Influenza in Österreich: Wie gefährlich ist die Grippe heuer?
In ganz Österreich ist die Influenza, also die „echte Grippe“, auch in dieser Saison wieder ein großes Thema. In mehreren Bundesländern steigen die Zahlen, Arztpraxen sind voll, und gleichzeitig gibt es heuer sogar Engpässe bei Gratis-Impfstoffen gegen Grippe. Viele fragen sich: Wie gefährlich ist die aktuelle Grippesaison – und wie kann ich mich schützen?
Influenza in Österreich 2025: Was ist gerade los?
Der Winter 2025/26 bringt in Österreich erneut eine deutliche Grippewelle mit sich. Laut Österreichischer Gesundheitskasse (ÖGK) und Berichten aus den Bundesländern wurden zuletzt in mehreren Regionen tausende Menschen wegen Influenza oder grippalen Infekten krankgeschrieben. In manchen Spitälern müssen vermehrt Patientinnen und Patienten wegen schwerer Verläufe stationär behandelt werden – vor allem ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.*
Gleichzeitig berichten Ärztinnen und Ärzte von folgenden Entwicklungen:
- Die Zahl der echten Grippefälle (Influenza) ist im Vergleich zu manchen Vorjahren deutlich höher.
- In einigen Bundesländern steuert man auf oder befindet sich mitten im Höhepunkt der Grippesaison.
- Die Grippeimpfung wird heuer stark nachgefragt – so stark, dass es in Teilen Österreichs Lieferengpässe bei Gratis-Impfstoffen gibt.
Die gute Nachricht: Die aktuell zirkulierenden Virenstämme passen im Großen und Ganzen zur vorhandenen Influenza-Impfung. Das bedeutet: Wer geimpft ist, hat einen deutlich besseren Schutz vor schweren Verläufen.
Influenza oder „nur“ Erkältung – was ist der Unterschied?
Viele in Österreich sagen bei jeder Schnupfnase: „Ich hab’ Grippe.“ In Wahrheit handelt es sich dabei aber oft nur um einen grippalen Infekt, also eine gewöhnliche Erkältung. Die Influenza ist etwas ganz anderes und ernst zu nehmen.
Typische Anzeichen für Influenza
Die echte Grippe kommt meist plötzlich wie ein Sturm. Von einem Tag auf den anderen fühlt man sich schwer krank. Typische Symptome sind:
- Plötzliches hohes Fieber
- Starker Husten
- Ausgeprägte Muskel- und Gliederschmerzen
- Heftige Kopf- und oft auch Halsschmerzen
- Extreme Müdigkeit und Schwäche, oft über Tage bis Wochen
Im Gegensatz dazu verläuft ein normaler grippaler Infekt meist langsamer, oft mit etwas niedrigerem Fieber und milderen Beschwerden. Man fühlt sich zwar krank, aber nicht „vom LKW überfahren“ – so beschreiben viele den Unterschied.
Warum ist Influenza gefährlich?
Influenza ist nicht einfach „eine stärkere Verkühlung“. Die Viruserkrankung kann zu schweren Komplikationen führen, zum Beispiel:
- Lungenentzündung
- Verschlechterung bestehender Krankheiten (z.B. Herzschwäche, Asthma, COPD, Diabetes)
- Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis)
Solche Verläufe können lebensgefährlich werden – vor allem für:
- ältere Menschen
- Menschen mit Vorerkrankungen
- Personen mit schwachem Immunsystem
- sehr kleine Kinder
Das erklärt auch, warum in mehreren österreichischen Krankenhäusern heuer wieder vermehrt Influenza-Patientinnen und -Patienten stationär behandelt werden – teilweise brauchen sie zusätzlichen Sauerstoff oder sogar Intensivbetreuung.*
Wie steckt man sich mit Influenza an?
Influenza-Viren verbreiten sich vor allem über Tröpfcheninfektion:
- beim Husten
- beim Niesen
- beim lauten Sprechen in engem Kontakt
Aber auch über die Hände ist eine Ansteckung möglich – etwa wenn jemand in die Hand niest, einen Türgriff angreift und die nächste Person sich danach ins Gesicht greift.
Die Zeit von der Ansteckung bis zu den ersten Symptomen ist relativ kurz, meist nur ein bis wenige Tage. Deshalb können sich in Schulen, Kindergärten oder in Großraumbüros sehr schnell viele gleichzeitig anstecken.
Influenza in Österreich: Wer sollte sich impfen lassen?
In Österreich wird die Grippeimpfung mittlerweile sehr breit empfohlen. Laut öffentlichen Impfprogrammen sind besonders folgende Gruppen angesprochen:
- Kinder ab dem 6. Lebensmonat
- Personen mit chronischen Erkrankungen (z.B. Herz, Lunge, Diabetes)
- Stark übergewichtige Menschen
- Personen mit geschwächtem Immunsystem
- Menschen ab 60 Jahren
- Personal im Gesundheits- und Pflegebereich
- Bewohnerinnen und Bewohner von Pflege- und Altenheimen
- Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch in der Grippesaison
- Personen mit vielen Kontakten im Beruf (Gastronomie, Handel, Tourismus, Friseur, Kosmetik usw.)
- Reisende, vor allem wenn die Reise in der Grippesaison stattfindet
In vielen Fällen ist die Grippeimpfung in Österreich inzwischen kostenlos, weil Bund, Länder und die Österreichische Gesundheitskasse gemeinsam Programme finanzieren. In Wien zum Beispiel stehen jedes Jahr hunderttausende Dosen zur Verfügung, die über städtische Impfzentren, die ÖGK und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte verimpft werden.*
Wo finde ich Infos zur Impfung?
- Infos der Stadt Wien zur Grippeimpfung: impfservice.wien
- Infos der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK): gesundheitskasse.at
- Allgemeine Impfempfehlungen: sozialministerium.at
Aktuelles Problem: Engpässe bei Gratis-Impfstoffen
Heuer gibt es in Teilen Österreichs ein spezielles Thema: Der kostenlose Influenza-Impfstoff ist mancherorts knapp. In Bundesländern wie Tirol und Vorarlberg berichten niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, dass die über das offizielle Bestellsystem bestellten Gratis-Impfstoffe zeitweise nicht lieferbar sind.
Das sorgt für Frust bei allen Beteiligten:
- Ärzte können geplante Impftermine nicht einhalten.
- Risikopatientinnen und -patienten werden teilweise abgewiesen.
- Viele wollen sich noch rasch vor der großen Welle schützen, kommen aber nicht immer sofort an den gratis Impfstoff.
In Apotheken sind Grippeimpfstoffe zwar oft weiterhin erhältlich, allerdings nur gegen Bezahlung. Wer also Wert auf Schutz legt und keinen Gratis-Termin bekommt, kann mit seiner Ärztin oder seinem Arzt besprechen, ob sich der Kauf eines Impfstoffs in der Apotheke und die Impfung auf eigene Kosten lohnt.
Wie gut wirkt die Grippeimpfung überhaupt?
Die Influenza-Impfung schützt in erster Linie vor schweren Verläufen. Sie garantiert nicht, dass man sich gar nicht ansteckt, aber sie senkt deutlich das Risiko für:
- Spitalsaufenthalte
- Lungenentzündungen
- Komplikationen bei bestehenden Krankheiten
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und nationale Expertengremien empfehlen die Grippeimpfung seit Jahren, weil sie jedes Jahr viele schwere Krankheitsfälle und Todesfälle verhindern kann. Gerade in der aktuellen Saison, in der die Zahl der Krankenstände in manchen Regionen Österreichs sehr hoch ist, lohnt sich der Schutz besonders.
Was tun, wenn ich Grippesymptome habe?
Stell dir vor, du wachst in der Früh auf und fühlst dich, als wär ein Zug über dich drübergefahren: Fieber, Schüttelfrost, Husten, alles tut weh. Was jetzt?
1. Zuhause bleiben
Auch wenn es manchmal verlockend ist, „tapfer“ ins Büro zu gehen: Bitte bleib zuhause. So schützt du dich selbst und andere. Influenza ist hochansteckend, vor allem in den ersten Tagen.
2. Hausarzt oder Gesundheitshotline kontaktieren
Ruf deine Hausärztin oder deinen Hausarzt an – geh nicht einfach krank in das überfüllte Wartezimmer, sondern frag nach, wie du am besten vorgehst. In Österreich hilft auch die telefonische Gesundheitsberatung 1450 weiter.
Es gibt spezielle Medikamente (sogenannte antivirale Mittel), die die Vermehrung der Influenza-Viren bremsen können. Sie wirken am besten, wenn sie innerhalb der ersten 48 Stunden nach Beginn der Symptome begonnen werden. Deshalb ist es wichtig, nicht zu lange zu warten, wenn du den Verdacht auf echte Grippe hast.
3. Warnsignale ernst nehmen
Suche rasch ärztliche Hilfe oder die Notaufnahme auf, wenn:
- du sehr schlecht Luft bekommst oder Atemnot hast
- das Fieber trotz Medikamenten über mehrere Tage sehr hoch bleibt
- du stark benommen wirkst oder Verwirrtheit auftritt
- du zu einer Risikogruppe gehörst (z.B. Herz- oder Lungenkrankheit)
Einfach, aber wirksam: So kannst du Influenza vorbeugen
Neben der Impfung gibt es ein paar ganz einfache Maßnahmen, die erstaunlich viel bringen – besonders in der Grippesaison in Österreich:
- Hände waschen: Mehrmals täglich mit Wasser und Seife, mindestens 20 Sekunden.
- In die Armbeuge husten oder niesen, nicht in die Hand.
- Abstand halten, wenn jemand offensichtlich krank ist.
- Innenräume häufig lüften, vor allem in Schulen, Büros und Öffis-Nähe.
- Bei eigenen Symptomen zu Hause bleiben und Kontakte reduzieren.
Es klingt simpel – aber genau diese Dinge helfen, die Zahl der Infektionen zu senken. Denk daran: Jeder vermiedene Fall entlastet auch unser Gesundheitssystem.
Ein persönliches Beispiel aus dem Alltag
Stell dir zwei Kolleginnen vor, nennen wir sie Anna und Sabine. Beide sitzen im selben Büro in Wien.
- Anna lässt sich jedes Jahr im Herbst impfen. Sie sagt: „Ich hab’ keine Lust auf eine Woche Fieber.“
- Sabine meint: „Ach was, Grippeimpfung brauch’ ich nicht, ich bin eh nie krank.“
Im Jänner erwischt es das ganze Stockwerk. Sabine liegt eine Woche mit hohem Fieber flach, ist danach noch zwei Wochen müde und kommt nur langsam wieder in Schwung. Anna spürt zwar auch ein bisschen Halsweh und leichten Husten, aber sie ist nach zwei Tagen wieder fit.
Natürlich ist das nur eine vereinfachte Geschichte. Aber genau so berichten es viele Menschen – und auch Ärztinnen und Ärzte: Mit Impfung verläuft die Grippe oft deutlich milder oder man erkrankt gar nicht erst.
Fazit: Influenza ernst nehmen – aber nicht in Panik verfallen
Die Grippesaison 2025/26 in Österreich zeigt wieder deutlich: Influenza ist keine harmlose Erkältung. Die Zahl der Krankenstände ist hoch, Krankenhäuser spüren den Druck, und gleichzeitig gibt es Lieferprobleme bei manchen Gratis-Impfstoffen.
Das Wichtigste für dich:
- Überlege dir – am besten im Gespräch mit deinem Arzt oder deiner Ärztin – ob eine Grippeimpfung für dich sinnvoll ist.
- Nimm starke Symptome ernst und hol dir rechtzeitig medizinischen Rat.
- Nutze einfache Schutzmaßnahmen wie Händewaschen, Lüften und Zuhausebleiben bei Krankheit.
So schützt du nicht nur dich selbst, sondern auch deine Familie, Kolleginnen und Kollegen – und letztlich ganz Österreich ein kleines Stück weit vor der nächsten großen Grippewelle.
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wende dich bei Fragen oder Beschwerden bitte an deine Ärztin, deinen Arzt oder die Gesundheitshotline 1450.


























