Vincent Kriechmayr schreibt in Beaver Creek Ski-Geschichte
Österreich hat wieder einen echten Ski-Helden. Vincent Kriechmayr, der Speed-Spezialist aus Oberösterreich, hat Anfang Dezember 2025 den Super-G in Beaver Creek gewonnen – und das unter extrem schwierigen Bedingungen.
In den USA holte er sich nicht nur den Tagessieg, sondern auch seinen bereits 19. Weltcup-Triumph im Ski alpin.
Wer ist Vincent Kriechmayr?
Falls Sie den Namen bisher nur nebenbei gehört haben: Vincent Kriechmayr ist ein österreichischer Ski-Star, geboren am 1. Oktober 1991 in Linz. Er startet für den Club TVN Wels – Oberösterreich und ist auf die schnellen Disziplinen spezialisiert:
- Super-G
- Abfahrt
Seit seinem Weltcup-Debüt im Dezember 2010 hat er sich Schritt für Schritt an die Weltspitze herangearbeitet. Heute gehört er zu den ganz Großen im Speed-Zirkus – in einer Liga mit Namen wie Marco Odermatt oder Dominik Paris.
Der turbulente Sieg in Beaver Creek
Der Super-G in Beaver Creek am 5. Dezember 2025 hatte alles, was ein Drama braucht: Schneefall, Wind, Unterbrechungen – und einen Österreicher, der die Nerven behielt. Kriechmayr startete früh, fuhr eine saubere, kompromisslose Linie und knallte eine Zeit in den Schnee, an der sich alle anderen die Zähne ausbissen.
Am Ende gewann er mit 1:06,77 Minuten, deutlich vor dem Norweger Fredrik Moeller und dem ebenfalls österreichischen Teamkollegen Raphael Haaser. Besonders brisant: Marco Odermatt, der alles dominierende Schweizer, kam diesmal „nur“ auf Rang fünf – auch weil sich die Bedingungen nach einer langen Unterbrechung massiv verschlechterten.
Vincent selbst klang nach dem Rennen fast ein wenig zwiegespalten: Er freute sich über den Sieg, sagte aber auch offen, dass die Bedingungen für die späteren Startnummern nicht fair gewesen seien. Typisch Kriechmayr: ehrlich, direkt, ohne Schönreden.
Zweiter Sieg am „Birds of Prey“-Hang
Für ihn war es bereits der zweite Super-G-Sieg in Beaver Creek. Schon 2017 hatte er dort seinen allerersten Weltcup-Erfolg geholt. Acht Jahre später steht er wieder ganz oben – erfahrener, abgeklärter und mit ein paar grauen Haaren mehr, wie er selbst lachend meinte.
Ein Blick zurück: Von Linz zur Weltspitze
Wie wird man eigentlich so ein Speed-Ass wie Vincent Kriechmayr? Natürlich steckt dahinter jede Menge Arbeit – und ein langer Weg durch FIS-Rennen, Europacup und schließlich den Weltcup.
Ein paar Eckpunkte seiner Karriere:
- Geboren 1991 in Linz, aufgewachsen mit dem klassischen österreichischen Winter: Ski unter den Füßen, bevor man richtig laufen kann.
- Weltcup-Debüt mit 19 Jahren, zunächst eher im Schatten der Stars.
- Erste Podestplätze in Super-G und Abfahrt, vor allem in den Jahren 2015–2017.
- 2017 dann der Durchbruch: erster Weltcupsieg im Super-G in Beaver Creek.
- 2021 der ganz große Coup: doppelter Weltmeister in Cortina d’Ampezzo, Gold in Super-G und Abfahrt.
Damit hat er sich endgültig einen Platz in der langen Liste österreichischer Ski-Legenden gesichert. Namen wie Hermann Maier oder Franz Klammer werden natürlich immer wieder in einem Atemzug mit ihm genannt – vor allem, wenn es um den Super-G geht.
Weltmeister, Seriensieger, Dauerbrenner
Im Laufe seiner Karriere hat Kriechmayr bisher:
- 19 Weltcup-Siege eingefahren (Stand Dezember 2025)
- zahlreiche weitere Podestplätze gesammelt
- insgesamt fünf WM-Medaillen geholt, darunter zwei WM-Titel
- den Super-G-Weltcup 2021 gewonnen
Besonders beeindruckend: Er ist mittlerweile Mitte 30 – und fährt trotzdem regelmäßig um Siege mit. In einem Sport, in dem Hundertstel entscheiden und in dem die Jüngeren jedes Jahr aggressiver attackieren, ist das alles andere als selbstverständlich.
Duell mit Marco Odermatt – Speed-Thriller im Weltcup
Wer in den letzten Jahren Ski-Weltcup geschaut hat, kennt ein Duell auswendig: Vincent Kriechmayr vs. Marco Odermatt. Der Schweizer dominiert den Gesamtweltcup und holt eine Kugel nach der anderen, doch im Super-G und in der Abfahrt ist Kriechmayr einer seiner größten Gegner.
Beispiele gefällig?
- Im Februar 2024 gewann Kriechmayr den Super-G in Kvitfjell und hielt so den Kampf um die kleine Kugel noch offen.
- Beim Saisonauftakt 2025/26 im Super-G von Copper Mountain lag er lange in Führung, bis Odermatt ihn um winzige 0,08 Sekunden abfing.
- In Beaver Creek 2025 drehte Kriechmayr den Spieß um und gewann, während Odermatt mit schwierigen Bedingungen kämpfte.
Für uns Zuschauer ist dieses Duell ein Geschenk. Zwei Ausnahmekönner, beide auf dem absoluten Limit, und meist trennen sie am Ende nur ein paar Hundertstel. Genau das macht den Speed-Weltcup so spannend.
Was macht Kriechmayr so stark?
Wer ihn im TV beobachtet, erkennt schnell ein paar typische Merkmale seiner Fahrweise:
- Ruhige Position – kein übertriebener Kampf, sondern kontrollierte Aggressivität.
- Mut zur Linie – er nimmt oft sehr direkte, enge Wege, wo andere etwas mehr Sicherheitsabstand lassen.
- Gefühl fürs Gelände – Wellen, Sprünge, Übergänge: Er liest die Piste wie ein Buch.
Stellen Sie sich einen Rallye-Fahrer vor, der eine extrem kurvige Bergstraße mit 150 km/h runterbrettert und trotzdem genau weiß, wo das Auto noch hält. Ähnlich ist es bei Kriechmayr: Er spielt permanent mit der Grenze – und trifft sie erstaunlich oft perfekt.
Österreich und sein Speed-Held
Österreich ist ein Ski-Land, das spürt man jeden Winter wieder. In Wirtshäusern, beim Bäcker, in der Kantine – überall wird über Zeiten, Linien und Zwischenbesten diskutiert. Und mitten in diesen Gesprächen fällt seit Jahren immer wieder ein Name: Vincent Kriechmayr.
Wenn er in Kitzbühel über die Streif donnert oder in Saalbach um WM-Medaillen fährt, sitzt halb Österreich vor dem Fernseher. Viele Fans erinnern sich noch an die legendären Siege in Val Gardena, Bormio oder Kitzbühel – Rennen, bei denen er gezeigt hat, dass er auch auf den schwierigsten Hängen der Welt gewinnen kann.
Wie lange fährt er noch ganz vorne mit?
Die große Frage: Wie lange kann ein Speed-Fahrer wie Kriechmayr an der Weltspitze bleiben? Er selbst hat nach seinem Sieg in Beaver Creek scherzhaft gesagt, es werde mit den Jahren immer schwerer, „den Limit zu finden“ und von oben bis unten voll zu pushen.
Aber genau das macht seine aktuellen Erfolge so besonders. Jeder Sieg kann der letzte sein – und gerade deshalb schmeckt er doppelt süß. Für ihn, aber auch für die Fans.
Solange er noch mit den Allerbesten mithält, wird er vermutlich weiterfahren. Und ehrlich: Wer würde nicht gerne noch ein paar Mal einen Kriechmayr-Sieg auf ORF sehen?
Warum wir Kriechmayr brauchen
In Zeiten, in denen Österreich manchmal um Kugeln und Medaillen kämpfen muss, ist ein konstanter Sieger wie Vincent Kriechmayr Gold wert. Er ist kein schriller Selbstdarsteller, sondern ein ruhiger Arbeiter, der dann am lautesten spricht, wenn es zählt: auf der Strecke.
Für die Jungen im Team ist er Vorbild, für die Fans Identifikationsfigur. Und für den internationalen Ski-Zirkus ist er einer jener Fahrer, die jedes Rennen automatisch spannender machen.
Mehr Infos zu Vincent Kriechmayr
Wenn Sie tiefer in seine Karriere eintauchen wollen, finden Sie weitere Daten und Statistiken zum Beispiel auf der Seite des Internationalen Skiverbandes FIS unter www.fis-ski.com oder in den Ergebnislisten des Ski-Weltcups.
Fazit: Ein Routinier, der noch lange nicht fertig ist
Vincent Kriechmayr ist mehr als nur ein weiterer Name auf der Startliste. Er ist ein Weltmeister, Seriensieger und Routinier, der auch 2025 noch neue Kapitel in seiner Karriere schreibt. Sein Sieg im turbulenten Super-G von Beaver Creek zeigt: Der Oberösterreicher hat den Biss, den Mut und das Können, um weiterhin für Österreich große Rennen zu gewinnen.
Also: Wenn beim nächsten Super-G oder in der nächsten Abfahrt ein Österreicher mit der Startnummer im TV auftaucht und der Kommentator „Vincent Kriechmayr“ sagt – einfach kurz durchatmen, zuschauen und genießen. Es könnte wieder einer dieser Läufe werden, über die man am Stammtisch noch lange spricht.





































