau das macht die Figur glaubwürdig und modern. In Zeiten, in denen beim TV-Publikum oft die Frage im Raum steht: „Wen repräsentiert diese Figur eigentlich?“, wirkt Fida Emam wie eine Antwort. Eine Frau mit Migrationshintergrund, mitten im Justiz-Apparat – und zwar nicht als Opfer, sondern als Entscheiderin.
Melika Foroutan selbst schwärmt außerdem vom Dreh in Österreich, besonders im Weinviertel. Und wer einmal in einem malerischen Ort im Weinviertel gestanden hat, weiß: Zwischen Kellergassen und hügeligen Weingärten lässt sich ein Thriller fast „nebenbei“ drehen – die Atmosphäre stimmt einfach.
Von „Wiener Blut“ zum „Tatort“: Die nächste große Bühne
Das neue Frankfurter Tatort-Team
Als wäre „Wiener Blut“ nicht schon genug, legt Foroutan 2025 noch eines drauf: Sie wird Teil des neuen Frankfurter „Tatort“-Teams. Zusammen mit Edin Hasanović bildet sie das frische Ermittlerduo, das sich auf Cold Cases spezialisiert – also alte, ungeklärte Mordfälle.
Ihre Figur: Maryam Azadi. Die beiden lösen das bisherige Team Janneke und Brix ab und bringen damit neuen Wind in eine der beliebtesten Krimireihen im gesamten deutschsprachigen Raum. Der erste Fall wird unter dem Arbeitstitel „Dunkelheit“ gedreht und soll im Herbst 2025 ausgestrahlt werden.
Gerade für österreichische Zuschauerinnen und Zuschauer ist das spannend, denn der „Tatort“ gehört auch hier fast zum Sonntagabend-Inventar. Wer Melika Foroutan also in „Wiener Blut – Berggericht“ mochte, kann sie im Herbst gleich wiedersehen – nur diesmal auf ARD bzw. via deutschsprachige Mediatheken, die auch in Österreich leicht zugänglich sind.
Warum gerade Cold Cases so faszinieren
Cold Cases haben einen besonderen Reiz: Die Taten liegen Jahre zurück, Zeugen haben sich verändert, Spuren sind verblasst – aber die Fragen sind geblieben. Als Zuschauer rätselt man mit: Was wurde damals übersehen? Welche kleinen Details führen plötzlich zur großen Lösung?
Genau hier passt Melika Foroutan perfekt hinein. Ihr Spiel ist oft still, konzentriert, intensiv. Sie braucht keine großen Gesten, um Spannung aufzubauen. Für eine Ermittlerin, die sich durch alte Akten, widersprüchliche Aussagen und verdrängte Erinnerungen kämpft, ist das wie gemacht.
Warum Melika Foroutan so gut nach Österreich passt
Ein Gesicht, das Vielfalt erzählt
Österreichische TV-Landschaft hin oder her – eines ist klar: Das Publikum wird vielfältiger, die Stadtbilder sowieso. In Wien, Graz, Linz oder Innsbruck gehört ein buntes Miteinander längst zur Realität. Gleichzeitig wird im Fernsehen lange nicht immer gezeigt, wie diese Gesellschaft wirklich aussieht.
Mit Figuren wie Fida Emam in „Wiener Blut“ und Maryam Azadi im „Tatort“ schlägt Melika Foroutan genau in diese Kerbe. Sie verkörpert Frauen mit Migrationsgeschichte, die:
- in verantwortungsvollen Positionen arbeiten,
- Fehler machen dürfen,
- trotzdem stark und glaubwürdig bleiben.
Wenn Foroutan in Interviews über Diversität spricht, klingt das nie nach Theorie, sondern nach gelebter Realität. Sie selbst hat die Erfahrung, „zwischen den Welten“ aufzuwachsen – und das merkt man ihren Rollen an.
Dialekt, Schmäh und Weinviertel – ein persönlicher Zugang
In Gesprächen über „Wiener Blut – Berggericht“ erzählt sie gern vom österreichischen Schmäh, von Dialekttraining und davon, wie sehr sie die Eigenheiten der Leute hier mag. Viele, die einmal hier gedreht oder gelebt haben, sagen ähnliches: Österreich wächst einem schnell ans Herz – manchmal reicht schon ein Abend im Heurigen, um sich ein bisschen zuhause zu fühlen.
Vielleicht kennen Sie das selbst: Man nimmt jemanden von auswärts mit ins Weinviertel, ins Waldviertel oder in die Steiermark – und plötzlich ist da dieses „Aha, so schön ist es hier wirklich“-Gefühl. Genau das scheint auch bei Melika Foroutan passiert zu sein. Und das spürt man wiederum in der Leichtigkeit, mit der sie ihre österreichisch geprägte Figur spielt.
Wo Sie Melika Foroutan in Österreich sehen können
Im TV
- „Wiener Blut – Berggericht“: als Staatsanwältin Fida Emam im ORF-2-Programm und über ORF ON als Stream.
- „Tatort – Frankfurt“ (ab Herbst 2025): als Ermittlerin Maryam Azadi, ausgestrahlt in der ARD, meist parallel auch auf Partnersendern und in Mediatheken, die in Österreich abrufbar sind.
Die genauen Sendetermine finden Sie etwa auf den offiziellen Seiten von ORF oder der ARD.
In Mediatheken und bei Streaming-Diensten
Viele ihrer Produktionen landen zudem in Mediatheken oder bei Streaming-Anbietern. Häufig finden sich dort auch ältere Filme und Serien wie „KDD – Kriminaldauerdienst“, internationale Projekte oder Arthouse-Filme. Wer also nach einer neuen Lieblingsschauspielerin sucht, kann sich durch ihre Filmografie klicken und entdeckt fast automatisch neue Lieblingskrimis.
Warum sie dem Publikum im Gedächtnis bleibt
Was macht den Unterschied zwischen „netten“ und „unvergesslichen“ Schauspielerinnen? Oft sind es Kleinigkeiten: der Blick, eine bestimmte Körperhaltung, ein Moment der Stille, der länger nachhallt als jede Explosion.
Bei Melika Foroutan ist es genau diese Mischung aus Intelligenz, Verletzlichkeit und Härte. Ihre Figuren wirken nie perfekt, aber immer ehrlich. Sie darf zweifeln, scheitern, anecken – und steht am Ende trotzdem auf. Vielleicht erkennt sich das Publikum auch ein Stück weit in ihr wieder: im Jonglieren von Herkunft, Erwartungen, Beruf und Privatleben.
Gerade in Österreich, wo gesellschaftliche Debatten rund um Migration, Identität und Zugehörigkeit oft heftig geführt werden, ist es stark, wenn das Fernsehen zeigt: Die Realität ist komplizierter – und spannender – als einfache Schlagzeilen. Figuren wie Fida Emam oder Maryam Azadi machen das sichtbar.
Fazit: Eine Schauspielerin, auf die man achten sollte
Melika Foroutan ist viel mehr als nur „die Neue im Tatort“. Sie ist eine Charakterdarstellerin, die sich bewusst Rollen aussucht, die etwas erzählen – über Macht, Gerechtigkeit, Herkunft und die Grauzonen dazwischen.
Für das österreichische Publikum bedeutet das:
- spannende Krimiabende mit „Wiener Blut – Berggericht“ auf ORF,
- ein Wiedersehen als Ermittlerin im Frankfurter „Tatort“ ab Herbst 2025,
- und das Gefühl, eine Schauspielerin zu begleiten, die gerade ihren ganz großen TV-Lauf hat.
Wenn Sie also das nächste Mal durch das TV-Programm zappen und der Name Melika Foroutan auftaucht: Vielleicht einfach kurz hängen bleiben. Die Chancen stehen gut, dass daraus ein ganzer Abend wird.




































