Markus Reymann und Francesca Habsburg verbinden Kunst und Ozean
Wenn in Österreich über zeitgenössische Kunst gesprochen wird, fällt oft der Name Francesca von Habsburg. 2002 gründete sie in Wien die Stiftung TBA21 – ein Beginn, der die heimische Szene prägte und heute bis nach Venedig und Nizza strahlt. Gemeinsam mit Markus Reymann führt die Initiative inzwischen Projekte rund um den Schutz der Meere – und zeigt, wie Kunst ganz konkret wirken kann.
Wer sind Francesca von Habsburg und Markus Reymann?
Francesca von Habsburg (auch Francesca Thyssen‑Bornemisza) ist Sammlerin, Produzentin und Stifterin. Mit TBA21 fördert sie seit über zwei Jahrzehnten Kunst, die über den klassischen Ausstellungsrahmen hinausdenkt. Markus Reymann ist Kurator und Kulturstratege; 2011 gründete er gemeinsam mit Habsburg die TBA21–Academy, den Forschungsarm der Stiftung. Ihr gemeinsames Ziel: durch Kunst ein tieferes Verhältnis zum Ozean schaffen und damit Handeln auslösen.
Reymann verantwortet die weltweiten Programme der Academy und leitet u. a. die Alligator Head Foundation in Jamaika mit, die ein Meeresschutzgebiet betreibt – ein Beispiel dafür, wie Kunst, Wissenschaft und Community vor Ort zusammenfinden.
Von Wien in die Welt: Augarten bis Winterpalais
Die Wurzeln liegen klar in Wien: TBA21 bespielte ab 2012 den Augarten in Kooperation mit dem Belvedere; 2017 zog die Stiftung wieder aus. In dieser Zeit standen viele Projekte im Fokus – quer durch Disziplinen. Heute plant die Burghauptmannschaft Österreich, das Atelier Augarten ab 2026 grundlegend zu sanieren und bereits seit 2025 mit Pop‑up‑Formaten wieder zu beleben.
Ein weiteres Wien‑Highlight: die Schau „Olafur Eliasson – BAROQUE BAROQUE“ im Winterpalais (2015/16), die exemplarisch zeigte, wie TBA21 künstlerische Experimente in historische Räume holt.
Ocean Space in Venedig: Kunst als Brücke zur Meeresforschung
2019 eröffnete die Academy Ocean Space in der entweihten Kirche San Lorenzo in Venedig – ein Ort für Ausstellungen, Forschung und Bildungsarbeit rund um das Meer. Die Programme verbinden Kunst, Wissenschaft, Aktivismus und Politik und reichen von immersiven Installationen bis zu Stadt‑Walks mit lokalen Communities.
Aktuell: TBA21 bei der UN‑Ozeankonferenz 2025
Im Mai/Juni 2025 war TBA21 mit Ausstellungen, Talks und Workshops in Nizza präsent – zeitlich passend zur 3. UN‑Ozeankonferenz (9.–13. Juni 2025). Die Schau „Becoming Ocean“ in der Villa Arson brachte über 20 internationale Positionen zusammen und fragte, wie wir unsere Beziehung zum Meer neu denken können.
Warum das auch für Österreich spannend ist
Was hat Venedig oder Nizza mit Wien zu tun? Mehr, als man glaubt. Die Projekte von Habsburg und Reymann zeigen, wie Kunst aus Österreich globale Debatten prägt. Es geht nicht nur um schöne Ausstellungen, sondern um konkrete Allianzen zwischen Ateliers, Laboren und Communities.
- Greifbar: Kunst übersetzt Forschung in Bilder, Klänge und Erlebnisse, die jede und jeder versteht.
- Verbunden: Von Wien über Venedig bis Jamaika entstehen Netzwerke, die Schutzgebiete und Bildung stärken.
- Wirksam: Ausstellungen werden zu Gesprächsräumen – und manchmal zum Startpunkt für neue Regeln und Politik.
Oder einfacher gesagt: Wenn Daten der Kopf sind, ist Kunst der Übersetzer fürs Herz. Und genau dort beginnt oft Veränderung.
Wie kann ich dranbleiben?
Du möchtest mehr sehen oder planen, was du dir als Nächstes anschaust? Hier ein paar nützliche Links:
- TBA21 – Projekte, Academy & News
- Ocean Space Venedig – aktuelle Ausstellungen
- Becoming Ocean – Überblick Villa Arson (Archiv)
- Atelier Augarten – Zukunft des Standorts in Wien
Fazit
Markus Reymann und Francesca von Habsburg zeigen, wie Kunst in Österreich verwurzelt sein und zugleich weltweit wirken kann. Von den Anfängen in Wien über Ocean Space in Venedig bis zur UN‑Bühne: Diese Verbindung aus Kunst und Ozean macht komplexe Fragen spürbar – und lädt uns ein, selbst aktiv zu werden. Vielleicht beginnt das schon beim nächsten Spaziergang an der Donau: hinschauen, zuhören, handeln.




































