Fernando Alonso in der Krise – warum Österreich ihn trotzdem feiert
Er ist 44, zweifacher Weltmeister und eine lebende Formel‑1-Legende: Fernando Alonso. Doch die Saison 2025 läuft alles andere als glänzend. Vor allem aus Sicht der Fans in Österreich, die ihn jedes Jahr am Red Bull Ring bejubeln, wirkt der Spanier plötzlich fast menschlich.
Was ist da los bei Alonso und Aston Martin? Und warum schwärmen trotzdem so viele Österreicherinnen und Österreicher von ihm, als würde er noch immer um den WM-Titel fahren?
Alonso 2025: Der Star steckt fest im Mittelfeld
Schauen wir zuerst auf die nackten Zahlen. Die Saison 2025 ist für Alonso hart:
- Mehrere Rennen ohne Zielankunft
- teilweise keine WM-Punkte nach mehreren Grands Prix – etwas, das es bei ihm zuletzt nur in Krisenjahren wie 2015 gab
- ein Aston Martin, der eher nach Hoffnungsprojekt als nach Siegerauto aussieht
Schon vor dem Saisonstart hat Alonso gewarnt: Der neue Aston Martin sei zwar ein Schritt nach vorne, aber er sei „nicht zu hundert Prozent happy“ mit dem Auto. Er spricht von einem extrem engen Mittelfeld, in dem jedes Zehntel zählt und jeder Fehler bitter bestraft wird.
Besonders spannend: Das Team investiert schon stark in die Zukunft. Mit Stardesigner Adrian Newey soll ab 2026 der große Wurf gelingen. Für 2025 heißt das: durchhalten, testen, lernen – auch wenn es weh tut.
Warum Alonso trotzdem von „garantiertem Erfolg“ spricht
Wer Alonso zuhört, merkt schnell: Resignation klingt anders. Vor dem letzten Saisonrennen 2025 spricht er offen darüber, wie schwer das Jahr war – und sagt trotzdem, der Erfolg von Aston Martin sei „garantiert“. Das klingt großspurig, oder?
Aber wenn man genauer hinhört, meint er etwas anderes: Geduld. Alonso betont immer wieder, dass Formel 1 kein Fußball ist. Du holst dir nicht einfach die besten Leute und gewinnst sofort das nächste Spiel. In der Königsklasse des Motorsports musst du jahrelang alles perfekt aufeinander abstimmen: Auto, Motor, Team, Strategie, Entwicklung.
Und genau das ist der Plan von Aston Martin:
- Modernste Fabrik in Silverstone
- Top-Ingenieure, darunter Newey
- Große Investitionen von Teambesitzer Lawrence Stroll
- Fokus auf das neue Reglement 2026
Alonso weiß: 2026 ist seine letzte große Chance. Er sagt selbst, dass dieses neue Reglement entscheidend für seine Zukunft sein wird. Läuft es gut, könnte 2026 sein letztes Jahr werden – aber ein letztes Jahr an der Spitze. Läuft es schlecht, hängt er vielleicht noch ein Jahr dran, um „positiv aufzuhören“.
Alonso und Österreich: Eine besondere Beziehung
Gerade in Österreich hat Alonso in den letzten Jahren Spuren hinterlassen. Nicht nur auf der Strecke am Red Bull Ring, sondern auch daneben.
Legendäre Duelle am Red Bull Ring
Wer sich an die letzten Österreich‑Grands‑Prix erinnert, weiß: Alonso hat dort immer wieder für Momente gesorgt, über die man am Stammtisch spricht. Kämpfe Rad an Rad, clevere Verteidigung gegen jüngere Fahrer, kleine Scharmützel mit Stars wie Lewis Hamilton – oft nicht einmal im TV, sondern erst später in Clips im Internet.
Der Spanier zeigt dort, was ihn ausmacht:
- Abgebrühtheit nach über 400 Grands Prix
- ein unglaubliches Gefühl für Zweikämpfe
- die Bereitschaft, an der Grenze zu fahren – aber meistens fair
Viele Fans lieben genau diese Art. Gerade in Österreich, wo die F1-Tradition groß ist und man Fahrer wie Lauda, Berger oder Verstappen (als Red‑Bull-Held) gewohnt ist, passt Alonso perfekt ins Bild: ein harter Hund mit Köpfchen.
Der alte Fuchs gegen die Youngsters
Ein Beispiel hat 2025 in Österreich besondere Wellen geschlagen: Der Kampf von Alonso mit Rookie Gabriel Bortoleto. Während halb Europa auf die WM-Spitze schaut, feiern viele Fans gerade diesen Zweikampf um Punkteplätze.
Alonso nutzt jede Erfahrung, jede Linie, jeden Bremspunkt, um den Jungen hinter sich zu halten – fast schon wie ein Schachspieler auf Rädern. Später erzählt er, er habe den Rookie bewusst „verwirren“ wollen, indem er seine Linien und Bremspunkte leicht variiert.
Genau solche Geschichten machen ihn für das Publikum spannend. Denn sind wir ehrlich: Wer erinnert sich in fünf Jahren noch an Platz sieben? Aber an einen alten Champion, der mit allen Tricks gegen einen blutjungen Rookie kämpft – daran erinnern sich die Leute.
Warum Alonso trotz Krise so beliebt bleibt
Vielleicht fragen Sie sich: Warum ist ein Fahrer ohne Siege und ohne Punkte immer noch so ein Star? Die Antwort liegt nicht nur in Statistiken, sondern in seiner Ausstrahlung.
Er redet Klartext
Alonso ist keiner, der alles schönredet. Wenn der Aston Martin schlecht liegt, sagt er das. Wenn er das Gefühl hat, das Team nutzt sein Talent nicht voll aus, dann deutet er das an. Genau das kam 2025 öfter vor: Er spricht offen darüber, dass er noch immer hungrig ist – aber das Material nicht mithält.
Viele Fans – gerade im deutschsprachigen Raum – mögen das. Man hat das Gefühl: Der sagt, was Sache ist.
Er ist immer noch schnell
Auch wenn die Platzierungen 2025 nicht berauschend sind: In Qualifyings und im Verkehr zeigt Alonso immer wieder, dass er vom reinen Tempo her nichts verlernt hat. Er ist oft da, wo das Auto eigentlich gar nicht hingehört – zumindest für ein paar Runden.
Ich erinnere mich an eine Szene (vielleicht haben Sie Ähnliches erlebt): Man sitzt sonntags mit Freundinnen oder Freunden vor dem Fernseher, Red Bull Ring, Stimmung top. Einer sagt: „Der Alonso, warum fährt der überhaupt noch?“ Zehn Runden später hängt er dem Vordermann im Getriebe und verteidigt wie ein Löwe. Plötzlich ist es ruhig im Wohnzimmer – und alle schauen fasziniert zu.
Er strahlt noch immer Spaß aus
Trotz aller Rückschläge betont Alonso immer wieder: Er ist glücklich, wenn er ins Auto steigt. Selbst nach schlechten Rennen wirkt er eher motiviert als gebrochen. Er sagt, er spüre noch nicht, dass es Zeit sei zu gehen.
Diese Mischung aus Routine, Ehrgeiz und Freude kommt bei vielen gut an. Gerade wenn man selbst älter wird, erkennt man sich ein bisschen wieder: Man ist nicht mehr Anfang 20, aber man hat Erfahrung – und will noch einmal zeigen, was in einem steckt.
Was bedeutet das für die Fans in Österreich?
Für die österreichischen Fans stellt sich eine spannende Frage: Wie oft sehen wir Alonso noch live am Red Bull Ring?
Wenn 2026 wirklich sein letztes Jahr werden sollte, könnten die nächsten ein bis zwei Österreich‑Grands‑Prix seine Abschiedstour auf „unserer“ Strecke sein. Das macht die Stimmung vor Ort oft noch emotionaler.
Wer schon einmal beim Österreich‑GP war, weiß: Wenn ein Fahrer mit großer Geschichte vorbeifährt, stehen viele Leute einfach auf. Egal ob Ferrari, Mercedes oder Aston Martin – Legenden bekommen ihren eigenen Applaus.
Und mal ehrlich: Wie oft bekommt man die Chance, einen der größten Fahrer der letzten 20 Jahre noch einmal live durch Kurve 1 hoch Richtung Remus donnern zu sehen?
Alonso, Aston Martin und 2026: Wird der Traum wahr?
Alles läuft bei Alonso auf ein Jahr hinaus: 2026. Neues Reglement, neue Motorenformel, frische Chassis-Regeln – quasi ein Neustart für alle Teams.
Aston Martin hofft, dann endlich vom ewigen Mittelfeldkandidaten zum echten Titelanwärter zu werden. Die Zutaten klingen gut:
- Top-Infrastruktur
- starke Partner
- Newey als Design-Guru
- und ein Fernando Alonso, der alles an Erfahrung einbringt
Natürlich: Garantien gibt es nicht. Doch genau das macht den Reiz aus. Wenn Alonso sagt, der Erfolg sei „garantiert“, dann meint er aus seiner Sicht: Dieses Projekt hat alles, was man braucht – wenn man nur lange genug daran festhält.
Für Fans in Österreich heißt das: Die nächsten Jahre könnten entweder das große, späte Märchen werden – oder der letzte, wilde Tanz eines Altmeisters, der bis zum Schluss kämpft.
Wie Sie Alonsos Karriere jetzt noch genießen können
Wenn Sie Alonso-Fan sind – oder einfach Motorsport mögen – hier ein paar Ideen, wie Sie seine letzten Jahre bewusst miterleben können:
- Besuch beim Großen Preis von Österreich: Die Atmosphäre am Red Bull Ring ist einzigartig, gerade mit Fahrer-Legenden am Start.
- Gezielt seine Onboard-Runden ansehen: Viele Plattformen und TV-Sender zeigen Onboards, in denen man seine Linienwahl und Bremsmanöver verfolgen kann.
- Interviews lesen und schauen: Alonso ist einer der wenigen, die oft Klartext sprechen – das gibt spannende Einblicke in die Formel‑1-Politik.
- Entwicklung von Aston Martin verfolgen: Auf Portalen wie Formel1.de oder Eurosport können Sie nachlesen, wie sich Team und Auto Schritt für Schritt verändern.
Fazit: Alonso ist mehr als seine Resultate
Wenn man nur auf die WM-Tabelle schaut, wirkt Fernando Alonso 2025 wie ein Auslaufmodell. Doch wer genauer hinsieht, merkt schnell: Er ist noch immer einer der spannendsten Fahrer im Feld.
Er kämpft mit einem schwierigen Auto, glaubt an ein großes Zukunftsprojekt, spricht offen über Zweifel – und zeigt auf der Strecke immer wieder, warum ihn die Fans am Red Bull Ring und in ganz Österreich feiern.
Ob 2026 der große Knall kommt oder nicht: Seine Geschichte ist jetzt schon eine der faszinierendsten der modernen Formel 1. Und vielleicht, nur vielleicht, erzählt man sich in ein paar Jahren in den Wirtshäusern von Graz bis Innsbruck: „Weißt du noch, wie der alte Alonso damals in Österreich noch einmal alles rausgehauen hat?“
Bis dahin lohnt es sich auf jeden Fall, ihn weiter ganz genau zu beobachten.




































