Gürtelrose-Impfung in Österreich: Wer sie jetzt gratis bekommt
Plötzlich juckt die Haut, dann schießt der Schmerz ein wie ein Stromschlag – und am Ende sieht man einen roten, brennenden Ausschlag: Gürtelrose. Viele kennen jemanden, der das schon durchgemacht hat. Seit Herbst 2025 gibt es in Österreich eine gute Nachricht: Die Gürtelrose-Impfung (Herpes-Zoster-Impfung) ist für viele Menschen gratis.
Was steckt dahinter? Wer hat Anspruch? Ist die Impfung sicher? Und lohnt sie sich überhaupt? Genau das klären wir hier – verständlich, ohne Fachchinesisch, im Klartext.
Was ist Gürtelrose überhaupt?
Gürtelrose (medizinisch: Herpes Zoster) wird durch dasselbe Virus ausgelöst, das auch Windpocken verursacht – das Varizella-Zoster-Virus. Nach den Windpocken verschwindet das Virus nicht komplett. Es „versteckt“ sich in den Nervenzellen im Körper und schläft dort oft jahrzehntelang.
Wenn das Immunsystem schwächer wird – etwa im Alter, bei Stress oder bei schweren Erkrankungen – kann das Virus wieder aufwachen. Dann kommt es zur Gürtelrose.
Typische Anzeichen von Gürtelrose
- brennende oder stechende Schmerzen an einer Körperseite
- roter Ausschlag, meist wie ein „Gürtel“ um den Oberkörper, manchmal im Gesicht oder am Bein
- Bläschen, die aufplatzen und verkrusten
- Müdigkeit, leichtes Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl
Besonders tückisch: Die Schmerzen können monatelang oder sogar jahrelang bleiben. Das nennt man postherpetische Neuralgie – eine Nervenschädigung, die den Alltag massiv einschränken kann.
Wie häufig ist Gürtelrose in Österreich?
Vielleicht denken Sie: „Passiert eh nur den anderen.“ Die Zahlen zeigen etwas anderes:
- In Österreich gibt es rund 30.000 bis 40.000 Fälle pro Jahr. (gesundheit.gv.at)
- In etwa jeder dritte bis vierte Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an Gürtelrose. (SN.at)
- Gerade bei älteren Menschen kann eine Gürtelrose zu Spitalsaufenthalten und langen Krankenständen führen.
Das ist also keine seltene Exotenkrankheit, sondern etwas, das fast jede Familie irgendwann betrifft.
Gürtelrose-Impfung: Was ist neu im Impfprogramm?
Seit November 2025 ist die Gürtelrose-Impfung in Österreich für viele kostenlos. Bund, Länder und Sozialversicherung haben dafür hunderte Millionen Euro bis Ende 2028 reserviert. (heute.at) (gesundheit.gv.at)
Wer bekommt die Gürtelrose-Impfung gratis?
Laut öffentlichem Impfprogramm in Österreich ist die Herpes-Zoster-Impfung kostenfrei für:
- alle Erwachsenen ab 60 Jahren
- Risikopersonen ab 18 Jahren, zum Beispiel
- Menschen mit geschwächtem Immunsystem
- Patient:innen mit Autoimmunerkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis)
- Krebspatient:innen, etwa unter Chemotherapie
- Menschen nach Organtransplantation
- andere schwere Grunderkrankungen, bei denen der Arzt oder die Ärztin die Impfung empfiehlt
Die genauen Kriterien finden Sie im offiziellen österreichischen Impfplan auf gesundheit.gv.at.
Wie viele Dosen braucht man?
Die Impfung gegen Gürtelrose erfolgt mit einem Totimpfstoff (z.B. Shingrix). Empfohlen sind:
- 2 Teilimpfungen im Abstand von mindestens 2 bis maximal 6 Monaten
- derzeit ist keine Auffrischung vorgesehen (laut Impfplan Österreich 2025/2026)
Wichtig: Der Schutz ist erst nach der zweiten Dosis vollständig. Wer also im Herbst startet, ist meist im Winter oder Frühjahr fertig geimpft.
Warum ist die Gürtelrose-Impfung jetzt so im Gespräch?
Gleich nach Start des kostenlosen Programms im November 2025 waren die ersten 100.000 Impfdosen in wenigen Tagen vergeben. Die Nachfrage war riesig, viele Ordinationen meldeten „alles vergriffen“ – Nachschub soll laufend kommen. (heute.at)
Kein Wunder: Vorher kostete eine vollständige Impfung rund 400 bis 500 Euro aus der eigenen Tasche. Jetzt fällt diese Hürde für viele weg. (oe24.at)
Für wen wird die Impfung empfohlen?
Das Nationale Impfgremium (NIG) in Österreich empfiehlt die Gürtelrose-Impfung im Impfplan vor allem:
- als Standardimpfung ab 60 Jahren
- für Personen mit erhöhtem Risiko ab 18 Jahren
- in vielen Infos wird die Impfung bereits ab 50 als sinnvoll beschrieben, besonders wenn man Vorerkrankungen hat
Wenn Sie unsicher sind, ob Sie zur Risikogruppe gehören, reicht oft ein kurzer Check beim Hausarzt oder bei der Hausärztin.
Ist die Gürtelrose-Impfung sicher?
Der in Österreich empfohlene Impfstoff ist ein Totimpfstoff. Das heißt: Er enthält kein lebendes Virus, sondern nur Bestandteile, die das Immunsystem „trainieren“ sollen.
Mögliche Nebenwirkungen
Wie bei anderen Impfungen kann es zu Reaktionen kommen, zum Beispiel:
- Schmerzen oder Rötung an der Einstichstelle
- Müdigkeit, Kopfweh
- leichte Temperatur oder Muskelkater-Gefühl
Diese Beschwerden klingen meist nach ein bis zwei Tagen wieder ab. Schwere Nebenwirkungen sind selten, werden aber natürlich laufend überwacht.
Gerade für ältere und immungeschwächte Menschen gilt: Das Risiko durch die Krankheit ist in der Regel deutlich höher als das Risiko durch die Impfung.
Kann ich mich impfen lassen, wenn ich bereits Gürtelrose hatte?
Ja. Laut dem offiziellen Gesundheitsportal Österreich (gesundheit.gv.at) kann man sich auch nach einer überstandenen Gürtelrose noch impfen lassen.
Warum? Eine durchgemachte Erkrankung schützt nicht zuverlässig vor einer erneuten Gürtelrose. Die Impfung senkt das Risiko weiterer Schübe deutlich.
Wie läuft die Impfung in der Praxis ab?
1. Termin vereinbaren
Erster Schritt: Rufen Sie Ihre Hausärztin / Ihren Hausarzt, eine Fachärztin / einen Facharzt oder ein Impfzentrum in Ihrer Nähe an und fragen Sie nach der Gürtelrose-Impfung (Herpes-Zoster-Impfung). Wegen der hohen Nachfrage kann es zu Wartezeiten kommen.
2. Kurzcheck zur Risikogruppe
Beim Gespräch wird geklärt:
- Ihr Alter
- Ihre Vorerkrankungen
- ob Sie Medikamente nehmen, die das Immunsystem schwächen
- ob in letzter Zeit andere Impfungen erfolgt sind
Auf dieser Basis sagt Ihnen der Arzt oder die Ärztin, ob die Impfung für Sie gratis ist und ob sie jetzt sinnvoll ist oder besser zu einem anderen Zeitpunkt.
3. Zwei Impfungen, ein Schutz
Sie bekommen dann:
- die erste Dosis – meist in den Oberarm-Muskel
- die zweite Dosis – nach 2 bis 6 Monaten
Tragen Sie sich den zweiten Termin am besten gleich in den Kalender ein. Nur mit beiden Dosen ist der Schutz optimal.
Wie gut schützt die Gürtelrose-Impfung?
Studien zeigen: Der moderne Herpes-Zoster-Impfstoff kann das Risiko für Gürtelrose bei älteren Menschen deutlich senken – und vor allem auch die Gefahr dieser langen Nervenschmerzen nach der Erkrankung.
Ganz ausschließen kann die Impfung eine Erkrankung nicht. Aber:
- die Wahrscheinlichkeit sinkt deutlich
- verläuft die Erkrankung meistens milder
- Komplikationen wie postherpetische Neuralgie treten seltener auf
Viele Ärzt:innen vergleichen den Effekt gerne mit einem Sicherheitsgurt im Auto: Er verhindert nicht jeden Unfall, aber er macht ihn in der Regel viel weniger schlimm.
Persönliches Beispiel: „Hätte ich das nur früher gewusst“
Vielleicht kennen Sie solche Geschichten: Eine 68-jährige Wienerin bekommt plötzlich starke Schmerzen am Rücken. Zuerst glaubt sie an einen Muskelzerrung. Erst als der Ausschlag kommt, ist klar: Es ist Gürtelrose.
Die Bläschen heilen nach einiger Zeit ab, aber die Schmerzen bleiben. Wochenlang kann sie kaum schlafen, jede Berührung am Rücken fühlt sich wie ein Messerstich an. Später sagt sie: „Wenn mir jemand früher von der Gürtelrose-Impfung erzählt hätte, wäre ich sofort gegangen.“
Genau darum geht es bei der aktuellen Impfoffensive: Möglichst viele Menschen rechtzeitig zu schützen.
Was sollte ich vor der Entscheidung beachten?
Bevor Sie „Ja“ oder „Nein“ zur Impfung sagen, können Sie sich an diesen Punkten orientieren:
- Alter: Sind Sie bereits 60 oder älter?
- Gesundheit: Haben Sie chronische Erkrankungen oder ein schwaches Immunsystem?
- Alltag: Würden Sie längere Schmerzen und mögliche Einschränkungen im Alltag besonders hart treffen?
- Kosten: Gehören Sie zur Gruppe, für die die Impfung gratis ist?
Am Ende entscheidet immer die ärztliche Beratung. Online-Artikel – auch dieser – können informieren, aber nicht das persönliche Gespräch ersetzen.
Häufige Fragen zur Gürtelrose-Impfung
Kann ich die Gürtelrose-Impfung mit anderen Impfungen kombinieren?
Gerade im Herbst stehen oft mehrere Impfungen an: Grippe, Covid-19, Pneumokokken – und jetzt auch Gürtelrose. Ob Sie diese Impfungen gleichzeitig bekommen können oder ob ein Abstand sinnvoll ist, sollte Ihre Ärztin oder Ihr Arzt entscheiden. Oft lassen sich Totimpfstoffe gut kombinieren, aber es kommt auf Ihre Gesamtsituation an.
Gibt es die Impfung auch für unter 60-Jährige ohne Risikofaktoren?
Empfohlen wird sie in Österreich vor allem ab 60 bzw. für Risikogruppen ab 18. Manche Expert:innen sehen einen Nutzen bereits ab 50, besonders wenn andere Krankheiten dazukommen. Ob und in welcher Form hier in Zukunft noch mehr Gruppen gratis erfasst werden, hängt von gesundheitspolitischen Entscheidungen ab.
Wo finde ich offizielle Informationen?
- gesundheit.gv.at – offizielles Gesundheitsportal des Bundes
- sozialministerium.at – Infos zu Impfprogrammen und Pressemitteilungen
- Ihr Hausarzt / Ihre Hausärztin – persönliche Beratung und Impfplan
Fazit: Gürtelrose-Impfung – kleine Spritze, großer Unterschied
Gürtelrose ist keine harmlose Kleinigkeit. Sie kann massiv weh tun, wochenlang den Alltag ruinieren und in manchen Fällen sogar zu dauerhaften Nervenschäden führen.
Mit der Gürtelrose-Impfung haben wir in Österreich jetzt ein starkes Werkzeug in der Hand – und für viele Menschen ist es seit 2025 sogar kostenlos. Zwei kleine Piekser, und das Risiko einer schweren oder langwierigen Gürtelrose sinkt deutlich.
Wenn Sie also in Österreich leben und über 60 sind – oder zu einer Risikogruppe ab 18 gehören – lohnt sich ein Blick in Ihren Impfpass und ein kurzer Anruf beim Arzt. Vielleicht ist es genau jetzt der richtige Moment, sich vor der nächsten „brennenden Überraschung“ zu schützen.
Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Lassen Sie sich immer individuell von medizinischem Fachpersonal in Österreich beraten, bevor Sie eine Impfentscheidung treffen.





































