Anna Werner Friedmann erobert TV und Krimiherzen in Österreich
Plötzlich ist dieser Name überall: Anna Werner Friedmann. In TV-Trailern, in Klatschspalten, auf Social Media – und natürlich in der neuen ZDF/ORF-Krimireihe „Die Toten vom Bodensee“. Doch wer ist diese Frau, die da so rasant ins Rampenlicht fährt? Und was hat es mit diesem ungewöhnlichen Namen auf sich?
Wer ist Anna Werner Friedmann überhaupt?
Anna Werner Friedmann ist eine österreichische Schauspielerin, geboren 1992 in Wien. Sie lebt heute zwischen Wien und Berlin und arbeitet für Film, Fernsehen und Theater. In Deutschland und Österreich wird sie gerade vor allem durch zwei Dinge bekannt:
- als neue Kommissarin Mara Eisler in der ZDF/ORF-Krimireihe „Die Toten vom Bodensee“
- als neue Frau Siebenstein in der beliebten Kinderserie „Siebenstein“ auf ZDF
In Theaterkreisen kennt man sie schon länger, vor allem vom Düsseldorfer Schauspielhaus, wo sie mehrere Jahre Ensemblemitglied war. Aber für das breite TV-Publikum in Österreich ist sie noch ein relativ neues Gesicht – genau das macht sie so spannend.
Der Name, über den alle reden: Warum „Werner“?
Viele Österreicherinnen und Österreicher stolpern zuerst über ihren Namen: „Anna Werner Friedmann“. Werner – ist das nicht ein Männername? Genau das wird sie in Interviews ständig gefragt.
Die Antwort ist erstaunlich persönlich: Anna Werner Friedmann ist ein Künstlername. „Werner“ ist der Vorname ihres Vaters, „Friedmann“ der Nachname ihrer Mutter. Sie hat sich ganz bewusst entschieden, beide Eltern in ihrem Namen zu tragen und damit zu ehren. Ihr bürgerlicher Name ist öffentlich nicht bekannt, und das soll offenbar auch so bleiben.
In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur, das etwa TV Spielfilm und mehrere Boulevardmedien aufgegriffen haben, sagt sie sinngemäß: Sie habe alles, was sie zur Schauspielerin macht, von ihrem Vater geerbt – und genau deshalb trägt sie seinen Vornamen im Künstlernamen.
In einer Welt, in der viele Stars versuchen, möglichst glatt und austauschbar zu wirken, ist das eine erfrischend klare, fast sture Entscheidung: Der Name soll Ecken und Kanten haben. Man vergisst ihn nicht. Und Hand aufs Herz: Genauso ist es ja auch.
Von Wien hinaus in die Welt: Ihre Ausbildung
Der Weg ins Rampenlicht begann, wie bei vielen großen Schauspielerinnen, ziemlich bodenständig. Aufgewachsen in Wien, zog es sie nach Deutschland an eine der renommiertesten Schauspielschulen im deutschsprachigen Raum: die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin.
Dort studierte sie von 2016 bis 2020 Schauspiel. Schon während der Ausbildung stand sie auf der Bühne, etwa im Berliner Ballhaus Ost, wo sie in „Kabale und Liebe“ Lady Milford spielte. Kein leichter Part – und ein klares Signal: Diese Frau will keine Nebenrollen im Hintergrund, sie will Figuren, die tragen.
Die Bühne als Heimat: Düsseldorfer Schauspielhaus
Nach der Schauspielschule ging es direkt an ein großes Haus: das Düsseldorfer Schauspielhaus. Von 2019 bis 2023 war Anna Werner Friedmann dort fest im Ensemble.
Sie spielte unter anderem:
- die Ada in „Die Entdeckung des Himmels“
- die Lysistrata in „In den Gärten oder Lysistrata Teil 2“ von Sibylle Berg
- die Karin in Rainer Werner Fassbinders „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“
Wer je in Düsseldorf im Publikum saß, erinnert sich vielleicht an ihre Präsenz: ruhig, aber intensiv, oft mit einer Mischung aus Härte und Verletzlichkeit. Genau dieser Stil scheint sie jetzt auch im Fernsehen wieder einzusetzen.
Von der großen Bühne ins Kinderzimmer: Frau Siebenstein
Viele in Österreich und Deutschland haben Anna Werner Friedmann wahrscheinlich zuerst in einer ganz anderen Rolle bemerkt: als neue Ladenbesitzerin Frau Siebenstein in der ZDF-Kinderserie „Siebenstein“.
Die Serie läuft seit Jahrzehnten und gehört für viele Kinder – und ihre Eltern – zur Kindheit dazu. 2023 übernahm Anna Werner Friedmann die Rolle von ihrer Vorgängerin Henriette Heinze. Eine gewaltige Aufgabe: Eine Kultfigur neu zu füllen, ohne die Magie zu zerstören.
Wie schafft man das? Vielleicht genau so, wie sie es tut: mit spielerischer Wärme, einem leichten Wiener Einschlag in der Sprache und der Fähigkeit, gleichzeitig liebevoll und ein bisschen verschmitzt zu sein. Da ist plötzlich die Frau, die tagsüber Kindern Geschichten erzählt – und abends im Krimi am Bodensee Leichen findet.
„WatchMe – Sex sells“ und „Lena Lorenz“: Starke Frauenfiguren
Bevor sie als Kommissarin und Kinderserien-Star die breite Masse erreichte, hatte sie bereits markante TV-Rollen:
- In der ZDFneo-Serie „WatchMe – Sex sells“ (2023) spielte sie die alleinerziehende Mutter Toni. Eine Rolle, die nah an aktuellen Lebensrealitäten vieler junger Frauen ist: Job, Kind, Erwartungen, Überforderung – alles gleichzeitig.
- In der 10. Staffel der ZDF-Reihe „Lena Lorenz“ (2024) verkörperte sie eine junge Frau, die mitten in der Schwangerschaft eine Krebsdiagnose erhält. Schwerer Stoff, der zeigt, dass sie auch emotional extreme Situationen glaubhaft tragen kann.
Vielleicht ist das auch das Geheimnis ihres Erfolgs: Sie spielt keine perfekten Frauen, sondern Figuren, die kämpfen, zweifeln, sich wehren – und trotzdem weitergehen.
Die neue Kommissarin: „Die Toten vom Bodensee“
Spätestens mit „Die Toten vom Bodensee“ kommt Anna Werner Friedmann mitten im Hauptabendprogramm der Österreicherinnen und Österreicher an – in ORF 2 und im ZDF. Die Krimireihe ist seit Jahren ein Quotenhit, besonders im Alpenraum. Die Landschaft ist vertraut, die Fälle oft düster, manchmal mystisch.
Im 23. Film der Reihe, „Der Wunschbaum“, der im Herbst 2025 als ORF- und ZDF-Premiere ausgestrahlt wird, tritt sie erstmals als Kommissarin Mara Eisler auf. Sie ermittelt an der Seite von Matthias Koeberlin und stößt gleich in eine mysteriöse Mordserie.
Für eine Schauspielerin ist das ein Jackpot: Hauptrollen in einer etablierten Krimireihe sind das, was Karrieren im deutschsprachigen Fernsehen langfristig stabil macht. Gerade in Österreich, wo ORF-Krimis fast schon zum Familienritual gehören, ist das die große Bühne.
Warum lieben wir Kommissarinnen wie Mara Eisler?
Vielleicht, weil sie etwas verkörpern, das vielen vertraut ist: den Versuch, in einer chaotischen Welt Ordnung zu schaffen. Eine Kommissarin ist streng, aber verletzlich; stark, aber nicht unverwundbar. Genau in dieser Balance scheint Anna Werner Friedmann sehr zu Hause zu sein.
Wer sie in Interviews sieht, erlebt eine Frau, die ruhig und überlegt spricht, aber klar Haltung zeigt. Politisch, gesellschaftlich, feministisch – ohne Plakate, aber doch eindeutig.
Ein Wiener Gesicht für eine neue Schauspielgeneration
Für Österreich ist Anna Werner Friedmann mehr als „nur“ eine Schauspielerin, die zufällig aus Wien kommt. Sie steht für eine jüngere, internationale Generation, die selbstverständlich zwischen Wien, Berlin und Düsseldorf pendelt, zwischen Theater, Streaming und Öffentlich-Rechtlichem, zwischen Kinderserie und Krimi.
Ihre Fähigkeiten gehen weit über das reine Spielen hinaus: Laut Angaben etwa der Berlin Brandenburg Film Commission spricht sie mehrere Sprachen, beherrscht verschiedene Dialekte und ist sportlich extrem vielseitig – vom Reiten über Fechten bis hin zu Aikido. Das macht sie interessant für ganz unterschiedliche Rollen – vom historischen Kostümfilm bis zum Actionformat.
Warum gerade jetzt alle über Anna Werner Friedmann sprechen
Die Kombination macht’s:
- ein außergewöhnlicher, sofort einprägsamer Name
- eine starke Hauptrolle in einer etablierten Krimireihe
- eine populäre Kinderserienfigur, die ganze Generationen kennen
- eine konsequent aufgebaute Theaterkarriere
Dazu kommt: In Zeiten von Social Media zählt nicht nur, was vor der Kamera passiert, sondern auch, wie jemand über sich spricht. Anna Werner Friedmann wirkt in Interviews weder kalkuliert glatt noch unbedacht provokant. Sie erzählt von ihren Eltern, erklärt offen ihren Künstlernamen, zeigt sich nahbar, aber nicht anbiedernd.
Was bedeutet das für das österreichische Publikum?
Für Zuschauerinnen und Zuschauer in Österreich ist Anna Werner Friedmann gleich in mehrfacher Hinsicht spannend:
- Sie ist eine Wienerin, die im gesamten deutschsprachigen Raum gefragt ist.
- Sie bringt eine österreichische Note in deutsche Formate – sei es durch ihren Hintergrund, ihren Dialekt oder ihre Haltung.
- Sie ist Teil einer Generation von Schauspielerinnen, die keine Angst vor politischem und gesellschaftlichem Reibungspunkt hat (man erinnere sich etwa an die Volksbühnen-Besetzung mit der Gruppe „Staub zu Glitzer“, an der sie beteiligt war).
In einer Medienlandschaft, die lange von immer denselben Gesichtern geprägt war, wirkt sie wie ein frischer Wind vom Bodensee – auch wenn sie eigentlich aus Wien kommt.
Wohin geht die Reise für Anna Werner Friedmann?
Die spannende Frage ist: Was kommt als Nächstes? Wer schon in einer großen Krimireihe, einer beliebten Kinderserie und mehrfach im Hauptabendprogramm aufgetaucht ist, hat mehrere Wege offen:
- Mehr Serien-Hauptrollen in ARD, ZDF, ORF und Streamingdiensten
- größere Kino-Projekte im deutschsprachigen Raum
- internationalere Produktionen, etwa durch ihre Sprachkenntnisse und ihr Spiel zwischen Wien und Berlin
Fest steht: Der Name Anna Werner Friedmann wird so schnell nicht mehr aus den TV-Programmhinweisen verschwinden. Und je öfter er dort steht, desto normaler wird auch dieser angeblich so seltsame Männername in der Mitte.
Fazit: Eine Schauspielerin mit Kante, Herz und viel Potenzial
Ob als Kommissarin am Bodensee, als Frau Siebenstein im Kinderfernsehen oder als tragische Figur im ZDF-Drama: Anna Werner Friedmann bringt eine Mischung aus Ernst, Wärme und Eigenwilligkeit auf den Bildschirm, die auffällt – besonders hier in Österreich, wo man heimische Gesichter im Fernsehen gern etwas genauer unter die Lupe nimmt.
Vielleicht liegt gerade darin ihr Erfolgsrezept: Sie ist nicht perfekt glatt, nicht aalglatt vermarktet, sondern wirkt wie jemand, den man am Naschmarkt zufällig treffen könnte – nur dass diese jemand am Abend davor noch eine Leiche am Bodensee gefunden hat.
Ein ist klar: Diesen Namen sollten sich Krimi-Fans in Österreich merken – auch wenn sie ihn vielleicht noch zwei-, dreimal laut aussprechen müssen, bis er richtig sitzt: Anna. Werner. Friedmann.




































