Ibo Aslan – Der „Last Ottoman“ schreibt UFC-Geschichte
Ganz Österreich spricht über Ibo Aslan. Der in der Türkei geborene, in Österreich aufgewachsene Kämpfer sorgt in der UFC für Schlagzeilen – mal mit brutalen Knockouts, mal mit wilden Schlachten wie zuletzt bei UFC 323 in Las Vegas. Wer ist dieser Mann, der sich „The Last Ottoman“ nennt und vom Dorfkind zum Star im Käfig wurde?
Vom Dorf in Niğde nach Österreich
Ibo Aslan heißt mit bürgerlichem Namen Halil Ibrahim Demiraslan. Geboren wurde er am 23. April 1996 in einem kleinen Dorf bei Altunhisar in der Provinz Niğde in der Türkei. Als er sieben Jahre alt war, zog seine Familie wegen der Arbeit des Vaters nach Österreich.
Was für viele Kinder ein Kulturschock wäre, wurde für Ibo der Start in ein neues Leben. In der Schule, so erzählen Bekannte, war er eher der ruhige Typ. Fußball hat er probiert – wie fast jeder Bub hier. Doch es hat ihn nicht gepackt.
Stattdessen zog es ihn mit rund 13 Jahren in den Kampfsport. Erst Kickboxen, dann Ringen, später Brazilian Jiu-Jitsu. Er wollte etwas, wo er sich nur auf sich selbst verlassen muss. Keine Ausreden, keine Mitspieler. Nur du, dein Gegner und der Gong.
Von der Werkstatt in den Käfig
Bevor ihn ganz Österreich aus dem Fernsehen kennt, stand Ibo Aslan wie viele andere auch ganz normal im Berufsleben. Laut seinem UFC-Profil arbeitete er als Automechaniker, bevor er Vollzeit-Kämpfer wurde. Öl an den Händen, lange Tage – und abends hartes Training im Gym.
Sein Heim-Team ist das bekannte Gym 23, das viele MMA-Fans in Österreich ein Begriff sein dürfte. Dort formte sich aus dem ruhigen Burschen ein gefährlicher Light Heavyweight mit 1,90 m Größe und enormer Schlagkraft.
Warum „The Last Ottoman“?
Sein Kampfname „The Last Ottoman“ ist eine Anspielung auf seine türkische Herkunft. In Interviews betont er immer wieder, wie stolz er ist, als Türke aus Österreich in der UFC zu kämpfen. Er will die erste UFC-Champion aus der Türkei werden – und gleichzeitig Österreich auf der großen Bühne vertreten.
Der Weg in die UFC: Showdown bei Dana White’s Contender Series
Der große Durchbruch kam im August 2023 bei der Dana White’s Contender Series. Dort kämpfen Talente aus aller Welt um einen Platz in der UFC. Ein einziger Abend, ein einziger Kampf – und deine Karriere nimmt Fahrt auf. Oder sie ist vorbei.
Ibo Aslan bekam seine Chance gegen Paulo Renato Jr. Und er nutzte sie. Er gewann durch TKO in der ersten Runde und sicherte sich so den heiß begehrten UFC-Vertrag.
- Event: Dana White’s Contender Series, 15. August 2023
- Ergebnis: Sieg durch TKO in Runde 1
- Belohnung: UFC-Vertrag
Ab da war klar: Dieser Mann ist kein Geheimtipp mehr. Er ist jetzt im Haifischbecken der besten Kämpfer der Welt.
UFC-Debüt und die ersten Highlights
Sein offizielles UFC-Debüt gab Aslan am 30. März 2024 gegen Anton Turkalj, ausgerechnet gegen den Mann, der ihm früher in der Karriere die erste Niederlage zugefügt hatte. Diesmal drehte er den Spieß um: TKO in der dritten Runde – und „Fight of the Night“-Auszeichnung.
Im Oktober 2024 legte er nach: Bei UFC 308 zerstörte er Rafael Cerqueira in nur 51 Sekunden der ersten Runde. Die Bilder gehen um die Welt: Aslan, explosiv, gnadenlos, „Turkish Power“, wie viele Schlagzeilen danach lauteten.
- UFC on ESPN, März 2024: TKO-Sieg über Anton Turkalj
- UFC 308, Oktober 2024: Knockout in 51 Sekunden gegen Rafael Cerqueira
- Bilanz zu diesem Zeitpunkt: 14 Siege, 1 Niederlage
Die Statistik spricht Klartext: 14 Siege durch Knockout, viele davon in der ersten Runde. Wenn Ibo Aslan im Käfig steht, ist Action garantiert.
Rückschläge: Wenn das Märchen ins Wanken gerät
Doch MMA ist kein Märchenbuch. Nach dem steilen Aufstieg kamen 2025 auch die ersten schweren Rückschläge.
Die Niederlage gegen Ion Cutelaba
Am 22. Februar 2025 traf Aslan in Seattle auf den erfahrenen Moldawier Ion Cutelaba. Der bekannte Haudegen brachte den Österreicher türkischer Herkunft in der ersten Runde mit einem Arm-Triangle-Choke zur Aufgabe.
Viele Fans waren geschockt. Ein Knockouter, der am Boden zur Aufgabe gezwungen wird – das zeigt: In der UFC gibt es keine leichten Gegner.
Punktniederlage gegen Billy Elekana
Im Juli 2025 folgte die nächste Prüfung: UFC on ABC 9 in Abu Dhabi, Gegner: Billy Elekana. Nach drei harten Runden verlor Aslan knapp nach Punkten.
Zwei Niederlagen in Serie – da beginnt man als Fan zu zweifeln. Hat er zu schnell zu viel gewollt? Braucht er mehr Erfahrung am Boden? Oder war es einfach Pech gegen starke Gegner?
UFC 323: Wilder Krimi gegen Iwo Baraniewski
Am 6. Dezember 2025 stand bei UFC 323 in Las Vegas der nächste Kracher an: Ibo Aslan gegen den ungeschlagenen Iwo Baraniewski. Schon die Wettquoten versprachen ein Feuerwerk, viele Experten rechneten mit einem kurzen, heftigen Kampf.
Und genau so kam es. Die beiden lieferten sich einen unglaublichen Schlagabtausch, den manche Medien schon als „beste 90 Sekunden Kampf in der MMA-Geschichte“ feiern.
- Event: UFC 323, Las Vegas
- Gegner: Iwo Baraniewski
- Dauer: 1:29 Minuten
- Ergebnis: KO-Niederlage für Aslan nach wildem Schlagabtausch
Für Ibo ein bitterer Abend – für die Fans ein Spektakel. Solche Kämpfe werden jahrzehntelang in Highlight-Videos laufen. Und auch wenn sein Name in den Statistiken als Verlierer steht: Seinen Kämpferherz-Bonus bei den Fans hat er damit eher noch erhöht.
Warum Ibo Aslan in Österreich so viele begeistert
Warum reden in Österreich so viele über Ibo Aslan? Es ist nicht nur die Show im Käfig. Es ist die Geschichte dahinter:
- Kind einer Gastarbeiter-Familie
- Aufgewachsen in Österreich
- Erst Automechaniker, dann Profikämpfer
- Stolz auf seine Wurzeln, dankbar für seine neue Heimat
Viele junge Leute mit Migrationshintergrund sehen in ihm ein Vorbild. Er zeigt: Auch wenn du nicht mit goldenen Löffeln aufgewachsen bist, kannst du es ganz nach oben schaffen – wenn du bereit bist, jeden Tag härter zu arbeiten als der Rest.
Gerade in Städten wie Wien, Linz oder Graz, wo Kampfsport-Gyms boomen, hört man seinen Namen ständig. In den Pausen wird über seinen letzten Fight diskutiert, im Training werden seine Knockouts auf dem Handy gezeigt.
Was macht Ibo Aslan sportlich so gefährlich?
Wer Ibo Aslan nur als „reinen Schläger“ abstempelt, macht es sich zu einfach. Ja, er lebt von seiner brutalen Schlagkraft. Aber dahinter steckt mehr.
1. Knockout-Power
Mit 14 Siegen durch KO/TKO ist klar: Wenn Aslan trifft, kann das Licht ausgehen. Besonders gefürchtet sind seine Linke und sein rechter High Kick, die er selbst als Lieblingswaffen nennt.
2. Aggressiver Stil
Er wartet nicht lange ab, tastet nicht ewig herum. Er geht nach vorne, setzt Druck, zwingt den Gegner zum Reagieren. Das macht ihn spektakulär – aber natürlich auch verletzlich, wie man gegen Baraniewski gesehen hat.
3. Herz und Wille
Der vielleicht wichtigste Punkt: Er gibt nicht auf. Auch nach Niederlagen kommt er zurück. Er stellt sich wieder ins Gym, arbeitet an seinen Schwächen, lässt die Kritiker reden und die Fäuste sprechen.
Wo kann man Ibo Aslan verfolgen?
Wenn du seine Kämpfe sehen willst, hast du mehrere Möglichkeiten:
- Offizielle UFC-Seite mit Profil, Statistiken und Fight-History: UFC.com – Ibo Aslan
- Große Sportportale wie ESPN mit Statistiken und Kampfplan
- Highlight-Videos und Analysen zu UFC-Events auf diversen Sportseiten und Video-Plattformen
Viele österreichische Gyms und lokale Medien berichten inzwischen regelmäßig über seine Auftritte. Gerade rund um große UFC-Events ist sein Name fast überall zu lesen.
Was kommt als Nächstes für „The Last Ottoman“?
Nach der wilden Schlacht und der KO-Niederlage bei UFC 323 wird Aslan Bilanz ziehen müssen. Der Blick auf seine jüngsten Kämpfe zeigt:
- Er kann jeden Gegner in der Gewichtsklasse ausknocken.
- Doch gegen Top-Gegner entscheiden oft Details am Boden, Defensive und Geduld.
Viele Experten erwarten, dass sein Team nun verstärkt am Grappling und an der Taktik arbeitet. Wenn er es schafft, seine wilde Offensive mit mehr Kontrolle zu verbinden, könnte er in der Light-Heavyweight-Division wieder gefährlich nach vorne stoßen.
Und mal ehrlich: Wer würde nicht gern einen Kämpfer aus einem österreichischen Gym, mit türkischen Wurzeln, ganz vorne um den Titel mitmischen sehen?
Was wir von Ibo Aslan lernen können
Egal, ob du MMA-Fan bist oder nicht – die Geschichte von Ibo Aslan hat eine klare Botschaft:
- Herkunft ist kein Hindernis: Dorf in der Türkei, Jugend in Österreich – und jetzt UFC.
- Arbeit schlägt Talent: Vom Automechaniker zum Profisportler.
- Rückschläge gehören dazu: Niederlagen sind Teil des Weges, nicht das Ende.
Vielleicht sitzt du gerade in einem kleinen Fitnessstudio irgendwo in Österreich, schaust dir seine Kämpfe am Handy an und fragst dich: „Könnte ich das auch?“
Die ehrliche Antwort lautet: Es wird hart, wahrscheinlich härter, als du dir vorstellen kannst. Aber Ibo Aslan zeigt, dass unmöglich ein Wort ist, das im Käfig keinen Platz hat.
Fazit: Österreichs wilder Export in die UFC
Ibo Aslan ist mehr als nur ein Name auf einer Fightcard. Er ist ein Symbol für harte Arbeit, Mut und die Mischung aus österreichischem Alltag und türkischer Leidenschaft. Seine Kämpfe sind nichts für schwache Nerven – doch genau das lieben die Fans.
Ob als „The Last Ottoman“ bald wieder mit einem spektakulären Knockout zurückschlägt oder sich nach den Rückschlägen neu erfindet – eines ist sicher: In Österreich, in der Türkei und in der ganzen UFC-Welt werden viele Augen weiter auf ihn gerichtet sein.
Also: Beim nächsten UFC-Event, wenn der Name Ibo Aslan eingeblendet wird – lehn dich nicht zu gemütlich zurück. Der Kampf könnte schneller vorbei sein, als du „Guten Abend“ sagen kannst.





































