Heinz Nussbaumer: Leben, Werk und Vermächtnis des Publizisten
Österreich trauert: Der Publizist und Journalist Heinz Nussbaumer (oft auch Heinz Nußbaumer geschrieben) ist am Wochenende im Alter von 82 Jahren verstorben. Die Nachricht wurde am 27. Oktober 2025 öffentlich. Er prägte über Jahrzehnte den heimischen Journalismus – als Außenpolitik-Experte, Sprecher in der Hofburg, Herausgeber und TV-Diskussionsleiter.
Wer war Heinz Nussbaumer?
Nussbaumer wurde 1943 in Bad Reichenhall geboren und wuchs in Salzburg auf. Früh zog es ihn in die Redaktion: zuerst zur Salzburger Volkszeitung, später – geholt von Hugo Portisch – zum Kurier, wo er lange das Außenpolitik-Ressort leitete. Danach wechselte er in die Präsidentschaftskanzlei und wurde Sprecher der Bundespräsidenten Kurt Waldheim und Thomas Klestil. Ab 2003 prägte er als Herausgeber die Wochenzeitung Die Furche. Viele kennen ihn zudem aus dem ORF, etwa vom „Philosophicum“ und von „kreuz & quer“-Diskussionen.
Stationen seines Lebens – kurz und übersichtlich
- 1943: Geburt in Bad Reichenhall; aufgewachsen in Salzburg.
- 1960er: Start in den Journalismus; später zum Kurier nach Wien.
- 1971–1990: Leiter Außenpolitik beim Kurier.
- 1990–1999: Sprecher/Kommunikationschef in der Präsidentschaftskanzlei (Waldheim, Klestil).
- 2001–2008: ORF-Moderator („Philosophicum“, „kreuz & quer“-Diskussionen).
- 2003–2023: Herausgeber und Kolumnist der Furche.
Diese Eckdaten zeigen, wie nahe Nussbaumer an Zeitgeschichte und Politik gearbeitet hat – als Reporter, Analyst und Gestalter.
Warum er so viele berührte
Sein Stil? Sachlich, respektvoll, aber nie kalt. Nussbaumer war ein Brückenbauer – zwischen Kulturen, Religionen und Meinungen. Kardinal Christoph Schönborn nannte ihn eine „Brücke zur Orthodoxie“. Genau so haben ihn viele erlebt: neugierig, zuhörend, verbindend. Vielleicht hat er deshalb in Interviews mit Persönlichkeiten von Gorbatschow bis Reagan so oft neue Töne herausgelockt.
Bücher, die bleiben
Seine Pilgerfahrten auf den Berg Athos verdichtete Nussbaumer im Bestseller „Der Mönch in mir“. Darin geht es um Stille, Sinn und innere Ruhe – Themen, die heute viele suchen. Wenn Sie hineinschmökern möchten: Hier finden Sie seine Bücher bei Thalia.
Ein kleiner persönlicher Blick
Vielleicht erinnern Sie sich auch: eine Furche-Kolumne am Freitag, ein ruhiger ORF-Abend mit einer klugen Runde – und Nussbaumer mittendrin, unaufgeregt, präzise, freundlich. Genau das fehlte oft, wenn die Debatte laut wurde. Haben Sie einen Text von ihm, der Ihnen hängen geblieben ist?
Auszeichnungen und Anerkennung
Für sein Lebenswerk erhielt Nussbaumer 2023 den Hans-Ströbitzer-Preis. Zahlreiche weitere Ehrungen würdigten sein jahrzehntelanges Engagement für Qualitätsjournalismus.
Abschied – und was bleibt
Der ORF erinnert in den kommenden Tagen mit Programm-Schwerpunkten. Wer Nussbaumer noch einmal erleben möchte, kann die „Was ich glaube“-Sendung am Samstag, 1. November 2025, um 12:45 Uhr auf ORF 2 ansehen. Sein Vermächtnis aber wirkt länger: die Haltung, mit der er schrieb – Respekt, Neugier, Menschlichkeit.
Weiterführende Informationen
- ORF: Publizist Heinz Nußbaumer gestorben
- Die Presse: Nachruf und Karriere-Überblick
- VOL.AT: Meldung zum Ableben
- SN.at: Hans-Ströbitzer-Preis 2023
- Wikipedia: Biografische Übersicht
Hinweis zur Schreibweise: In österreichischen Medien finden Sie sowohl „Heinz Nussbaumer“ als auch „Heinz Nußbaumer“. Beide Schreibweisen sind gebräuchlich; für die Suche empfehlen wir, beide Varianten zu verwenden.




































