Radstadt trauert: Wer war Bürgermeisterin Katharina Prommegger?
Die Nachricht hat viele Menschen im Pongau mitten ins Herz getroffen: Radstadts Bürgermeisterin Katharina Prommegger ist verstorben. Die engagierte Lokalpolitikerin und Unternehmerin verlor im Alter von 56 Jahren den Kampf gegen eine lange, schwere Krankheit. Radstadt trauert um seine Stadtchefin, die erst 2023 das Bürgermeisteramt übernommen hatte und 2024 von der Bevölkerung im Amt bestätigt wurde.
Wer war Katharina Prommegger?
Katharina Prommegger war weit mehr als „nur“ Bürgermeisterin. Sie war:
- Politikerin (ÖVP-Bürgermeisterin von Radstadt)
- Unternehmerin im Bereich Kosmetik, Massage und medizinische Fußpflege
- Dreifache Mutter
- Seit rund zehn Jahren kommunalpolitisch in Radstadt aktiv
Schon lange vor ihrer Zeit als Bürgermeisterin war sie in der Gemeinde bekannt – nicht nur wegen ihres Kosmetikstudios, sondern auch durch ihr Engagement in der Kommunalpolitik. 2023 wurde sie zur ersten Bürgermeisterin von Radstadt gewählt und trat damit die Nachfolge von Christian Pewny an, der in die Landesregierung wechselte.
Die erste Bürgermeisterin von Radstadt
Als Katharina Prommegger 2023 zur Bürgermeisterin gewählt wurde, war das ein kleiner historischer Moment für die Pongauer Stadt. Zum ersten Mal stand eine Frau an der Spitze der Gemeinde. Die ÖVP stellte sie als Kandidatin auf, und die Gemeindevertretung wählte sie mit deutlicher Mehrheit zur neuen Stadtchefin.
Viele Radstädterinnen und Radstädter erinnerten sich damals an die Aufbruchstimmung: Endlich eine Frau an der Spitze, dazu eine Chefin aus der Praxis, die weiß, wie es ist, ein Unternehmen zu führen und Familie und Beruf zu verbinden. Genau dieses bodenständige Bild blieb bis zuletzt mit ihrem Namen verbunden.
Vom Kosmetikstudio ins Bürgermeisteramt
Besonders spannend an der Geschichte von Katharina Prommegger ist ihr beruflicher Weg. Sie war gelernte und geprüfte Kosmetikermeisterin und führte ein eigenes Studio in Radstadt. In Boulevard-Manier könnte man sagen: „Vom Kosmetiktisch in den Gemeindesaal“ – und tatsächlich passte dieses Bild ganz gut.
In einem Porträt der „Kronen Zeitung“ erzählte sie sinngemäß, dass für die Kosmetik neben dem Bürgermeisteramt deutlich weniger Zeit blieb. Termine mussten genauer geplant werden, spontane Behandlungen wurden rar. Aber aufhören wollte sie nicht – dafür liebte sie ihren Beruf zu sehr.
Vielleicht kennen Sie das auch: Man baut sich etwas auf, steckt Herzblut hinein – und dann kommt eine neue Aufgabe dazu, die ebenso viel Einsatz verlangt. Genau zwischen diesen beiden Welten, Kosmetikstudio und Gemeindeamt, bewegte sich Katharina Prommegger mehrere Jahre lang.
Was war ihr in Radstadt wichtig?
Auch wenn ihre Amtszeit als Bürgermeisterin leider viel zu kurz war, setzte sie klare Schwerpunkte. In Medienberichten und offiziellen Aussendungen wurden immer wieder folgende Themen genannt:
- Ausbau des Seniorenheims
- Verbesserung der Kinderbetreuung
- Planung eines modernen Sportzentrums
- Unterstützung von Schulen und besonders Kindern mit Förderbedarf
Besonders stolz zeigte sie sich etwa auf die Sonderschule in Radstadt. In einem Beitrag des Landes Salzburg betonte sie, wie wichtig es sei, dass kein Kind auf dem Bildungsweg verloren gehe. Genau dieser Satz fasst gut zusammen, wie sie Politik verstand: nah an den Menschen, bodenständig und ohne große Show.
Radstadt trauert um seine Bürgermeisterin
Am Morgen des 26. November 2025 wurde öffentlich, dass Katharina Prommegger nach langer Krankheit verstorben ist. Landespolitikerinnen und -politiker, Kolleginnen und Kollegen aus der Gemeinde, aber auch viele Bürgerinnen und Bürger äußerten ihre Anteilnahme. Auch Medien wie salzburg.ORF.at, Salzburger Nachrichten und die „Krone“ berichteten ausführlich über ihren Tod und ihren Einsatz für Radstadt.
Besonders häufig fällt in diesen Nachrufen ein Wort: „viel zu früh“. Prommegger war erst Mitte Fünfzig, Mutter von drei Kindern, beruflich wie politisch voll im Leben. Dass eine Frau, die so mitten im Alltag stand, einen so schweren Weg mit einer Krankheit gehen musste, berührt viele Menschen – nicht nur in Radstadt.
Was bleibt von Katharina Prommegger?
Wenn eine Bürgermeisterin stirbt, geht es nicht nur um ein Amt, das neu besetzt werden muss. Es geht um eine Persönlichkeit, die Lücken hinterlässt. Fragen Sie sich vielleicht auch: Was bleibt von einem Menschen, wenn er geht?
Im Fall von Katharina Prommegger bleiben mehrere Spuren:
- Ihr Einsatz als erste Bürgermeisterin in der Geschichte von Radstadt
- Ihr Engagement für ältere Menschen, Kinder und Familien
- Ihr Mut, als Unternehmerin und Mutter den Schritt in die Politik zu wagen
- Ihre Vorbildwirkung für Frauen, die sich kommunalpolitisch engagieren wollen
Gerade für viele Frauen in ländlichen Regionen kann ihre Geschichte inspirierend sein: Man muss nicht in der Bundeshauptstadt sitzen, um etwas zu bewegen. Man kann auch aus einem Kosmetikstudio heraus in den Gemeinderat und am Ende ins Bürgermeisteramt kommen.
Warum berührt uns ihr Tod so stark?
Vielleicht kennen Sie persönlich niemanden aus Radstadt und fragen sich: Warum sollte mich das alles interessieren? Die Antwort ist einfach: Geschichten wie die von Katharina Prommegger sind mehr als lokale Politikberichte. Sie zeigen, wie viel Herzblut in Gemeinden steckt.
Während auf Bundes- oder EU-Ebene oft abstrakte Zahlen und große Projekte im Vordergrund stehen, geht es in Orten wie Radstadt um ganz konkrete Dinge: Wer kümmert sich um das Seniorenheim? Wer sorgt dafür, dass es genügend Betreuungsplätze für Kinder gibt? Wer hört zu, wenn es Probleme mit Verkehr, Wohnen oder Vereinen gibt?
Genau dort kommen Menschen wie Katharina Prommegger ins Spiel. Sie war eine jener Bürgermeisterinnen, die man im Supermarkt trifft, im Verein sieht oder beim Elternabend begegnet. Wenn so jemand geht, spürt eine ganze Gemeinde den Verlust.
Persönliche Note: Was wir aus ihrem Weg lernen können
Man muss Katharina Prommegger nicht persönlich gekannt haben, um aus ihrer Geschichte etwas mitzunehmen. Drei Gedanken bleiben besonders hängen:
1. Mut zur Veränderung
Sie hat sich nicht damit begnügt, ihr Kosmetikstudio zu führen – sie ging in die Politik, stellte sich Wahlen und Verantwortung. Wie oft denken wir uns selbst: „Das sollte mal jemand ändern“, statt zu fragen: „Warum nicht ich?“
2. Familie, Beruf und Politik – es geht, wenn auch nicht leicht
Dreifache Mutter, Unternehmerin, Bürgermeisterin – das ist kein leichter Mix. Aber sie hat es versucht und viele Jahre lang getragen. Das zeigt: Vereinbarkeit ist nicht nur ein Schlagwort, sondern findet tatsächlich in Orten wie Radstadt statt – mit all den Herausforderungen, die dazugehören.
3. Nah am Menschen bleiben
Ob im Kosmetikstudio oder im Bürgermeisterbüro: Bei ihr ging es immer um Menschen. Zuhören, hinschauen, im Alltag da sein – gerade diese Eigenschaften werden jetzt viele an ihr vermissen.
Wie geht es in Radstadt jetzt weiter?
Nach dem Tod einer amtierenden Bürgermeisterin müssen formal neue Schritte gesetzt werden. In der Regel übernimmt zunächst der oder die Vizebürgermeister(in) die Amtsgeschäfte, bis die Gemeindevertretung oder – je nach Zeitpunkt – die Wählerinnen und Wähler neu entscheiden. Die genauen Abläufe sind im Salzburger Gemeinderecht geregelt.
Für die Menschen in Radstadt steht aber im Moment weniger die Frage nach der Nachfolge im Vordergrund, sondern der Abschied. Trauer, Beileidsbekundungen und stille Erinnerungen haben jetzt Vorrang vor parteipolitischen Überlegungen.
Ein Blick über Radstadt hinaus
Der Tod von Katharina Prommegger lenkt den Blick auch auf die vielen anderen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in Österreich, die oft im Hintergrund wirken. Sie kämpfen mit knappen Budgets, komplexen Vorgaben und gleichzeitig mit den ganz alltäglichen Sorgen der Menschen vor Ort.
Vielleicht macht diese Geschichte Ihnen Lust, einmal genauer hinzuschauen: Wer leitet eigentlich meine Gemeinde? Wer sitzt im Gemeinderat? Und wo kann ich mich selbst einbringen? Denn Demokratie beginnt nicht erst im Nationalrat, sondern vor der Haustür – in Orten wie Radstadt.
Fazit: Eine Bürgermeisterin, die in Erinnerung bleibt
Katharina Prommegger war Kosmetikerin, Unternehmerin, Mutter und Bürgermeisterin – und vor allem ein Mensch, der seine Stadt liebte. Radstadt trauert um seine Bürgermeisterin, und mit der Stadt trauern viele Menschen in ganz Salzburg und darüber hinaus.
Ihre Geschichte zeigt, wie eng Politik und Alltag in Österreich miteinander verbunden sind. Und sie erinnert uns daran, dass hinter jedem Amt ein Mensch steht – mit Familie, Sorgen, Hoffnungen und Träumen. Genau deshalb wird der Name Katharina Prommegger in Radstadt noch lange fallen, wenn von Engagement, Mut und Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern gesprochen wird.




































