Michelle Gisin zwischen Speed, Liebe und schwerem Sturz in St. Moritz
Die Ski-Königin, die einfach nicht aufgibt
Michelle Gisin ist so etwas wie die Schweizer Antwort auf eine Superheldin – und in Österreich kennt man sie spätestens seit ihren Erfolgen bei Weltcups in Flachau, Semmering & Co. Die 1993 geborene Bündnerin hat im Ski-Zirkus schon alles erlebt: Olympia-Gold, Weltcup-Siege, Verletzungen, Comebacks – und jetzt wieder einen schweren Rückschlag.
Am 11. Dezember 2025 kam es beim Abfahrtstraining in St. Moritz zu einem heftigen Sturz. Die zweifache Olympiasiegerin verlor bei hoher Geschwindigkeit die Kontrolle und krachte ins Fangnetz. Sie musste mit dem Helikopter ins Krankenhaus geflogen werden, die genaue Diagnose steht noch aus. Klar ist: Die Ski-Welt hält den Atem an.
Wer ist Michelle Gisin eigentlich?
Michelle Gisin stammt aus Samedan im Kanton Graubünden und wuchs in Engelberg auf. Sie ist nicht nur eine Top-Skirennläuferin, sondern Teil einer echten Ski-Dynastie:
- Schwester von Olympiasiegerin Dominique Gisin
- Schwester des früheren Weltcup-Fahrers Marc Gisin
Schon als Kind stand sie auf Skiern. Was für andere ein Hobby ist, war bei den Gisins fast so normal wie Zähneputzen. Ihre Eltern sind Sportlehrer – der Weg in den Spitzensport war also fast vorgezeichnet.
Ihre größten Erfolge im Überblick
- 2x Olympiagold in der Kombination (Pyeongchang 2018 und Peking 2022)
- Olympia-Bronze im Riesenslalom/Super-G in Peking 2022
- Weltmeisterschafts-Medaillen in der Kombination
- Zahlreiche Weltcup-Podestplätze in Slalom, Super-G, Abfahrt und Riesenslalom
- Weltcup-Gesamtwertung 3. Platz in der Saison 2020/21
Sie ist eine der wenigen echten Allrounderinnen im Damen-Weltcup. Während viele Fahrerinnen sich heute auf eine oder zwei Disziplinen konzentrieren, fuhr Gisin jahrelang fast alles, was der Rennkalender hergab.
Schluss mit Zickzack: Ihr Abschied vom Slalom
Im Jänner 2025 sorgte Michelle Gisin für Schlagzeilen – auch in Österreich. Kurz vor dem Weltcup-Slalom in Flachau verkündete sie auf Instagram: Sie beendet ihre Slalom-Karriere.
Mehr als zwölf Jahre fuhr sie im Slalom-Weltcup, 103 Slaloms standen am Ende in der Statistik. Darunter:
- Ein Sieg beim Nachtslalom am Semmering 2020
- Zahlreiche weitere Podestplätze
Warum hört jemand auf, der so erfolgreich ist? Ganz einfach: Der Körper meldet sich.
Sie erklärte, sie wolle ihre Energie künftig auf die Speed-Disziplinen und Riesenslalom legen. Das ist im Spitzensport wie im normalen Leben: Irgendwann muss man Prioritäten setzen. Wer alles gleichzeitig will, brennt aus.
Der schwere Sturz in St. Moritz – und was er bedeutet
Nur wenige Monate nach dem Slalom-Abschied folgte der Schock: Beim Training zur Weltcup-Abfahrt in St. Moritz stürzte Gisin im unteren Streckenteil bei hoher Geschwindigkeit. Laut ersten Berichten war sie zwar ansprechbar, musste aber mit dem Helikopter ins Krankenhaus gebracht werden.
Besonders bitter:
- Die Schweizerinnen hatten kurz davor schon schwere Verletzungen von Lara Gut-Behrami und Corinne Suter zu verkraften.
- Gisin galt als eine der letzten großen Hoffnungen des Teams für die Speed-Rennen und die Olympischen Spiele Milano Cortina 2026.
Für Fans in Österreich wirkt das Ganze fast unwirklich. Man sieht Gisin im Fernsehen, wie sie mit einem Lächeln in den Startbereich fährt, locker mit Reporterinnen plaudert – und dann so ein Sturz.
Haben Sie sich schon einmal beim Skifahren überschätzt? Ein bisschen zu schnell, eine kleine Unachtsamkeit – und plötzlich liegt man im Schnee. Stellen Sie sich das jetzt mit 120 km/h vor, auf Eisplatten, vor Tausenden Zuschauern. Genau das ist das Leben einer Weltcup-Fahrerin.
Liebe, Verlobung und ein Leben zwischen zwei Nationen
Abseits der Piste läuft es für Michelle Gisin deutlich romantischer. Seit 2014 ist sie mit dem italienischen Skirennfahrer Luca De Aliprandini zusammen. Im Juni 2024 haben sich die beiden verlobt.
Er fährt für Italien, sie für die Schweiz. Und doch wirken sie wie ein Team, wenn man gemeinsame Interviews sieht. Im Ski-Zirkus ist das gar nicht so ungewöhnlich: Man verbringt fast das ganze Jahr miteinander – auf Gletschern, in Hotels, in Teambussen. Da wird der Weltcup schnell zur großen Familie.
Für viele Fans macht genau das Michelle Gisin so sympathisch:
- Sie wirkt offen, ehrlich und bodenständig.
- Sie spricht über Rückschläge genauso offen wie über Erfolge.
- Sie zeigt, dass hinter der Rennfahrerin ein normaler Mensch steckt – mit Zweifeln, Hoffnungen und Träumen.
Warum Michelle Gisin in Österreich so beliebt ist
Österreich ist das Herz des Ski-Zirkus. Weltcup-Orte wie Kitzbühel, Sölden, Semmering oder Flachau sind jedes Jahr Fixpunkte – für Fans ebenso wie für die Athletinnen. Und Michelle Gisin hat sich in diesen Stadien einen Namen gemacht.
Gerade ihr Slalom-Sieg am Semmering 2020 war ein Moment, an den sich viele Österreicherinnen und Österreicher erinnern. Es war einer dieser Abende, an denen man nach den Feiertagen gemütlich vorm Fernseher sitzt – und plötzlich fährt da eine Schweizerin auf das oberste Stockerl, die man einfach mögen muss.
Vielleicht liegt ihre Beliebtheit auch daran, dass sie keine „unantastbare“ Sportlerin ist. Sie wirkt wie jemand, den man im Wirtshaus am Nebentisch treffen könnte – freundlich, ein bisschen verschmitzt, mit einem klaren Blick für das Wesentliche.
Vom Kinder-Rennen zur Weltspitze
Schaut man auf ihre Karriere, wird klar: Hier ist nichts geschenkt worden.
Schon als Teenager räumte Michelle Gisin bei Nachwuchsrennen in der Schweiz ab, holte Medaillen bei Juniorenweltmeisterschaften und kämpfte sich Schritt für Schritt an die Weltspitze heran.
Kein plötzlicher Hype, keine Abkürzungen – sondern viele Jahre harte Arbeit:
- Training im Sommer auf Gletschern
- Kraftkammer statt Badesee
- Ständiges Reisen von Rennen zu Rennen
- Und dazwischen immer wieder Verletzungen und Schmerzen
Wenn man ihre Laufbahn anschaut, wird eines deutlich: Durchhalten ist ihre größte Stärke.
Was bedeutet ihr Sturz für die kommende Saison?
Noch ist unklar, wie schwer Michelle Gisin wirklich verletzt ist. Klar ist aber: Jeder längere Ausfall kurz vor einer wichtigen Saison kann Karrieren verändern.
Für das Schweizer Team – und für den gesamten Damen-Weltcup – wäre ein längerer Ausfall ein harter Schlag:
- Eine routinierte Allrounderin fehlt, die in mehreren Disziplinen punkten kann.
- Die Spannung im Kampf um Podestplätze vor allem in Super-G und Abfahrt würde sich verschieben.
- Und viele Fans würden eine ihrer Lieblingsfahrerinnen vermissen – auch in Österreich.
Gerade mit Blick auf die Olympischen Winterspiele 2026 in Milano Cortina steht viel auf dem Spiel. Für eine Athletin ihres Kalibers ist jede Saison kostbar. Olympia-Zyklen sind kurz – vier Jahre vergehen im Leistungssport schneller, als man denkt.
Warum ihre Geschichte vielen Mut machen kann
Vielleicht fragen Sie sich: Was hat das alles mit mir zu tun? Ich fahre ja nur am Wochenende auf die Piste.
Mehr, als man denkt.
Die Geschichte von Michelle Gisin zeigt auf sehr menschliche Weise:
- Rückschläge gehören dazu – im Sport wie im Leben.
- Man kann sich neu ausrichten, so wie sie es mit dem Slalom-Rückzug getan hat.
- Erfolge sind selten Zufall, sondern das Ergebnis von langem Dranbleiben.
Wer schon einmal nach einer Knieverletzung, einem Bandscheibenvorfall oder einem anderen körperlichen Problem wieder auf die Ski musste, kennt das Gefühl:
Angst, Respekt, aber auch die Sehnsucht, wieder frei den Hang runterzufahren.
Genau da steht Michelle Gisin nach ihrem Sturz nun auch – nur unter dem grellen Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit.
Wie es jetzt für Michelle Gisin weitergehen könnte
Noch bevor medizinische Details offiziell sind, wird bereits spekuliert: Comeback oder Karriereende?
Wenn man auf ihre Vergangenheit schaut, spricht vieles für ein Comeback:
- Sie hat schon mehrfach nach Verletzungen stark zurückgefunden.
- Sie liebt den Sport sichtbar – das spürt man in jedem Interview.
- Mit der Verlobung und ihrem stabilen Umfeld hat sie privat einen starken Rückhalt.
Aber: Sie ist inzwischen 32 Jahre alt. Im Weltcup ist das nicht alt, aber auch nicht mehr ganz jung. Jede Entscheidung muss gut überlegt sein – vor allem in Speed-Disziplinen wie Abfahrt und Super-G.
Mehr über Michelle Gisin
Wer tiefer in ihr Leben und ihre Karriere eintauchen will, findet viele spannende Einblicke auf ihrer offiziellen Website www.michellegisin.ch und in zahlreichen Porträts der Schweizer Medien.
Fazit: Eine Kämpferin, die Österreich im Blick behalten wird
Für Ski-Fans in Österreich ist klar: Michelle Gisin gehört zu den spannendsten Persönlichkeiten im Damen-Weltcup.
Sie ist nicht nur eine zweifache Olympiasiegerin, sondern auch ein Mensch mit Ecken, Kanten und einer beeindruckenden Lebensgeschichte.
Ihr Sturz in St. Moritz schockiert – aber er ändert nichts daran, dass sie schon jetzt eine der prägenden Figuren ihres Sports ist. Ob sie noch einmal ganz vorne angreifen kann?
Wer ihre Karriere kennt, ahnt die Antwort:
Unterschätzen sollte man Michelle Gisin niemals.




































