Landesklinikum Horn rüstet auf: Was Patienten jetzt wissen müssen
Im Landesklinikum Horn tut sich gerade einiges. Neue Geräte, neue Operationsmethoden, ein eigener FH-Studiengang für Pflege – und dazu hohe Investitionen in die kommenden Jahre. Zeit, sich das Spital in Horn einmal genauer anzusehen.
Das Herz der medizinischen Versorgung im Waldviertel
Das Landesklinikum Horn-Allentsteig ist für viele Menschen im Waldviertel die erste Adresse, wenn es ernst wird. Ob Unfall, Operation oder Geburt – hier laufen die Fäden zusammen. Der Standort wird im Rahmen des Gesundheitsplans 2040+ massiv ausgebaut und modernisiert. Rund 89 Millionen Euro sind allein für Horn vorgesehen, insgesamt fließen über 154 Millionen Euro in die regionale Gesundheitsversorgung im Waldviertel.
Die Politik ist sich einig: Horn soll ein Schwerpunktkrankenhaus werden und zentraler Baustein im neuen Gesundheitsnetz sein.
Modernstes Labor: Blutwerte im Eiltempo
Früher hieß es oft: „Die Laborergebnisse kommen morgen.“ Heute geht vieles deutlich schneller. Das liegt auch am runderneuerten Labor im Landesklinikum Horn. Das medizinisch-chemische und Teile des serologischen Labors wurden umfassend modernisiert und mit hochentwickelten Analysegeräten ausgestattet.
Ein paar Zahlen, die beeindrucken:
- Rund 1,1 Millionen Einzelanalysen pro Jahr
- Davon etwa 100.000 Immunologie-Analysen
- Das Untersuchungsspektrum wurde von 130 auf 150 Parameter erweitert
Getestet werden unter anderem:
- Stoffwechselparameter und Elektrolyte
- Schilddrüsen- und Schwangerschaftshormone
- Kardiologische Marker
- Infektionsserologie
- Tumormarker
Für Patientinnen und Patienten heißt das: schnellere Diagnosen, breiteres Spektrum, mehr Sicherheit. Und für die Mitarbeiter bessere Arbeitsbedingungen – auch dank baulicher Verbesserungen und moderner Infrastruktur.
Brustkrebs-OP wie in Paris und Barcelona
Was nach Großstadtmedizin klingt, gibt es mittlerweile direkt im Waldviertel: Das Landesklinikum Horn setzt Maßstäbe in der Brustchirurgie. Seit einiger Zeit wird hier eine hochmoderne Operationsmethode bei Brustkrebs eingesetzt, die sogenannte endoskopische brustwarzenerhaltende Mastektomie (ENSM).
Diese Technik wird nur in wenigen Zentren Europas angeboten – etwa in Barcelona, Paris und Turin. Und eben auch in Horn.
Was bringt diese neue Methode?
- Die Brust wird über einen kleinen Schnitt außerhalb der Brust operiert
- Der Drüsenkörper wird schonend entfernt
- Die Brust wird mit einem Silikonimplantat wieder aufgebaut
- Brustwarze und Haut bleiben erhalten
- Nerven und Gefäße werden geschont
- Die Narbe ist kaum sichtbar und gut versteckt
Die ersten Operationen zeigen sehr vielversprechende Ergebnisse. Die Methode bringt nicht nur bessere kosmetische Resultate, sondern auch oft weniger Komplikationen, etwa bei der Wundheilung.
Oder anders gesagt: Was früher für viele Frauen ein massiver Einschnitt ins Körperbild war, kann heute deutlich schonender ablaufen. Und das nicht in einer Uniklinik in der Großstadt, sondern direkt im Landesklinikum Horn.
Studieren im Spital: FH-Bachelor in Horn
Horn ist längst nicht mehr „nur“ Krankenhausstandort. Hier wird auch ausgebildet – und zwar auf FH-Niveau. Gemeinsam mit der IMC FH Krems startet am Standort Horn ein Bachelor-Studiengang für Gesundheits- und Krankenpflege.
Was bedeutet das konkret?
- Studienstart im Herbst 2024 mit rund 30–34 Studierenden
- Studium direkt in den Räumen des Landesklinikums Horn / GuKPS Horn
- Dauer: 3 Jahre, Abschluss mit Bachelor
- Studium auch ohne Matura möglich (über Studienberechtigungsprüfung)
Zur Auswahl stehen zum Beispiel Schwerpunkte wie:
- Pflege bei Kindern und Jugendlichen
- Pflege im Unfall- und Neuro-Rehabilitationsbereich
- Onkologische Pflege
- Pflege in Krisenzeiten und Krisengebieten
Horn ist damit die erste Bildungseinrichtung in Niederösterreich, an der vor Ort alle Stufen der Pflegeausbildung möglich sind – von der Pflegeassistenz bis zum FH-Studium. Auch Ausbildungen wie Operations-Technische Assistenz (OTA) und OP- und Gips-Assistenz werden angeboten.
Wer sich bewerben möchte, findet Infos direkt bei der FH unter www.fh-krems.ac.at.
Neuer Mann an der Spitze: Führungswechsel in der Direktion
Auch an der Spitze des Hauses hat sich etwas getan. Mit 1. Mai 2025 hat Prim. Reinhold Klug die Funktion des ärztlichen Direktors am Landesklinikum Horn-Allentsteig übernommen. Er folgte damit Martin Breitenseher, der mit Ende 2024 in Pension gegangen ist.
Klug ist im Haus kein Unbekannter: Seit 2008 leitet er die chirurgische Abteilung und hat sich vor allem in der Bauchchirurgie, Gefäß- und Schilddrüsenchirurgie sowie der onko-logischen Viszeralchirurgie einen Namen gemacht. Seit Jänner 2025 war er bereits interimistisch für die ärztliche Direktion verantwortlich.
Für Patientinnen und Patienten bedeutet das: Kontinuität mit viel Erfahrung an der Spitze der medizinischen Bereiche.
Gesundheitsplan 2040+: Was heißt das für die Region?
Das Gesundheitssystem in Niederösterreich wird bis 2040 kräftig durchgerüttelt. Vor allem im Waldviertel kommt es zu großen Umbauten und Schwerpunktsetzungen.
Die Rolle des Landesklinikums Horn
Geplant ist, dass das Landesklinikum Horn gemeinsam mit Zwettl zu einem regionalen Schwerpunktkrankenhaus ausgebaut wird. Akutleistungen, die bisher auf mehrere Häuser verteilt waren, sollen dort gebündelt werden. Das Ziel:
- Mehr Spezialisierung
- Moderne Infrastruktur
- Bessere Auslastung von Personal und Geräten
Ein Beispiel: Das Krankenhaus Gmünd soll langfristig zur Primärversorgungseinrichtung umgebaut werden. Bevor das passiert, müssen Horn, Zwettl und Waidhofen aber ihre neuen Strukturen fertig haben.
So entsteht Schritt für Schritt ein neues Netz an Angeboten – mit dem Landesklinikum Horn als einem der zentralen Knotenpunkte.
Wie erleben Patienten das Landesklinikum Horn?
Natürlich sind Zahlen und Millioneninvestitionen schön und gut. Am Ende zählt aber: Wie fühlen sich die Menschen, die hier behandelt werden?
Bereits frühere Patientenbefragungen haben gezeigt, dass das Landesklinikum Horn bei den Zufriedenheitswerten regelmäßig weit vorne liegt. Besonders gut bewertet wurden etwa die Gynäkologie und Geburtshilfe sowie die Chirurgie. Auch wenn diese Daten schon einige Jahre zurückliegen, passt das gut zum aktuellen Bild eines Hauses, das laufend in Qualität und Ausstattung investiert.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Wer schon einmal als Angehöriger im Spital gesessen ist, weiß, wie viel ein freundliches Wort, eine klare Erklärung oder ein kurzer Zwischenstand bedeuten können. Genau hier setzen viele Teams im Landesklinikum Horn an – und dieser persönliche Umgang spiegelt sich auch in den Bewertungen wider.
Landesklinikum Horn: Mehr als nur ein Krankenhaus
Wenn man alles zusammennimmt, wird klar: Das Landesklinikum Horn ist längst mehr als ein klassisches Bezirkskrankenhaus.
- Schwerpunktkrankenhaus im Waldviertel mit geplanter großer Modernisierung
- Hochmodernes Labor mit breitem Untersuchungsspektrum
- Innovative Brustkrebschirurgie auf internationalem Niveau
- Ausbildungsstandort mit FH-Bachelorstudium und mehreren Pflege-Ausbildungsschienen
- Starker regionaler Arbeitgeber mit Zukunftsperspektive
Für die Menschen im Waldviertel bedeutet das: medizinische Spitzenleistungen vor der Haustür – statt langer Wege in die Großstadt.
Praktische Infos: So erreichen Sie das Landesklinikum Horn
Wer einen Termin braucht oder sich informieren möchte, findet die wichtigsten Kontaktmöglichkeiten hier:
- Adresse: Spitalgasse 10, 3580 Horn
- Telefonzentrale: 02982 / 9004-0
- E-Mail: [email protected]
- Website: www.horn.lknoe.at
Aktuelle Informationen – etwa zu Ambulanzen, Besuchszeiten oder Stellenausschreibungen – finden sich direkt auf der Website des Landesklinikums Horn sowie auf den Seiten der NÖ Landesgesundheitsagentur unter www.noe-lga.at.
Fazit: Warum sich ein Blick nach Horn lohnt
Ob Sie als Patientin, Angehöriger, werdende Mutter oder angehende Pflegekraft hinschauen: Das Landesklinikum Horn ist ein Standort in Bewegung. Hier wird investiert, modernisiert, ausgebildet – und vor allem behandelt.
In einer Zeit, in der viele Menschen Angst haben, dass am Land „alles zugesperrt“ wird, setzt Horn ein anderes Zeichen: Ausbau statt Abbau. Wer im Waldviertel lebt, kann sich also mit gutem Grund fragen: „Wozu in die Großstadt fahren, wenn Spitzenmedizin direkt vor der Haustür liegt?“
Und genau darauf baut das Landesklinikum Horn – heute und in den kommenden Jahren.




































