Norbert Wess: Österreichs Top-Verteidiger im Porträt
Stand: 19. Oktober 2025 (AT)
Wer in Österreich über Wirtschaftsstrafsachen spricht, kommt an Norbert Wess kaum vorbei. Der Wiener Anwalt verteidigt seit Jahren Klient:innen in heiklen Verfahren – vom BUWOG/Grasser-Komplex bis zu den aktuellen Benko-Verfahren. Was macht ihn aus? Und was können Unternehmen aus seinem Zugang lernen? Hier mein Blick – einfach erklärt.
Wer ist Norbert Wess?
Wess ist Partner bei Wess Kux Kispert & Eckert (WKK Law) in Wien. Seine Schwerpunkte: Wirtschaftsstrafrecht, Korruptionsstrafrecht, Compliance und Internal Investigations. Er lehrt zudem u. a. an der JKU Linz und an der WU Wien.
Offiziell geführt wird er im Anwaltsverzeichnis der Österreichischen Rechtsanwaltskammer. Die Kanzlei hat ihren Sitz in der Himmelpfortgasse 20/2, 1010 Wien.
Zur Struktur der Sozietät finden sich aktuelle Einträge im öffentlichen Firmenbuch-Portal EVI (GmbH seit 2013; mehrere Geschäftsführer und Gesellschafter).
Warum ist er so bekannt?
BUWOG/Grasser: Streit um Verfahrensführung
Im März 2025 lief die Berufung zum BUWOG-Urteil vor dem OGH. Wess kritisierte dabei die Prozessführung des Erstgerichts und sprach von einem unfairen Verfahren. Das berichteten u. a. GMX/APA und VIENNA.AT.
Schon 2020 hatte Wess im BUWOG-Prozess unerlaubte Bild- und Tonaufnahmen im Gerichtssaal thematisiert – die Medien sprachen vom „Lauschangriff“. Dazu berichteten Kurier und PULS 24.
René Benko: Erstes Urteil, nächste Runden
Im Oktober 2025 stand René Benko in Innsbruck vor Gericht (Vorwurf: betrügerische Krida). Am 15.10.2025 folgte ein teilweiser Schuldspruch: zwei Jahre unbedingt wegen einer Zahlung von 300.000 Euro an seine Mutter; beim Thema Mietvorauszahlung (360.000 Euro) gab es einen Freispruch. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Berichtet u. a. von Heute.at und watson.
Die Verteidigung – vertreten von Wess – hat Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde angekündigt. Parallel bekämpft die WKStA den Freispruch-Teil beim OGH. Das fasste der Kurier zusammen.
Zur Einordnung: Schon im Jänner 2025 war Benko festgenommen worden; seither folgten mehrere Schritte der Justiz. trend/APA berichtete über die Festnahme, Reuters skizzierte den Prozessrahmen. Unschuldsvermutung gilt in allen offenen Teilen.
Was zeichnet seinen Stil aus?
Beobachter nennen Wess akribisch, analytisch und prozessorientiert. Er sucht – so der Eindruck – Formfehler und Verfahrensverstöße und nutzt sie konsequent. Branchenrankings wie Chambers Europe führen ihn seit Jahren als Spitzenanwalt im White-Collar-Bereich.
Das ist wie beim Schach: Nicht jede Figur zieht weit, aber jeder Zug muss sitzen. Ein falsch gesetzter Antrag? Das kann eine ganze Partie kippen. Genau hier liegt seine Stärke.
Was können Unternehmen daraus mitnehmen?
Ganz ehrlich: Niemand möchte ein Ermittlungsverfahren. Aber Vorsorge ist leichter als Feuerlöschen. Ein paar Punkte, die ich immer wieder sehe:
- Frühzeitig reden: Bei ersten Anzeichen (z. B. Hausdurchsuchung) sofort Spezialist:innen für Wirtschaftsstrafrecht holen.
- Dokumentation ordnen: E-Mails, Verträge, Beschlüsse – klare Ablage spart später Nerven und Geld.
- Compliance leben: Schulungen, Vier-Augen-Prinzip, Hinweisgeber-Systeme.
- Kommunikation planen: Wer spricht nach außen? Wer koordiniert intern? Krisen-PR rechtzeitig einbinden.
- Learning kultivieren: Nach jedem Vorfall Prozesse anpassen – wie ein Sicherheitsgurt, den man nachjustiert.
FAQ – kurze Antworten
Ist Norbert Wess der richtige Anwalt für mich?
Er ist besonders stark in Wirtschaftsstrafrecht, Korruption, Finanz- und Verbandsverantwortlichkeit. Wer genau das braucht, ist bei einer darauf spezialisierten Kanzlei wie WKK Law gut aufgehoben. Ein Erstgespräch klärt, ob es passt.
Wie kontaktiere ich ihn?
Adresse laut Kammer- und Firmenbuchangaben: Himmelpfortgasse 20/2, 1010 Wien; Tel. +43 1 532 13 00. ÖRAK-Profil | Impressum der Kanzlei.
Fazit
Norbert Wess steht in Österreich für kompromisslose Strafverteidigung im Wirtschaftsbereich – mit Fokus auf Verfahrenstaktik und Detailarbeit. Ob Grasser oder Benko: Seine Fälle prägen die Debatten rund um OGH, WKStA und fairen Prozess. Wer im Unternehmen Verantwortung trägt, sollte daraus eines mitnehmen: Rechtzeitig handeln und sauber dokumentieren.





































