Größtes Spinnennetz entdeckt: 111.000 Spinnen in Schwefelhöhle
Das Trendthema „größtes Spinnennetz“ geht gerade durch die Medien – und zwar aus gutem Grund: Forschende haben an der Grenze zwischen Griechenland und Albanien in der sogenannten Schwefelhöhle den bislang größten bekannten Spinnennetz-Komplex der Welt dokumentiert. Das Geflecht bedeckt etwa 106 Quadratmeter und beherbergt mehr als 111.000 Tiere.
Was wurde genau gefunden?
Das Netz ist kein einzelnes Radnetz, sondern ein Mosaik aus Tausenden trichterförmigen Netzen, die sich entlang der Felswände ziehen. Besonders spannend: Zwei Arten – die auch bei uns bekannte Hauswinkelspinne (Tegenaria domestica) und Prinerigone vagans – bauen hier gemeinsam. Solches koloniales Verhalten wurde bei diesen Arten bisher nicht beobachtet.
Laut den Forschern erstreckt sich der Netzbereich über rund 350 Meter entlang einer Tunnelwand in der Höhle – ein schier endloser, silbriger Teppich im Dunkeln.
Warum ist das so besonders?
Normalerweise leben Spinnen eher für sich. In der Schwefelhöhle herrschen jedoch konstante Temperaturen um 26 °C, völlige Dunkelheit und schwefelhaltiges Wasser. Diese Bedingungen könnten die ungewöhnliche Kooperation fördern. Die Spinnen ernähren sich dort von Mücken, die auf mikrobiellen Biofilmen leben – ein in sich geschlossenes Höhlen-Ökosystem.
„Größtes Spinnennetz“ – was heißt das eigentlich?
Wenn wir von „größtes Spinnennetz“ sprechen, meinen Medien hier den größten bekannten Netz-Komplex. Ein einzelnes Rekordnetz liefert eine andere Art: die Darwin’s Rindenspinne (Caerostris darwini) aus Madagaskar. Sie spannt Radnetze mit Brückenfäden bis zu 25 Meter – oft über Flüsse. Das ist ein anderer Rekord, aber ebenfalls beeindruckend.
Auch früher gab es spektakuläre Gemeinschaftsnetze: In Texas wurde einmal ein hauchfeines Netz über rund 200 Meter beschrieben – wahrscheinlich von Millionen winziger Spinnen gemeinsam gewebt. Solche Funde zeigen, wie flexibel Spinnen sein können.
Und was hat das mit Österreich zu tun?
Die Hauswinkelspinne, die in der Höhle massenhaft vorkommt, ist auch in Mitteleuropa – also auch bei uns in Österreich – verbreitet. Keine Sorge: Sie ist nützlich und frisst lästige Insekten.
Vielleicht kennst du es vom Altweibersommer: Wenn in der Früh die Wiesen glitzern, haben unzählige Spinnen feine Fäden gespannt. Neulich beim Spaziergang in der Au habe ich mich ertappt, wie ich stehen blieb und dachte: Wie viele kleine Architektinnen arbeiten da wohl über Nacht? Genau dieses Staunen löst auch die Entdeckung in Griechenland aus – nur eben in XXL.
Praktische Tipps: Spinnen im Haus? So gehst du freundlich vor
- Gelassen bleiben: Die meisten heimischen Spinnen sind harmlos und nützlich.
- Umsiedeln statt töten: Mit Glas und Papier behutsam nach draußen bringen.
- Weniger Untermieter: Ritzen abdichten, Fliegengitter montieren, Lichtquellen für Insekten reduzieren.
- Respekt vor Natur: Auch ein kleines Netz ist ein Kunstwerk – bitte nicht mutwillig zerstören.
Faszinierende Fakten in Kürze
- Ort: Schwefelhöhle an der Grenze Griechenland/Albanien.
- Größe: ca. 106 m² Netz-Komplex, über 111.000 Spinnen.
- Arten: Hauswinkelspinne (Tegenaria domestica) und Prinerigone vagans – erstmals kolonial dokumentiert.
- Umfeld: Warm, dunkel, schwefelhaltig – ein einzigartiges Höhlen-Ökosystem.
- Kontext: Größte einzelne Radnetze baut Caerostris darwini (bis 25 m).
Weiterlesen und Quellen
• FOCUS online: Größtes Spinnennetz der Welt
• Live Science: World’s biggest spiderweb
• STERN: Forscher entdecken wohl größtes Spinnennetz
• FR: Gewaltiges Spinnennetz in Höhle entdeckt
• Wikipedia: Darwin’s bark spider
• PETBOOK: Größte Netze der Welt
• WELT: Gemeinschaftsnetz in Texas
Fazit
Ob als feinster Herbstschleier auf österreichischen Wiesen oder als Rekordnetz tief in der Schwefelhöhle: Spinnennetze sind Meisterwerke der Natur. Die aktuelle Entdeckung zeigt, wie anpassungsfähig Spinnen sind – und wie viel wir über diese leisen Baumeisterinnen noch lernen können. Hast du heute schon ein Netz entdeckt?




































