Cube-Rückruf: Was Agree C:62 Besitzer in Österreich wissen müssen
Wer in Österreich ein Cube Agree C:62 fährt, sollte jetzt ganz genau hinschauen. Der deutsche Radhersteller Cube hat Anfang Dezember 2025 einen Produktsicherheitsrückruf für seine beliebten Rennräder der Modelljahre 2025 und 2026 gestartet. Grund sind mögliche Risse und eine Schwächung der Carbon-Gabel, die im schlimmsten Fall zu schweren Stürzen führen können.
In diesem Artikel erfährst du in einfacher Sprache, was passiert ist, welche Modelle betroffen sind, wie du dein Bike prüfen kannst und wie der Rückruf in Österreich abläuft.
Worum geht es beim Cube Agree C:62 Rückruf?
Cubes Meldung ist deutlich: Es handelt sich um einen Produktsicherheitsrückruf mit einem klaren Hinweis: Fahrverbot – das Rad darf vorerst nicht mehr im Straßenverkehr genutzt werden. Auf der offiziellen Cube-Rückrufseite wird erklärt, dass bei einigen Gabeln aus Carbon Risse oberhalb der Bremsaufnahme festgestellt wurden. Diese stehen im Zusammenhang mit einer Materialänderung am Harz (Resin), die ab dem Modelljahr 2025 verwendet wurde.
Was bedeutet das genau? Kurz gesagt:
- In seltenen Fällen ist in einem Bereich der Gabel zu wenig Harz im Carbonverbund.
- Dadurch kann es bei starker Bremsung zu Delamination kommen – einzelne Lagen lösen sich voneinander.
- Die Gabel kann Risse bekommen und im Extremfall brechen.
Cube selbst schreibt, dass dieses Problem das Unfallrisiko deutlich erhöht und im schlimmsten Fall schwere oder sogar tödliche Verletzungen möglich sind. Darum wird die weitere Nutzung der betroffenen Bikes ausdrücklich untersagt.
Welche Cube Agree C:62 Modelle sind betroffen?
Betroffen sind laut Cube alle Agree C:62 Modelle der Jahre 2025 und 2026, die vor dem 30. November 2025 ausgeliefert und verkauft wurden. Dazu zählen in verschiedenen Märkten unter anderem diese Modellvarianten:
- Agree C:62 ONE 2025 (z.B. foggrey’n’grey)
- Agree C:62 Pro 2025 (z.B. blackline, polarlight’n’aquagreen)
Wichtig: Es geht nicht um ein einzelnes Land. Der Rückruf betrifft den internationalen Markt – also auch Österreich. Wenn du dein Rad bei einem österreichischen Cube-Händler gekauft hast oder ein Agree C:62 aus dem Ausland importiert hast, bist du genauso betroffen, sofern dein Modell in die genannten Jahre und Serien fällt.
Was ist mit später ausgelieferten Modellen?
Cube betont, dass Agree C:62 Räder, die erst nach dem 30.11.2025 an den Handel ausgeliefert wurden, bereits überprüft sind oder mit einer unkritischen Gabel kommen und nicht vom Rückruf betroffen sein sollen. Wenn du dein Bike erst Ende 2025 oder 2026 bekommen hast, lohnt sich aber trotzdem ein Check über das Online-Tool von Cube oder direkt beim Händler.
Was soll ich jetzt tun, wenn ich ein Cube Agree C:62 habe?
Vielleicht stellst du dir gerade die wichtigste Frage: Darf ich noch fahren? Die klare Antwort von Cube lautet: Nein.
Der Hersteller schreibt ausdrücklich, dass du dein Agree C:62 nicht mehr im Straßenverkehr verwenden sollst, bevor Rahmen und Gabel geprüft wurden. Nur auf einem stationären Rollentrainer dürfte das Rad theoretisch noch genutzt werden – auch da empfiehlt es sich aber, die Gabel im Auge zu behalten.
Schritt 1: Sofort anhalten
- Benutze dein Cube Agree C:62 nicht mehr auf der Straße, im Gelände oder für Rennen.
- Stell das Bike sicher ab, bis klar ist, ob es betroffen ist.
Das klingt drastisch, aber wenn eine Carbon-Gabel versagt, passiert das meist plötzlich und ohne Vorwarnung. Dann ist es zu spät.
Schritt 2: Prüfen, ob dein Rad im Rückruf enthalten ist
Cubes Webseite bietet ein eigenes Prüftool. Der schnellste Weg für Fahrer in Österreich:
- Gehe auf die österreichische Rückrufseite von Cube: Cube Rückrufe Österreich.
- Klicke auf den Eintrag „Produktsicherheitsrückruf – Agree C:62 Modelljahre 2025 & 2026“.
- Dort findest du Informationen und den Link zum Prüf-Formular.
Für die Überprüfung brauchst du zuerst die Rahmennummer (oft auch WOW-Nummer genannt):
- Sie steht am Tretlagergehäuse (Unterseite des Rahmens).
- Oder auf einem silbernen Sticker, z.B. am linken Kettenstreben, Unterrohr oder Oberrohr.
Die Nummer beginnt laut Cube mit „WOW“, gefolgt von Ziffern und Buchstaben. Im Online-Tool gibst du aber nur den Ziffern-Buchstaben-Teil ein – ohne „WOW“.
Schritt 3: Gabelnummer prüfen – aber nur vom Profi!
Wenn die Rahmennummer zeigt, dass dein Bike zu einer potenziell betroffenen Serie gehört, muss im zweiten Schritt die Seriennummer der Gabel geprüft werden. Und hier wird es heikel: Diese sitzt im Gabelschaft und ist nur sichtbar, wenn der Steuersatz teilweise demontiert wird. Cube hat dafür eine technische Anleitung veröffentlicht, empfiehlt aber klar, dass das nur Fachpersonal machen soll.
Für dich heißt das:
- Bitte keine Heimwerker-Experimente am Steuersatz oder der Gabel.
- Wende dich an einen autorisierten Cube-Händler in Österreich.
Wie läuft der Rückruf in Österreich praktisch ab?
In der Theorie ist der Ablauf recht einfach, in der Praxis kann es natürlich wegen hoher Nachfrage zu Wartezeiten kommen.
1. Kontakt zu deinem Cube-Händler
Erster Ansprechpartner ist immer der Händler, bei dem du das Rad gekauft hast. Das gilt auch in Österreich. Hast du das Bike online oder im Ausland gekauft, solltest du dich trotzdem möglichst an einen offiziellen Cube-Partner wenden. Eine Liste findest du meist über die Händlersuche auf der offiziellen Cube-Webseite.
2. Prüfung von Rahmen und Gabel
Der Händler prüft mit dir zusammen zuerst, ob dein Modell laut Seriennummer im Rückruf ist. Ist das der Fall, wird die Gabel teilweise ausgebaut, um die Seriennummer im Gabelschaft abzulesen und im System zu checken.
Ist deine Gabel tatsächlich betroffen, wird ein kostenloser Austausch veranlasst.
3. Kosten – wer zahlt was?
Cube bezeichnet die Aktion als Produktsicherheitsrückruf. Das bedeutet für dich als Kundin oder Kunde:
- Die Prüfung ist kostenlos.
- Der Austausch der betroffenen Gabel ist kostenlos.
Nicht übernommen werden in der Regel:
- Reise- oder Fahrtkosten zum Händler.
- Eventuelle Übernachtungskosten.
- „Ausfallzeiten“, also entgangene Trainings oder Rennen.
Das mag im Einzelfall ärgerlich sein, besonders wenn man das Rennrad täglich für den Arbeitsweg nutzt. Aber bei sicherheitsrelevanten Rückrufen steht für den Hersteller immer zuerst die Gefahrvermeidung im Vordergrund.
4. Wie lange dauert der Austausch?
Cubes Info zufolge werden die ersten Ersatzgabeln ab Mitte Jänner 2026 erwartet. Danach sollen in regelmäßigen Lieferwellen weitere Gabeln kommen, bis alle betroffenen Räder umgerüstet sind. Gerade in Österreich, wo viele Händler kleinere Kontingente bekommen, kann es je nach Nachfrage zu Wartezeiten kommen.
Mein Tipp: Frühzeitig beim Händler melden und auf eine Warteliste setzen lassen, statt abzuwarten.
Ist mein Cube Agree C:62 noch sicher?
Wenn dein Agree C:62 im Rückruf genannt wird, ist die klare Antwort: Bis zur Prüfung und eventuellem Gabeltausch solltest du nicht mehr damit fahren.
Vielleicht fragst du dich: „Aber ich bin doch schon tausende Kilometer ohne Probleme gefahren?” Gerade das macht Carbon so tricky. Ein Bauteil kann lange unauffällig sein und dann plötzlich versagen, wenn eine bestimmte Belastungsspitze auftritt – zum Beispiel eine starke Notbremsung bergab.
Du kannst dir das wie bei einem Haarriss im Glas vorstellen: Von außen sieht alles okay aus, bis genau der Moment kommt, an dem sich der Riss schlagartig durchzieht.
Tipps für Cube-Fahrer in Österreich
Damit du im Rückruf-Chaos nicht den Überblick verlierst, hier noch einmal die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- Nicht mehr fahren, wenn dein Agree C:62 vom Rückruf betroffen ist.
- Rahmennummer prüfen und das Online-Tool nutzen.
- Nur Fachhändler an Rahmen und Gabel lassen – besonders am Steuersatz.
- Keine Kosten für Prüfung und Austausch der Gabel.
- Mit Wartezeiten bis ins Jahr 2026 rechnen.
Gerade in Rad-Hochburgen wie Wien, Graz, Linz oder Innsbruck werden viele Agree C:62 unterwegs sein. Es lohnt sich also, auch im Freundeskreis oder im Verein kurz Bescheid zu sagen. Vielleicht weiß nicht jede oder jeder sofort vom Rückruf.
Persönliche Einordnung: Ärgerlich, aber wichtig
Hand aufs Herz: Ein Rückruf ist immer nervig. Du hast viel Geld für dein Cube Agree C:62 ausgegeben, vielleicht sogar Trainingspläne oder Rennen für 2026 geschmiedet – und jetzt heißt es erst einmal: Pause.
Ich kenne das aus der eigenen Radpraxis: Wenn man sich auf ein neues Rennrad freut, will man fahren, nicht auf Ersatzteile warten. Aber bei Komponenten wie Carbon-Gabeln gibt es keine halben Sachen. Lieber ein paar Wochen ohne Lieblingsrad als ein Sturz mit schweren Folgen.
Und positiv gesehen: Cube nimmt das Thema Sicherheit so ernst, dass man einen groß angelegten Rückruf startet, statt zu hoffen, dass „schon nichts passiert“. Das ist genau das Verhalten, das man sich von einem großen Hersteller eigentlich wünscht – auch wenn es kurzfristig nervt.
Fazit: Jetzt handeln – Sicherheit geht vor
Wenn du ein Cube Agree C:62 der Modelljahre 2025 oder 2026 in Österreich fährst, solltest du jetzt:
- Dein Rad sofort stilllegen,
- die Rahmennummer prüfen,
- und deinen Cube-Händler kontaktieren.
Das Ganze ist zwar unangenehm, aber es schützt dich, deine Gesundheit und im Zweifel auch andere Verkehrsteilnehmer. Und sobald die neue Gabel montiert ist, kannst du dein Agree C:62 wieder mit gutem Gefühl über die Pässe, Radwege und Hausrunden in Österreich jagen.
Weitere Infos und das Prüf-Tool findest du direkt bei Cube unter: cube.eu – Rückrufe Österreich.




































