Martha Schultz übernimmt Macht in der Wirtschaftskammer
In ganz Österreich spricht man über Martha Schultz. Die Tiroler Unternehmerin rückt gerade noch stärker ins Rampenlicht: Seit 15. November 2025 führt sie interimistisch die Geschäfte der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und übernimmt damit eine der mächtigsten Positionen in der heimischen Wirtschaftspolitik. (Quelle WKÖ/APA-OTS)
Wer ist diese Frau, die nun an der Spitze einer der wichtigsten Institutionen des Landes steht? Und was bedeutet das für Unternehmerinnen und Unternehmer in Österreich? Schauen wir genauer hin.
Wer ist Martha Schultz?
Martha Schultz stammt aus dem Zillertal in Tirol. Geboren 1963, ist sie sprichwörtlich in den Bergen und im Tourismus aufgewachsen. Nach der Tourismusschule in Schloss Klessheim und Praktika in Hotels und Reisebüros in Österreich und Deutschland stieg sie Mitte der 1980er-Jahre ins elterliche Unternehmen ein. (WKÖ-Porträt)
Gemeinsam mit ihrem Bruder Heinz führt sie heute die Schultz Gruppe – ein Tourismus-Imperium mit mehreren Skigebieten, Hotels, Hütten und Freizeitangeboten in Tirol, Osttirol und Kärnten. In manchen Medien wurde sie schon als „Alpenkönigin“ bezeichnet, weil sie gleich mehrere Skigebiete vom Zillertal bis nach Osttirol in der Hand hat. (PZ-Bericht)
Vom Zillertal ins Zentrum der Macht
Was viele nicht wissen: Martha Schultz ist nicht nur Touristikerin, sondern seit Jahren eine der wichtigsten Stimmen der österreichischen Wirtschaft:
- Seit 2010 Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich
- Seit 2015 Bundesvorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“ in der WKÖ
- Erste Frau als Vizepräsidentin von EUROCHAMBRES, dem Dachverband der europäischen Industrie- und Handelskammern
- Gründerin des European Women Network, um Unternehmerinnen europaweit zu vernetzen
Sie sagt von sich selbst, sie sei „mit Leib und Seele Unternehmerin und mit Herzblut Interessenvertreterin“ – und genau diese Kombination macht sie jetzt so interessant. (WKÖ-Interview)
Warum ist Martha Schultz jetzt überall in den Schlagzeilen?
Der Grund ist klar: Nach dem angekündigten Rücktritt von WKÖ-Präsident Harald Mahrer übernimmt Martha Schultz ab 15. November 2025 interimistisch die Aufgaben des Präsidenten der Wirtschaftskammer Österreich. Das ist im Wirtschaftskammergesetz so vorgesehen – und bringt die Tirolerin mitten ins Zentrum der Aufmerksamkeit. (APA-OTS)
Und als wäre das nicht genug, sorgt sie auch politisch für Schlagzeilen: Unter ihrer Führung setzt die WKÖ die im Juni 2025 beschlossenen Erhöhungen der Funktionsentschädigungen – also der Zahlungen an Spitzenfunktionäre – wieder aus. Die Bezüge werden auf die alte Regelung zurückgeführt. Ein Schritt, mit dem sie die aufgeheizte Debatte beruhigen und „wieder Sachlichkeit in die Diskussion bringen“ will. (APA-OTS)
Mit anderen Worten: Gleich zu Beginn ihrer Übergangszeit schickt sie ein deutliches Signal an die Öffentlichkeit – und an die Basis der Unternehmerinnen und Unternehmer.
Was bedeutet das für Unternehmerinnen und Unternehmer in Österreich?
Viele fragen sich jetzt: Bringt Martha Schultz wirklich frischen Wind? Wer ihre Karriere verfolgt hat, bekommt zumindest eine klare Richtung zu sehen. Ihre Schwerpunkte sind seit Jahren dieselben:
- Stärkung von Unternehmerinnen – also mehr Sichtbarkeit und bessere Rahmenbedingungen für Frauen in der Wirtschaft
- Vereinbarkeit von Beruf und Familie – ein Thema, das sie immer wieder anspricht
- Bürokratieabbau und praxisnahe Lösungen für Betriebe
- Starke Netzwerke – national wie international
Gerade als Bundesvorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“ betont sie immer wieder, dass Österreichs Wirtschaft längst „weiblich“ sei – ein Drittel aller Unternehmen wird von Frauen geführt, fast jedes zweite wird von einer Frau gegründet. (WKÖ-Porträt)
In persönlichen Gesprächen, von denen viele Unternehmerinnen berichten, wirkt sie bodenständig, direkt, ohne viel Show. Eine Tirolerin eben, die sich nicht so schnell einschüchtern lässt.
Die Powerfrau aus dem Zillertal: Tourismus, Lifte, Millionenprojekte
Um zu verstehen, wie sie tickt, muss man einen Blick auf ihr Unternehmen werfen. Die Schultz Gruppe ist ein echter Riese im Alpentourismus. Skigebiete wie Hochzillertal, die Gebiete in Osttirol oder Kärnten – überall steckt Schultz drin. Sie investieren in Seilbahnen, Beschneiung, Hotels, Luxus-Chalets, Restaurants, Golfplätze und mehr. (Profil)
Schon vor einigen Jahren sorgte ein Projekt im Zillertal für Aufsehen: Der Neubau der Spieljochbahn und eine spektakuläre talüberspannende Gondel, mehrere Kilometer lang und hunderte Meter über dem Boden. Investitionssumme: dutzende Millionen Euro. Die Botschaft dahinter: Wer klein denkt, verliert. (Bericht zur Schultz Gruppe)
Natürlich gibt es auch Kritik. Großprojekte in den Alpen lösen immer wieder Diskussionen aus – um Natur, Klima, Bodenversiegelung. Doch aus Sicht der Unternehmerin sind moderne Seilbahnen und Beschneiung die Antwort auf unsichere Winter. Sie will Ganzjahres-Tourismus, Jobs sichern und Regionen stärken.
Martha Schultz und die Frauen in der Wirtschaft
Ein Punkt, der sie deutlich von vielen Vorgängern in Spitzenfunktionen unterscheidet, ist ihr klarer Fokus auf Frauen. Martha Schultz sagt offen: Frauen trauen sich oft zu wenig zu. Sie will genau das ändern.
In Interviews betont sie, dass Mut ein Schlüssel ist – nicht nur, um ein Unternehmen zu gründen, sondern auch, um laut zu sein, Forderungen zu stellen und sich nicht mit der zweiten Reihe zufriedenzugeben. Unternehmerinnen seien „Mutmacherinnen“, sagt sie – und lebt dieses Bild auch selbst vor. (WKÖ-Interview)
Beispiele, die viele kennen
Vielleicht kommt dir das bekannt vor: Eine Freundin will sich mit einem kleinen Café selbstständig machen, hat einen super Plan, traut sich aber nicht. Oder ein Ein-Personen-Unternehmen im Kreativbereich, geführt von einer Frau, die alles kann – aber ihre Leistung viel zu billig verkauft.
Genau dort setzt Martha Schultz an. Sie fordert bessere Kinderbetreuung, Entlastung bei Sozialabgaben, weniger Bürokratie und mehr Beratung speziell für Gründerinnen. Und sie spricht darüber nicht nur in gemütlichen Runden, sondern direkt in Wien, in Brüssel und in den Medien.
Die Boulevard-Frage: Wird Martha Schultz neue Präsidentin?
Hand aufs Herz: Ganz Österreich liebt diese Frage – Bleibt es beim „Interim“ oder wird aus der Übergangschefin eine echte Präsidentin?
Offiziell ist klar: Sie übernimmt die Aufgaben nur übergangsweise, bis eine neue Präsidentin oder ein neuer Präsident gewählt ist. Doch Erfahrung zeigt: Wer einmal im Chefsessel sitzt, wird schnell zur ernsthaften Option.
Was spricht für sie?
- Sie kennt die WKÖ seit Jahren von innen.
- Sie hat ein starkes Netzwerk, national und international.
- Sie bringt die Perspektive einer aktiven Unternehmerin mit – nicht nur einer Funktionärin.
- Sie steht für Frauenförderung – ein Thema, das medial zieht.
Was dagegen? Die interne Dynamik in der Wirtschaftskammer ist komplex, Machtspiele inklusive. Fix ist nur eins: Der Name Martha Schultz wird in den nächsten Monaten noch oft fallen.
Was heißt das alles für dich als Unternehmer:in?
Ob Ein-Personen-Unternehmen, kleiner Familienbetrieb oder mittelständischer Exporteur – die Wirtschaftskammer betrifft fast alle Betriebe in Österreich. Wenn an der Spitze jemand sitzt, der klar sagt, „wir müssen wieder zu einem sachlichen und zukunftsorientierten Dialog zurück“, dann kann das ein gutes Zeichen sein. (APA-OTS)
Ein paar Punkte, auf die du achten kannst:
- Reformen in der WKÖ: Wie transparent werden Strukturen und Funktionsentschädigungen wirklich?
- Service für Betriebe: Verbessert sich die Unterstützung für kleine Unternehmen und Ein-Personen-Firmen?
- Frauen in der Wirtschaft: Kommen neue Programme, Förderungen oder Netzwerke?
- Tourismus-Politik: Bleibt der starke Fokus auf alpinen Tourismus – oder wird breiter gedacht?
Persönliche Note: Warum diese Geschichte viele berührt
Vielleicht liegt es an der Mischung: Bergkind aus dem Zillertal, Tourismus-Boss, Powerfrau, Interessenvertreterin. In einer Zeit, in der viele das Gefühl haben, dass Politik und Institutionen weit weg vom Alltag sind, wirkt so eine Biografie greifbar.
Stell dir vor: Du startest im Familienbetrieb im Tal, arbeitest dich hoch, übernimmst mehr Verantwortung, wächst mit jedem Projekt – und stehst irgendwann ganz oben an der Spitze einer der wichtigsten Institutionen des Landes. Genau das ist die Geschichte von Martha Schultz.
Ob man nun ein Fan des alpinen Massentourismus ist oder nicht: Die Karriere dieser Frau zeigt, was passieren kann, wenn jemand konsequent seinen Weg geht und sich nicht scheut, Verantwortung zu übernehmen.
Fazit: Martha Schultz – Zwischen Alpen, Aufstieg und Ambitionen
In den nächsten Monaten wird sich zeigen, wie viel Gestaltungsmacht Martha Schultz wirklich hat – und wie sie sie nutzt. Sicher ist: Sie ist keine Verwalterin, sondern eine Macherin. Eine Frau, die von verschneiten Zillertaler Pisten bis in die Gremien der europäischen Wirtschaftskammern alles gesehen hat.
Für Österreichs Wirtschaft ist sie damit eine der spannendsten Figuren unserer Zeit. Ob sie zur dauerhaften Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich aufsteigt oder „nur“ als starke Vizepräsidentin bleibt – ihr Einfluss auf Unternehmerinnen und Unternehmer im Land ist schon jetzt kaum zu übersehen.
Die Frage ist also: Wie viel Martha Schultz steckt in der Zukunft der österreichischen Wirtschaft? Die Antwort werden die kommenden Monate bringen – in Wien, im Zillertal und überall dort, wo Menschen den Mut haben, ein Unternehmen zu führen.





































