Donald Trump spaltet die Welt – und Österreich schaut zu
Donald Trump ist wieder da – und wie. Seit 20. Jänner 2025 sitzt er erneut im Weißen Haus, diesmal als 47. Präsident der USA. Damit schreibt er Geschichte: Er ist einer der wenigen Präsidenten mit zwei nicht aufeinanderfolgenden Amtszeiten und zugleich der erste mit einem Strafregistereintrag im höchsten Amt.
Während in Washington wieder Trump-Show läuft, fragt sich Österreich: Was bedeutet das für uns? Wie sehen die Menschen hierzulande den Mann, der die Weltpolitik durcheinanderwirbelt?
Trumps zweite Amtszeit: Mehr Macht, mehr Konflikte
Donald Trump ist Anfang 2025 zum zweiten Mal vereidigt worden. Beobachterinnen und Beobachter beschreiben seine neue Amtszeit als noch härter, noch konfrontativer als die erste.
Ein Präsident im Dauer-Konflikt
- Über 200 Executive Orders (Erlässe) allein in den ersten Monaten.
- Ständige Konflikte mit Gerichten, weil viele Maßnahmen rechtlich angefochten werden.
- Ein Regierungsstil, den Kritiker als machthungrig und „grenzenlos präsidial“ bezeichnen.
Trump versucht, die Macht des Präsidenten deutlich auszuweiten. Viele Jurist:innen warnen, dass das die Gewaltenteilung in den USA schwächen könnte. Für Europäerinnen und Europäer – und speziell für Österreicher:innen – wirkt das oft wie ein politischer Blockbuster-Film: spannend, aber auch beunruhigend.
Aktuelle Trump-Schlagzeilen: Von Venezuela bis Begnadigungen
Auch Ende November 2025 sorgt Trump wieder für weltweite Schlagzeilen. Nur ein paar Beispiele aus den letzten Tagen:
Venezuela: Geschlossener Luftraum und große Worte
Trump erklärte den Luftraum über Venezuela und rundherum für „geschlossen“ – offiziell im Kampf gegen Drogenhandel und „gefährliche Akteure“. Die venezolanische Regierung reagierte empört, sprach von einer „kolonialistischen Drohung“ und stoppte im Gegenzug Abschiebeflüge in die USA.
Für Europa – und damit auch Österreich – ist das mehr als nur eine ferne Story. Instabile Verhältnisse in Lateinamerika können Migration, Energiepreise und globale Sicherheit beeinflussen.
Begnadigungen und Skandale
Trump sorgt außerdem mit seinen Begnadigungen für Wirbel. Zuletzt ließ er einen Manager frei, der in einen Milliardenbetrug verwickelt war. Auch in Mittelamerika schlug seine Begnadigung des früheren honduranischen Präsidenten hohe Wellen – und mischt dort sogar die Politik auf.
Begnadigungen sind zwar ein normales Instrument in den USA. Doch bei Trump wirken sie häufig wie politische Waffen – oder als Signal an Freunde und Verbündete: „Wer auf meiner Seite steht, kann auf mich zählen.“
Wie Österreich über Donald Trump denkt
Spannend wird es, wenn wir den Blick nach Hause richten. Was halten die Menschen in Österreich von Donald Trump?
Antwort: Die Mehrheit ist alles andere als begeistert.
Umfragen: Viel Ablehnung, wenig Sympathie
Das Österreichische Gallup-Institut hat 2025 mehrere Umfragen zu Donald Trump veröffentlicht. Die Zahlen sind eindeutig:
- Rund 73 % der Österreicher:innen stehen Trump sehr oder eher negativ gegenüber.
- Nur etwa ein Fünftel sieht ihn positiv.
- 76 % halten ihn für impulsiv, nur 11 % für überlegt handelnd.
- Über 2/3 beschreiben seinen Regierungsstil als „diktatorisch“.
Viele Befragte sagen zudem, Trump sei „mehr Geschäftsmann als Politiker“, unzuverlässig und verfolge vor allem seine eigenen Interessen.
Gemischte Gefühle zu seiner Politik
Interessant ist aber: Die Ablehnung trifft nicht alle Bereiche seiner Politik gleich stark.
Wofür viele in Österreich Verständnis zeigen:
- Sicherheitspolitik (ca. 70 %).
- Migration und strenge Grenzpolitik (rund 62 %).
- Stärkung des US-Militärs (fast die Hälfte der Befragten).
Wofür es eher Kopfschütteln gibt:
- Seine Klimaskepsis – zwei Drittel können das nicht nachvollziehen.
- Seinen Protektionismus in der Handelspolitik.
- Den Rückzug der USA aus internationalen Abkommen.
- Die ständige Attacke auf etablierte Medien.
- Seine Anti-Diversitätspolitik.
Kurz gesagt: Viele Österreicher:innen sagen – etwas salopp formuliert –: „Seine Härte bei Sicherheit und Grenzen – okay. Aber bitte nicht den Rest.“
„US-Verhältnisse“ in Österreich? Lieber nicht
Noch deutlicher wird es, wenn man fragt, ob sich die Leute in Österreich eine Politik „nach dem Vorbild Trump“ wünschen.
- Nur etwa 24 % könnten sich so eine Politik hierzulande vorstellen.
- Rund 70 % lehnen das klar ab.
Besonders spannend: Anhänger:innen der FPÖ sind deutlich offener für einen Trump-ähnlichen Kurs. Knapp die Hälfte von ihnen könnte sich „US-Verhältnisse“ in Österreich eher vorstellen. Viele andere Wählergruppen dagegen sehen eher große Unterschiede zwischen österreichischer Politik und Trumps Stil.
Ein Satz aus der Analyse von Gallup bringt es auf den Punkt: Die USA als Land genießen in Österreich relativ hohes Vertrauen, Trumps Politik aber gilt als problematisch.
Trumps Millionen, Milliarden – und seine eigene Kryptowährung
Natürlich gehört zu Donald Trump auch immer das Thema Geld. Wie reich ist er wirklich? Ganz genau weiß das niemand. Aber Magazine wie Forbes und Bloomberg liefern Schätzungen.
- Forbes schätzt sein Vermögen 2025 auf rund 5,1 Milliarden Dollar.
- Bloomberg kommt auf etwa 7 Milliarden Dollar.
- Durch seine eigene Kryptowährung $TRUMP wurde sein Vermögen zeitweise sogar auf über 50 Milliarden Dollar hochgerechnet – zumindest auf dem Papier.
Sein Reichtum stammt aus Immobilien, Hotels, Golfplätzen und zahllosen Trump-Markenprodukten. Auch als Präsident verdient er indirekt mit: Politische Spender finanzieren Veranstaltungen in seinen Hotels, und aus diesen Töpfen werden laut Berichten auch Anwälte für Trump und seine Verbündeten bezahlt.
Für viele Österreicher:innen wirkt das befremdlich. Wir sind es eher gewohnt, dass Politik und persönliche Geschäfte klar getrennt sein sollten. Bei Trump verschwimmen diese Linien gern.
Rechtliche Baustellen: Der ewige Streit mit Gerichten
Ein weiteres Kapitel in der Trump-Saga: Gerichtsverfahren. Eines der bekanntesten ist die große Zivilklage in New York wegen mutmaßlicher Finanzmanipulationen der Trump Organization.
Ein Gericht hatte Trump und seine Firmen zunächst zu hunderten Millionen Dollar Rückzahlung verurteilt. Später kassierte ein Berufungsgericht einen großen Teil dieser Strafe wieder. Der Fall zeigt, wie eng Trumps politisches Leben und seine Geschäftsinteressen miteinander verwoben sind – und wie sehr sich seine Anwälte und die Justiz seit Jahren aneinander abarbeiten.
Trumps Gesundheit: Gerüchte, Dementis und Golf-Videos
Wer Donald Trump kennt, weiß: Er hasst den Eindruck von Schwäche. Als im Herbst 2025 in sozialen Medien Gerüchte über seinen angeblich schlechten Gesundheitszustand oder sogar seinen Tod kursierten, reagierte er prompt: „Fake News“, erklärte er und versicherte, er habe sich „noch nie besser gefühlt“.
Fast gleichzeitig tauchte ein virales Video auf, in dem er beim Golfen einen schwierigen Chip ins Loch versenkt – begleitet von Kommentaren wie „Winning is always nice!“.
Auch das passt ins Bild: Trump inszeniert sich gern als Sieger – auf dem Golfplatz, in der Politik und in den Medien.
Warum uns Donald Trump in Österreich trotzdem angeht
Vielleicht fragen Sie sich: „Warum sollte mich das alles kümmern? Die USA sind weit weg, wir haben genug eigene Probleme.“
Die Antwort ist einfach: Was der US-Präsident tut, spüren wir auch in Österreich.
Wirtschaft und Handel
Strafzölle, Handelskriege, Protektionismus – all das kann österreichische Exporte treffen. Unsere Unternehmen hängen stark am Welthandel. Wenn Trump Zölle erhöht oder Handelsabkommen aufkündigt, spüren das auch Betriebe in Oberösterreich, der Steiermark oder Tirol.
Sicherheit und NATO
Österreich ist zwar neutral, aber mitten in Europa. Wenn Trump Druck auf europäische Länder macht, mehr für Verteidigung auszugeben, oder wenn er Bündnisse infrage stellt, verändert das das Sicherheitsumfeld auch für uns.
Klima und Umwelt
Beim Klimaschutz sitzen alle in einem Boot. Wenn die USA unter Trump Klimaschutzmaßnahmen zurückfahren oder internationale Abkommen schwächen, wird es für Europa schwerer, globale Ziele wie das 1,5-Grad-Limit zu erreichen. Das ist kein abstraktes Thema – es betrifft Dürre, Hochwasser und Alpengletscher, also ganz konkrete Fragen in Österreich.
Wie man sich als Österreicher:in ein Bild machen kann
Die Flut an Trump-News ist gewaltig. Zwischen Tweets, Videos, skandalisierenden Schlagzeilen und parteiischer Berichterstattung geht der Überblick schnell verloren. Was hilft?
- Mehrere Quellen lesen – internationale Medien, aber auch österreichische.
- Zahlen und Fakten ansehen: Was ist wirklich beschlossen worden? Was sind nur Ankündigungen?
- Unterschiede zwischen Stil und Inhalt trennen: Man kann etwa Trumps Ton ablehnen, aber einzelne politische Maßnahmen trotzdem nachvollziehbar finden – oder umgekehrt.
Viele in Österreich tun genau das: Sie sagen Nein zu seinem Stil, sehen aber bei Themen wie Migration oder Sicherheit teilweise Punkte, über die es sich lohnt zu diskutieren.
Fazit: Donald Trump bleibt ein Reizthema – auch in Österreich
Ob man ihn mag oder nicht: Donald Trump wird uns noch länger beschäftigen. Seine zweite Amtszeit prägt die Weltpolitik, seine Entscheidungen beeinflussen Wirtschaft, Klima und Sicherheit – und seine Art zu regieren spaltet nicht nur die USA, sondern auch die öffentliche Meinung in Europa.
In Österreich zeigt sich ein klares Bild:
- Die meisten sehen Trump kritisch bis sehr kritisch.
- Sein Politikstil gilt vielen als zu hart, zu chaotisch, zu egoistisch.
- Einige Inhalte – vor allem bei Sicherheit und Migration – finden dennoch teils Zustimmung.
- Eine Politik „nach Trumps Vorbild“ in Österreich lehnt die klare Mehrheit ab.
Vielleicht ist genau das der Kern: Man kann Trump nicht ignorieren, aber man muss sich auch nicht von jeder Schlagzeile verrückt machen lassen. Wer sich ruhig informiert, verschiedene Quellen liest und sich eine eigene Meinung bildet, ist in Zeiten wie diesen klar im Vorteil.
Und Sie? Wie sehen Sie Donald Trump – als Gefahr, als notwendige Provokation, als Randfigur oder als Hauptdarsteller auf der Weltbühne? Die Debatte ist jedenfalls noch lange nicht zu Ende.




































