Lisa Ashton schreibt Darts-Geschichte und jagt neue Rekorde
Sie ist 55, Mutter, Großmutter – und noch immer eine der gefährlichsten Frauen am Oche: Lisa Ashton, die „Lancashire Rose“. Wer Darts liebt, kommt an ihr nicht vorbei. Und wer sie noch nicht kennt, wird sich nach diesem Artikel fragen: Wie konnte ich diese Frau übersehen?
Wer ist Lisa Ashton überhaupt?
Lisa Ashton wurde 1970 in Bolton, Lancashire, geboren und spielt seit den frühen 1990ern Darts auf Wettkampfniveau. Heute ist sie eine der erfolgreichsten Spielerinnen der Welt – und eine echte Pionierin im modernen Profidarts.
Sie ist:
- vierfache Weltmeisterin bei den Frauen (BDO)
- mehrfache Siegerin großer Turniere wie World Masters und World Trophy
- eine der dominierenden Spielerinnen der PDC Women’s Series
- die erste Frau, die sich je eine PDC Tour Card bei der harten Q-School erspielt hat
Damit hat sie nicht nur Titel gesammelt, sondern auch Türen für andere Frauen geöffnet – etwa für Fallon Sherrock oder Beau Greaves.
Die wichtigsten Erfolge von Lisa Ashton
Vierfache Weltmeisterin – die Königin der Lakeside-Bühne
In der früheren BDO-Organisation war Lisa Ashton eine wahre Dominatorin. Zwischen 2014 und 2018 gewann sie vier WM-Titel und prägte die Frauen-Szene wie kaum eine andere. Viele Fans sprechen noch heute von ihrer Konstanz auf der großen Bühne.
Ihre großen BDO/WDF-Erfolge umfassen u.a.:
- BDO Women’s World Champion: 2014, 2015, 2017, 2018
- World Masters-Siege: 2011, 2018, 2019
- World Darts Trophy-Siege: 2015, 2016, 2019
- Sieg bei internationalen Opens wie Dutch Open und Australian Open
Schon lange bevor Frauen regelmäßig im TV zu sehen waren, war Ashton auf den Bühnen Europas unterwegs und hat Turniere gewonnen.
Die Pionierin in der PDC – Tour Card Geschichte
2020 schrieb Lisa Ashton endgültig Geschichte: Sie wurde die erste Frau überhaupt, die sich bei der PDC Q-School eine reguläre Tour Card erspielte. Kein Sonderstart, kein Einladungsticket – sie ging durch den ganz normalen, knallharten Qualifikationsweg, wie hunderte Männer auch.
Genau das betont sie auch selbst immer wieder. In einem aktuellen Interview sagte sie sinngemäß, dass sie oft zu wenig Anerkennung für diese Pionierleistung bekommt – auch, weil es damals kein TV gab und Fallon Sherrock mit ihrem WM-Run 2019 sehr im Fokus stand.
Fakt ist: Ohne Ashton wäre der Weg für viele andere Frauen deutlich steiniger gewesen.
2025: Comeback-Jahr der „Lancashire Rose“
Sieg beim PDC Women’s Series Auftakt
Wer glaubt, mit Mitte 50 geht im Spitzensport nichts mehr, der sollte sich Lisas Saison 2025 anschauen. Schon im Februar räumte sie beim Auftakt der PDC Women’s Series in Leicester ab. Beim ersten Event des Jahres holte sie sich den Titel, im Finale mit 5:2 gegen die formstarke Gemma Hayter. Zuvor hatte sie u.a. Rhian O’Sullivan sowie die skandinavischen Spielerinnen Snezana Veljkovic und Kirsi Viinikainen besiegt.
Damit setzte sie sich gleich an die Spitze der Order of Merit – vor Namen wie Fallon Sherrock und Beau Greaves. Für eine „Veteranin“ ziemlich beeindruckend.
Drama in Blackpool: Women’s World Matchplay Titel 2025
Der ganz große Gänsehaut-Moment kam dann im Sommer in Blackpool. Beim Betfred Women’s World Matchplay 2025 im legendären Winter Gardens setzte sich Lisa Ashton in einem Thriller-Finale gegen Fallon Sherrock durch.
Die Fakten:
- Finale gegen Sherrock – eine ihrer größten Rivalinnen
- Ashton führte 2:0 und 4:3, Sherrock kämpfte sich zurück
- Fallon hatte insgesamt 11 Matchdarts – und vergab sie
- Ashton nutzte schließlich ihre Chance und holte sich den Titel im letzten Leg
Auf dem Weg ins Finale hatte sie zuvor schon Robyn Byrne und die überragende Titelverteidigerin Beau Greaves aus dem Turnier geworfen. Mit dem Sieg sicherte sie sich nicht nur den begehrten Pokal, sondern auch ein Ticket für den Grand Slam of Darts und die PDC World Championship.
Wer das Finale gesehen hat, wird dieses Bild nicht vergessen: Ashton, sichtlich emotional, die fast fassungslos darüber wirkt, dass sie dieses Match noch gedreht hat.
„Ich habe den Weg geebnet“ – Ashtons Rolle für den Frauensport
Spannend ist auch, wie offen Lisa Ashton über ihre Rolle im Darts spricht. In einem großen Interview betonte sie, dass sie manchmal das Gefühl hat, nicht genug Anerkennung für ihren Weg zu bekommen – vor allem im Vergleich zu Fallon Sherrock, die durch ihren WM-Lauf 2019 zur weltweiten Medienfigur wurde.
Sie sagt sinngemäß: Beau Greaves, Fallon Sherrock und Co. stehen heute im Rampenlicht, weil andere Frauen vorher die Mauer durchbrochen haben – allen voran sie selbst mit der Tour Card und ihren Titeln.
Und ganz ehrlich: Diese Sichtweise ist schwer zu bestreiten. Ohne eine Lisa Ashton, die seit Jahrzehnten im Circuit unterwegs ist, Titel sammelt und sich in einer Männerdomäne durchsetzt, wäre der Frauen-Darts-Boom wahrscheinlich deutlich kleiner.
Warum Lisa Ashton auch für Fans in Österreich spannend ist
Was hat das alles nun mit uns in Österreich zu tun? Mehr, als man denkt.
Die PDC Major-Turniere, bei denen Lisa Ashton spielt, sind auch hierzulande einfach zu verfolgen – ob via TV, Streaming oder die offiziellen Statistiken auf der Seite der PDC. Dazu kommen die immer beliebteren Darts-Events in Deutschland und im Alpenraum, die auch viele österreichische Fans anziehen.
Für Spielerinnen und Spieler in Österreich ist Lisa Ashton ein starkes Vorbild:
- Sie beweist, dass Alter im Darts kaum Grenzen setzt.
- Sie zeigt, dass Frauen im Profibereich ganz vorne mitspielen können.
- Sie hat sich ihren Platz im Herrencircuit hart verdient – ohne Sonderregeln.
Wer im Verein in Wien, Graz, Linz oder Innsbruck trainiert, kennt diese Fragen: „Lohnt sich das überhaupt? Bin ich nicht schon zu alt? Habe ich als Frau überhaupt eine Chance?“ – Schaut man auf Ashton, lautet die Antwort klar: Ja.
Wie spielt Lisa Ashton? Ihr Stil am Oche
Rein optisch wirkt Lisa Ashton am Oche oft ruhig und fast unscheinbar. Doch ihr Spiel ist alles andere als zahm.
Typische Merkmale:
- schneller, flüssiger Wurf
- kaum Zögern – sie „wirft aus einem Guss“
- eine Menge Erfahrung in Drucksituationen
- solide Checkouts, gerne auch spektakuläre Finishes wie 140+
Ihr Spitzname „Lancashire Rose“ passt gut: Sie wirkt freundlich und bodenständig, ist aber am Board messerscharf. Genau dieser Kontrast macht sie für viele Fans so sympathisch.
Frauen im Darts: Wo stehen wir 2025?
Dank Spielerinnen wie Ashton, Sherrock und Greaves hat sich die Szene enorm verändert. Die PDC Women’s Series ist inzwischen gut besetzt, bringt neue Talente hervor und dient als Sprungbrett für große TV-Turniere wie die Women’s World Matchplay oder die PDC-WM.
2025 ist das Niveau deutlich höher als noch vor ein paar Jahren. Und gleichzeitig wird sichtbar: Erfahrung schlägt Talent manchmal immer noch – wie man an Ashtons Erfolgen gegen deutlich jüngere Gegnerinnen sieht.
Persönlicher Blick: Warum mich Lisa Ashton so beeindruckt
Stellen Sie sich vor, Sie gehen seit den 90ern auf Turniere, fahren quer durch Europa, investieren Zeit, Geld und Nerven – und plötzlich sind um Sie herum junge Stars, die in Social Media und TV viel mehr Aufmerksamkeit bekommen. Viele würden irgendwann sagen: „Das war’s, ich hatte meine Zeit.“
Lisa Ashton macht das Gegenteil:
- Sie bleibt dran.
- Sie verbessert sich weiter.
- Sie gewinnt 2025 noch große Titel – gegen die Stars von heute.
Genau das macht sie unglaublich menschlich und inspirierend. Das ist nicht nur eine Sportgeschichte, sondern auch eine Lebensgeschichte über Durchhaltevermögen und Stolz.
Wie es für Lisa Ashton weitergeht
Mit ihrem Matchplay-Titel und ihren Erfolgen in der Women’s Series hat sich Ashton erneut eine Bühne bei den großen PDC-Turnieren gesichert – inklusive Start beim Grand Slam und bei der Weltmeisterschaft im Alexandra Palace.
Dort wartet übrigens im Erstrundenmatch der PDC-WM ein sehr prominenter Name: Michael Smith, Ex-Weltmeister, der nach Verletzungsproblemen sein großes Comeback plant. Auch er hat deutlich gemacht, dass er Ashton ernst nimmt – schließlich hat sie nichts zu verlieren und kann frei aufspielen.
Ob sie den ganz großen Coup schafft, ist offen. Aber eins ist klar: Niemand wird es Michael Smith leicht machen – schon gar nicht eine Lisa Ashton im Flow.
Fazit: Warum Sie Lisa Ashton auf dem Radar haben sollten
Für alle Darts-Fans in Österreich – und für alle, die es noch werden wollen – ist Lisa Ashton ein Name, den man sich unbedingt merken sollte.
- Sie ist eine der erfolgreichsten Spielerinnen der Darts-Geschichte.
- Sie ist Pionierin, Kämpferin und Vorbild in einem.
- Sie zeigt, dass man niemals zu alt ist, um große Ziele zu erreichen.
- Und sie sorgt 2025 noch immer für sportliche Schlagzeilen.
Also: Beim nächsten großen TV-Turnier einfach mal genauer hinschauen, wenn die „Lancashire Rose“ die Bühne betritt. Hinter diesem Namen steckt weit mehr als „nur“ eine weitere Spielerin im Teilnehmerfeld – es ist eine lebende Legende, die noch lange nicht fertig ist.
Und wer weiß: Vielleicht hängt in ein paar Jahren in einem österreichischen Dartslokal ein Poster von Lisa Ashton – unterschrieben, mit Widmung. Verdient hätte sie es allemal.




































