EVN in Österreich 2025: Was Kunden jetzt wirklich wissen müssen
In fast jedem Haushalt in Niederösterreich taucht der Name EVN irgendwo auf: auf der Stromrechnung, beim Gasvertrag oder an der E-Ladesäule vor dem Möbelhaus. Aber was steckt 2025 wirklich hinter dem Energie-Riesen? Wohin entwickelt sich die EVN – und was bedeutet das für dich als Kundin oder Kunde in Österreich?
Wer oder was ist die EVN überhaupt?
Die EVN AG ist einer der größten Energieversorger Österreichs. Der Sitz ist in Maria Enzersdorf in Niederösterreich, das Land Niederösterreich hält die Mehrheit der Aktien. EVN versorgt Haushalte und Unternehmen vor allem mit:
- Strom
- Gas
- Fernwärme
- Trinkwasser und Dienstleistungen im Umweltbereich
Außerdem betreibt die EVN zahlreiche Kraftwerke und ist auch im Ausland aktiv, etwa am Strommarkt in Bulgarien und Nordmazedonien.
Das Motto der EVN lautet: „Energie. Wasser. Leben.“ – also alles, was wir im Alltag ganz selbstverständlich aus der Steckdose oder dem Wasserhahn bekommen.
Aktuelle Entwicklungen: Investitionen, Energiewende, Netzausbau
2025 ist für die EVN ein ziemlich intensives Jahr. Laut aktuellen Unternehmensmeldungen will die EVN im Geschäftsjahr 2025/26 rund 1 Milliarde Euro in die Energie-Transformation investieren.
Das Geld fließt vor allem in:
- Netzinfrastruktur – damit Strom und Gas sicher ankommen
- Erneuerbare Erzeugung – vor allem Windkraft und Photovoltaik
- E-Mobilität – Ausbau von Ladestationen für E-Autos
- Trinkwasserversorgung – sauberes Wasser in Niederösterreich
Vier Fünftel dieser Investitionen bleiben in Niederösterreich. Das bedeutet: Vieles, was EVN macht, siehst du direkt vor deiner Haustür – neue Leitungen, neue Windräder, neue Ladesäulen.
EVN und erneuerbare Energie: Wie grün ist dein Strom?
Die EVN erzeugt einen großen Teil ihres Stroms aus erneuerbarer Energie – also Wasser, Wind und Sonne. In den letzten Quartalsberichten ist allerdings zu sehen, dass die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen schwanken kann, je nachdem wie viel Wind und Wasser zur Verfügung stehen.
Spannend ist: Trotz solcher Schwankungen liegt der Anteil von erneuerbarem Strom bei der EVN immer noch deutlich über zwei Dritteln der gesamten Erzeugung. Neue Windparks – zum Beispiel in Gnadendorf und Prellenkirchen – sowie neue Photovoltaik-Anlagen in Gemeinden wie Markgrafneusiedl und Grafenwörth sollen den grünen Anteil weiter absichern.
Was heißt das konkret für dich?
- Wenn du bei der EVN Strom beziehst, stammt ein großer Teil davon aus erneuerbaren Quellen.
- Die EVN baut laufend neue Anlagen, um unabhängiger von fossilen Energien zu werden.
- Langfristig kann das helfen, Preis- und Versorgungsschwankungen am Weltmarkt etwas abzufedern – auch wenn niemand fixe Preise garantieren kann.
Gas aus Österreich: Sichere Versorgung statt Abhängigkeit?
Ein wichtiger Punkt, der viele in Österreich interessiert: Woher kommt eigentlich unser Gas? Nach der Energiekrise der letzten Jahre ist das Vertrauen in internationale Lieferketten angeschlagen.
Die EVN hat daher angekündigt, seit 1. Jänner 2025 ihre rund 200.000 Gaskundinnen und -kunden mit Gas aus Österreich zu beliefern. Dafür gibt es einen langfristigen Vertrag mit OMV Gas.
Laut EVN soll diese Umstellung keine zusätzlichen Mehrkosten für die Kundinnen und Kunden verursachen. Möglich wurde der Schritt auch, weil der Gasverbrauch in Niederösterreich in den letzten Jahren um etwa 40 % zurückgegangen ist – viele haben auf andere Heizsysteme, wie Wärmepumpen oder Fernwärme, umgestellt.
Was bringt dir österreichisches Gas?
- Weniger Abhängigkeit von unsicheren internationalen Lieferanten.
- Mehr Planungssicherheit bei der Versorgung.
- Ein Stück mehr Transparenz, woher deine Energie kommt.
Klar ist aber auch: Gas bleibt ein fossiler Energieträger. Die EVN selbst hat angekündigt, ihre Treibhausgasemissionen bis 2034 um rund 60 % zu senken. Das zeigt: Langfristig führt kein Weg an mehr erneuerbarer Wärme vorbei.
Elektromobilität: EVN als Ladesäulen-Riese
Wer in Österreich ein E-Auto fährt, ist früher oder später an einer EVN-Ladesäule gestanden – vielleicht ohne es zu merken.
Mit über 3.200 Ladepunkten ist die EVN bereits der größte Betreiber von E-Ladestationen in Österreich. 2025 wurde außerdem ein großer Deal mit der XXXLutz-Gruppe geschlossen: Bis 2028 sollen österreichweit 600 weitere EVN-Ladepunkte an Möbelhaus-Standorten entstehen.
Warum ist das wichtig?
- Mehr Ladesäulen bedeuten weniger Reichweitenangst.
- Laden wird praktischer – zum Beispiel während des Einkaufs.
- Der Ausbau der E-Ladeinfrastruktur ist ein Schlüssel für die Verkehrswende.
Wenn du mit dem Gedanken spielst, auf ein E-Auto umzusteigen, lohnt sich ein Blick auf die EVN-Angebote rund ums Laden, etwa Tarife und Karten. Infos dazu findest du direkt auf der EVN-Webseite: EVN.at
EVN, Preise und Kritik: Was läuft schief?
So viel Investition und Klimastrategie klingt gut – aber natürlich ist bei der EVN nicht alles eitel Wonne. In den letzten Jahren gab es immer wieder Kritik und Beschwerden, vor allem rund um Preise und Kommunikation.
Streit um Preiserhöhungen
Ein prominentes Beispiel: Der Verbraucherschutzverein (VSV) hat die EVN 2024 angezeigt. Der Vorwurf: Kundinnen und Kunden seien zu spät über Preiserhöhungen von bis zu 500 Prozent informiert worden. Die EVN weist die Vorwürfe zurück und verweist darauf, dass die Preise an gesetzlich bekannte Indizes gekoppelt gewesen seien und Kunden mit Anpassungen rechnen mussten.
Für viele Menschen bleibt trotzdem ein ungutes Gefühl: Steigen die Preise plötzlich? Habe ich rechtzeitig Infos bekommen? Und – kann ich das überhaupt noch kontrollieren?
Verärgerte Photovoltaik-Kundinnen und -Kunden
Ein weiterer Aufreger: Ein Schreiben der EVN an Haushalte mit Photovoltaikanlagen trug den dramatischen Betreff „Vermeiden Sie die Abschaltung Ihres Stroms!“, kombiniert mit einer Aufforderung, einen neuen Abnahmevertrag zu unterschreiben. Kritikerinnen wie die niederösterreichische Grünen-Politikerin Helga Krismer warfen der EVN „Drohung und Einschüchterung“ vor.
Die meisten Einspeiser blieben der EVN zwar treu, aber das Beispiel zeigt: Der Ton macht die Musik. Gerade in Zeiten, in denen viele Menschen auf erneuerbare Energie umsteigen, ist eine respektvolle, klare Kommunikation besonders wichtig.
Was kannst du als Kundin oder Kunde tun?
- Briefe und E-Mails der EVN genau lesen – vor allem bei Betreffzeilen, die nach „Drohung“ klingen.
- Im Zweifel bei der EVN-Hotline nachfragen und dir Dinge Schritt für Schritt erklären lassen.
- Verträge und AGB abspeichern oder ausdrucken – so kannst du später prüfen, was vereinbart wurde.
- Bei massiven Unklarheiten die Arbeiterkammer oder Verbraucherorganisationen kontaktieren.
EVN Business und Vereine: Angebote für Unternehmen und Sportklubs
Nicht nur private Haushalte, auch Unternehmen und Vereine sind stark von Energiepreisen betroffen. Für Betriebe bietet die EVN eine eigene Businessbetreuung, die bei Energiekonzepten, Tarifen und Effizienzmaßnahmen unterstützt.
Die EVN wirbt damit, maßgeschneiderte Lösungen für:
- Einzelunternehmen und kleine Betriebe
- Gewerbe- und Industriebetriebe
- öffentliche Einrichtungen
Spannend für viele Gemeinden: Es gibt auch Rahmenverträge mit Sportdachverbänden in Niederösterreich. Sportvereine können dadurch Strom und Gas zu speziellen Konditionen beziehen.
Mein persönlicher Eindruck dazu
Ich habe selbst schon mit einem kleinen Betrieb versucht, bessere Konditionen auszuhandeln. Ohne persönliche Ansprechperson ist man da oft verloren. Ein direkter Kontakt – wie ihn EVN Business verspricht – kann Gold wert sein, wenn man ihn wirklich bekommt und nicht nur in einer Hotline-Schleife hängt.
Wie kannst du deine EVN-Kosten besser im Griff behalten?
Egal, ob du EVN-Fan bist oder eher skeptisch: Am Ende zählt, was auf der Rechnung steht. Hier ein paar praktische Tipps, wie du als Kundin oder Kunde in Niederösterreich den Überblick behältst:
1. Tarif prüfen – passt er noch zu dir?
- Schau dir mindestens einmal im Jahr deinen Strom- und Gasvertrag an.
- Vergleiche Grundgebühr, Arbeitspreis und Bindungsfristen.
- Nutze Vergleichsrechner oder frag bei der EVN nach Alternativtarifen.
2. Online-Portal „Meine EVN“ verwenden
- Im Kundenportal der EVN kannst du Zählerstände eingeben, Rechnungen abrufen und Verträge einsehen.
- Oft siehst du dort auch deinen Jahresverbrauch grafisch aufbereitet – ideal, um Stromfresser im Haushalt aufzuspüren.
3. Energie sparen – die einfachste „Preisbremse“
Klingt langweilig, bringt aber wirklich etwas. Schon kleine Änderungen können deine EVN-Rechnung senken:
- LED-Lampen statt alter Glühbirnen
- Geräte wirklich ausschalten statt im Stand-by laufen lassen
- Heizung ein bis zwei Grad runterdrehen
- Warmwasserverbrauch reduzieren – zum Beispiel kürzer duschen
Manchmal hilft ein einfacher Vergleich: Stell dir vor, jede Kilowattstunde wäre ein Euro-Stück, das du direkt auf den Tisch legst. Plötzlich wirkt die Waschmaschine im Eco-Programm viel sympathischer.
Wie geht es mit der EVN und dem Strommarkt in Österreich weiter?
Die EVN drängt aktuell auf ein neues Strommarktgesetz, das sogenannte ElWG. Aus Sicht des Unternehmens soll das für mehr Klarheit und Stabilität am Energiemarkt sorgen.
Für dich als Privatperson ist das Gesetz vielleicht auf den ersten Blick trocken wie eine Bedienungsanleitung. Aber: Es bestimmt mit, wie Preise entstehen, wie Netze ausgebaut werden und wie stark erneuerbare Energien gefördert werden.
Je klarer die Regeln, desto besser können auch Versorger wie die EVN planen – und im Idealfall faire, nachvollziehbare Tarife anbieten.
Fazit: EVN zwischen Klimazielen, Kritik und Kundeninteressen
Die EVN ist 2025 ein Energie-Riese im Umbau:
- Sie investiert massiv in Netze, erneuerbare Energie und E-Mobilität.
- Sie stellt ihre Gaskunden auf österreichisches Gas um.
- Sie steht wegen Preiserhöhungen und Kommunikation aber auch massiv in der Kritik.
Für dich als Kundin oder Kunde in Österreich heißt das:
- Du profitierst von einem relativ gut ausgebauten, sicheren Versorgungsnetz.
- Du hast aber auch das Recht, kritische Fragen zu stellen, Verträge zu prüfen und dich zu beschweren, wenn etwas nicht sauber läuft.
Am Ende gilt: Strom, Gas und Wasser sind keine Luxusgüter, sondern Grundversorgung. Genau deshalb sollten Unternehmen wie die EVN nicht nur technisch auf dem neuesten Stand sein – sondern auch in Sachen Transparenz, Fairness und Respekt.
Und du? Wann hast du dir das letzte Mal deine EVN-Rechnung ganz in Ruhe angeschaut? Vielleicht ist jetzt der richtige Moment, einen Kaffee zu holen, das Kundenportal zu öffnen – und ein bisschen Licht ins Dunkel deiner Kilowattstunden zu bringen.




































