Valerie Hackl wechselt von der Luftfahrt ins Gasgeschäft
Wer ist Valerie Hackl überhaupt?
Valerie Hackl ist in Österreich längst kein unbekannter Name mehr. Die Wienerin, Jahrgang 1982, hat eine beeindruckende Karriere hingelegt – quer durch Beratung, Bahn, Luftfahrt und jetzt die Energiebranche.
Schon früh fiel sie auf: In den 1990er-Jahren war sie mehrfache österreichische Staatsmeisterin in der rhythmischen Gymnastik. Später studierte sie Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien, an der University of British Columbia in Vancouver und promovierte an der Universität St. Gallen.
Ihr beruflicher Weg führte sie von der Top-Beratung Bain & Company über die ÖBB bis an die Spitze der Flugsicherung Austro Control – und seit 2025 an die Führungsspitze von Gas Connect Austria.
Vom Turnsaal ins Top-Management
Viele Karrieren wirken glatt, aber bei Valerie Hackl sieht man: Leistungssport-Hintergrund, Auslandsstudien, dann knallharte Beratungswelt – das baut ein Profil auf, das in Österreich eher selten ist.
Ihre wichtigsten Stationen im Überblick:
- 2005–2011: Consultant bei Bain & Company – hier hat sie gelernt, Zahlen zu sezieren und Strategien zu bauen.
- 2012–2015: Konzernstrategie & Vorstandsassistenz bei ÖBB-Holding.
- 2015–2018: Vorständin der ÖBB-Personenverkehr AG – also an der Schaltstelle des Personenverkehrs in Österreich.
- Ab 2019: Geschäftsführerin der Austro Control, der österreichischen Flugsicherung und Luftfahrtbehörde.
- Seit 1. Jänner 2025: Geschäftsführerin der Gas Connect Austria GmbH, gemeinsam mit Stefan Wagenhofer.
Nebenbei sitzt sie in mehreren Aufsichtsräten, unter anderem bei Strabag SE, der APK Pensionskasse, der TAG GmbH, der Austrian Gas Grid Management AG und beim KSV 1870. (Profil Gas Connect)
Der Sprung zu Gas Connect Austria
Mit 1. Jänner 2025 hat Valerie Hackl offiziell eine neue Rolle: Sie übernimmt die Geschäftsführung der Gas Connect Austria und folgt damit auf Harald Stindl. Gemeinsam mit dem langjährigen Geschäftsführer Stefan Wagenhofer bildet sie nun ein Führungsduo an der Spitze eines Unternehmens, das für Österreichs Gas-Infrastruktur zentral ist. (News Gas Connect)
Was macht Gas Connect Austria eigentlich? Ganz einfach gesagt:
- Das Unternehmen betreibt wichtige Gasfernleitungs- und Verteilernetze.
- Dazu gehört auch der bekannte Gashub Baumgarten, ein Knotenpunkt für den Gasfluss in Europa.
- Gas Connect sorgt dafür, dass Gas sicher, verlässlich und effizient transportiert wird – national und international.
In Zeiten von Energiewende, Versorgungssicherheit und Diskussionen rund um Gas aus verschiedenen Herkunftsländern ist dieser Job alles andere als gemütlich. Die neue Geschäftsführung soll laut Aufsichtsrat vor allem eines schaffen:
Die Energietransformation gestalten und gleichzeitig die Versorgungssicherheit in Österreich gewährleisten. (OTS-Meldung zur Bestellung)
Von der Luft in die Leitung: Passt das überhaupt?
Man könnte sich fragen: Wie kommt eine Luftfahrtmanagerin ins Gasgeschäft?
Auf den ersten Blick wirken Flugsicherung und Gasnetz sehr unterschiedlich. Beim genaueren Hinsehen gibt es aber erstaunlich viele Parallelen:
- Beides sind kritische Infrastrukturen – wenn sie nicht funktionieren, wird es für ein Land schnell ernst.
- Beide Bereiche sind stark reguliert, mit europäischen und nationalen Vorgaben.
- In beiden Branchen geht es um Sicherheit, Stabilität und langfristige Planung.
Valerie Hackl bringt laut den offiziellen Unterlagen von Gas Connect genau das mit, was in diesem Umfeld zählt:
- langjährige Management-Erfahrung in staatsnahen Unternehmen,
- Know-how im Regulierungsmanagement,
- Erfahrung im Umgang mit Politik, Behörden und internationalen Partnern.
Wenn man schon einmal in einem Meeting gesessen ist, in dem es um EU-Regeln, Netzplanung und Milliardeninvestitionen geht, weiß man: Das ist kein Job, den man „nebenbei“ macht. Genau dort soll Hackl jetzt ihre Stärken ausspielen.
Kurzministerin – und wieder weg
Ein Detail, das in kaum einer Berichterstattung fehlt: Valerie Hackl war 2019 kurzzeitig Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie. Genauer gesagt vom 22. Mai bis 3. Juni 2019 – also nur rund zwölf Tage lang. (Lebenslauf Valerie Hackl)
Der Grund: Nach dem Ibiza-Skandal verließ die FPÖ die Regierung, Kanzler Sebastian Kurz stellte ein Übergangsteam aus Fachleuten zusammen – darunter Valerie Hackl. Nach dem Misstrauensantrag im Parlament war diese Regierung allerdings schnell Geschichte.
Für Hackl bedeutete das: Blitzstart in der Regierung, Blitzende – und zurück zu Austro Control, wo sie sich wieder der Flugsicherung widmete.
Austro Control: Turbulenzen überstanden
Als Geschäftsführerin der Austro Control hatte Valerie Hackl einiges auszuhalten. Die Corona-Pandemie legte den Flugverkehr zeitweise fast lahm. In Interviews sprach sie offen über:
- eine Halbierung des Umsatzes,
- Verluste von über 100 Millionen Euro,
- und einen Einsparungsbedarf von rund 260 Millionen Euro bis 2022.
Stellen Sie sich vor: Ein Unternehmen, das auf Tausende Flüge pro Tag ausgelegt ist, muss plötzlich mit einem Bruchteil davon auskommen. Genau das war die Realität der Flugsicherung während der Pandemie.
Hackl stand gleichzeitig für Sparpakete, Digitalisierung und den Versuch, das Unternehmen in Richtung „grünere Luftfahrt“ zu positionieren – also effizienter, umweltfreundlicher, moderner. (Hintergrund Austro Control)
Was bedeutet ihr Wechsel für Österreichs Energiezukunft?
Die große Frage ist: Was heißt der Einstieg von Valerie Hackl bei Gas Connect Austria für die heimische Energiebranche?
Ein paar Punkte liegen nahe:
- Fokus auf Stabilität: Energiekrisen, Lieferunsicherheit, geopolitische Spannungen – all das macht stabile Netze wichtiger denn je. Management-Erfahrung aus Krisenzeiten (wie in der Luftfahrt) ist da ein Plus.
- Europäische Vernetzung: Gasflüsse enden nicht an der Grenze. Gas Connect ist Teil eines europäischen Netzwerks, und Hackl ist über ihre Funktionen etwa bei ENTSOG bestens an diese Ebene angebunden.
- Energiewende: Mittelfristig geht es nicht nur um Erdgas, sondern um Themen wie Wasserstoff, Dekarbonisierung und neue Netzkonzepte. Hier wird die neue Geschäftsführung mitentscheiden, wie „Zukunftsgas“ in Österreich ankommt.
Wer die Szene beobachtet, weiß: Die großen Fragen der nächsten Jahre drehen sich um wie viel Gas wir noch brauchen, woher es kommt – und ob Leitungen später auch andere Energieträger transportieren können. Genau an diesen Schnittstellen wird Gas Connect mit Valerie Hackl vorne dabei sein müssen.
Warum interessiert Valerie Hackl so viele Menschen?
Man könnte sagen: „Es ist halt eine Managerin mehr.“ Aber so einfach ist es nicht. Valerie Hackl steht für mehrere Entwicklungen, die in Österreich auffallen:
- Mehr Frauen an der Spitze von Infrastruktur- und Energieunternehmen.
- Professionalisierung in staatsnahen Betrieben – mit Leuten, die internationale Ausbildung und Beratungserfahrung mitbringen.
- Ein Karrieremuster, das man früher selten sah: von der Bahn, über die Flugsicherung bis hin zur Energie – aber immer in zentralen, systemrelevanten Bereichen.
Und dann ist da noch ein Detail, das immer wieder durch Medien geistert: Hackl soll maßgeblich am Namen der Partei NEOS beteiligt gewesen sein. Ob man das nun als Fußnote oder als Fun Fact sieht – es zeigt, dass sie auch im politischen Umfeld gut vernetzt ist.
Was heißt das für uns als Verbraucherinnen und Verbraucher?
Wenn Sie jetzt denken: „Schön und gut, aber was bringt mir das konkret?“ – dann sind Sie nicht allein.
Direkt werden Sie die Bestellung von Valerie Hackl zur Geschäftsführerin nicht auf Ihrer Gasrechnung sehen. Aber indirekt spielt ihre Rolle sehr wohl eine große Rolle:
- Wie sicher ist die Gasversorgung in Österreich in Krisenzeiten?
- Wie schnell gelingt der Umbau hin zu klimafreundlicheren Lösungen?
- Wie effizient arbeitet das Netz – und damit das gesamte System dahinter?
All das wird im Hintergrund von Menschen wie Valerie Hackl entschieden. Genau deshalb sorgen solche Personalentscheidungen bei Unternehmen wie Gas Connect Austria für Schlagzeilen – und werden von Politik, Wirtschaft und Medien genau beobachtet.
Fazit: Eine Managerin im Brennpunkt der Zeitenwende
Valerie Hackl ist vom Turnsaal über Bahn und Luftfahrt bis ins Gasgeschäft gekommen. Ihr Lebenslauf liest sich wie ein Querschnitt durch die kritische Infrastruktur Österreichs.
Ob sie nun Flüge koordiniert oder Gas durch Leitungen schickt – eines bleibt gleich:
Es geht um Systeme, die im Alltag fast niemand sieht, ohne die aber nichts läuft.
Gerade deshalb lohnt es sich, bei Namen wie Valerie Hackl hinzuschauen. Denn oft entscheidet nicht die große Showpolitik, sondern die Arbeit solcher Managerinnen darüber, wie stabil, sicher und modern Österreich wirklich funktioniert.
Und vielleicht stellen Sie sich bei der nächsten Gasdiskussion oder der nächsten Nachricht zur Energiekrise die Frage:
Wer sitzt da eigentlich im Hintergrund am Steuer? In vielen Fällen ist eine davon: Valerie Hackl.




































