Jenson Button hört auf – was vom Formel‑1‑Helden bleibt
Der britische Ex-Formel‑1-Star Jenson Button sagt dem Profi-Motorsport Lebewohl. Für viele Fans in Österreich ist das ein Moment zum Innehalten: Ein stiller Superstar macht endgültig Schluss – und genau das passt irgendwie zu ihm.
Wer ist Jenson Button überhaupt?
Falls du erst in den letzten Jahren so richtig in die Formel 1 eingestiegen bist, hier ein schneller Überblick:
- Geboren am 19. Jänner 1980 in Frome, England
- Formel‑1-Debüt im Jahr 2000 bei Williams
- 306 Starts in der Königsklasse – Platz 6 in der ewigen Bestenliste
- Weltmeister 2009 mit dem Sensationsteam Brawn GP
- 15 Grand-Prix-Siege, 50 Podestplätze, 8 Pole Positions
Button war nie der lauteste Fahrer im Feld. Kein Sprücheklopfer, kein Skandalpilot. Eher der sympathische Bursche von nebenan, der zufällig einer der besten Rennfahrer seiner Generation war.
Der leise Abschied: Button beendet seine Profi-Karriere
Nach seinem Ausstieg aus der Formel 1 blieb Jenson Button weiter im Rennsport aktiv. Er fuhr in der WEC (World Endurance Championship), startete bei den 24 Stunden von Le Mans, probierte sich sogar in der NASCAR und holte 2018 den Titel in der japanischen Super GT-Serie.
Nun ist Schluss: Button hat angekündigt, dass die 8 Stunden von Bahrain sein letztes Profi-Rennen sein werden. Danach will er nicht mehr auf höchstem Niveau um Meisterschaften kämpfen, sondern mehr Zeit mit seiner Familie verbringen und nur noch gelegentlich bei Events oder mit historischen Rennwagen an den Start gehen.
So ganz überrascht das nicht. In Interviews betont er immer wieder, wie wichtig ihm seine Frau Brittny Ward und die gemeinsamen Kinder sind. Irgendwann wird selbst für einen Vollblut-Racer das Leben abseits der Strecke wichtiger.
Die Märchensaison 2009: Vom Sorgenkind zum Weltmeister
Um zu verstehen, warum Jenson Button für viele Fans eine besondere Figur ist, muss man auf das Jahr 2009 zurückspringen. Diese Saison ist purer Stoff für ein Sport-Märchen.
Als Honda hinschmeißen wollte – und Brawn plötzlich alles gewann
Ende 2008 zog sich Honda überraschend aus der Formel 1 zurück. Button stand praktisch ohne Team da. Karriere-Aus mit 28? Es sah kurz so aus.
Doch dann übernahm Teamchef Ross Brawn das Team für einen symbolischen Preis, nannte es Brawn GP – und baute einen Boliden, der alle überraschte. Der Brawn-Bolide hatte eine clevere Aerodynamik und einen umstrittenen Doppeldiffusor. Plötzlich war das Team vom Rand der Pleite ganz vorne.
Button gewann sechs der ersten sieben Rennen. Auf einmal war aus dem ewigen Talent ein WM-Favorit. Die Konkurrenz rüstete nach, der Vorsprung schmolz, aber am Ende reichte es: In São Paulo machte Button den Sack zu und holte den Titel.
Für viele Fans – auch bei uns in Österreich – war das die Saison, in der sie sich dachten: „Wow, im Motorsport ist wirklich alles möglich.“ Ein Team aus dem Nichts, ein Fahrer, den viele schon abgeschrieben hatten, und am Ende der ganz große Triumph.
Warum Jenson Button so viele Fans hat
Es gibt Weltmeister, die polarisieren. Und es gibt Jenson Button.
Er war nie der schnellste Fahrer über eine Runde, nie der lauteste im Fahrerlager. Aber er hatte etwas, das im modernen Motorsport selten geworden ist: Gelassenheit.
Der Regenflüsterer
Button war berühmt für seine Leistungen bei wechselhaften Bedingungen. Wenn der Regen kam und alle anderen rutschten, blieb er ruhig. Er spürte, wie viel Grip noch da war, schonte die Reifen und traf oft genau den richtigen Moment für den Boxenstopp.
Ein Beispiel, das vielen in Erinnerung geblieben ist: der Grand Prix von Kanada 2011. Ein Chaosrennen mit Regen, Unterbrechungen, Strafen – und am Ende schoss Button in der letzten Runde am führenden Sebastian Vettel vorbei und gewann. Ein typischer Button-Sieg: Nerven wie Drahtseile, perfektes Timing.
Der Gentleman im Fahrerlager
Außerdem galt er als echter Gentleman. Teamkollegen und Mechaniker beschrieben ihn als respektvoll, fair und leicht im Umgang. Keine öffentliche Schlammschlacht, keine Drama-Interviews.
In einer Zeit, in der Social Media und harte Sprüche oft mehr Aufmerksamkeit bekommen als Leistungen auf der Strecke, wirkte Button fast schon altmodisch – im besten Sinn.
Was macht Jenson Button heute?
Auch wenn er seine Profi-Karriere beendet, völlig aus dem Rampenlicht verschwindet Jenson Button nicht.
- Er arbeitet als TV-Experte für den britischen Sender Sky Sports F1 und analysiert Grands Prix.
- Er ist regelmäßig bei großen Events zu sehen, von Le Mans bis zu historischen Rennveranstaltungen.
- Er fährt gerne klassische Rennwagen – weniger Hightech, mehr Gefühl, wie er selbst sagt.
Für Fans in Österreich heißt das: Du wirst ihn weiterhin im TV sehen und hören, nur eben nicht mehr als Vollzeit-Profi im Cockpit.
Warum seine Geschichte auch heute noch wichtig ist
In der aktuellen Formel‑1-Ära dominieren Namen wie Verstappen, Hamilton, Leclerc oder Norris die Schlagzeilen. Da kann man sich fragen: Warum sollte mich Jenson Button heute noch interessieren?
Ganz einfach: Seine Karriere zeigt, wie viel im Sport – und auch im Leben – von Durchhaltevermögen abhängt.
Vom Wunderkind zum Sorgenfall – und wieder zurück
Button kam als Riesentalent in die Formel 1. Doch nach den ersten Jahren bei Williams, Benetton und Renault schien er irgendwie in der Mittelmäßigkeit zu versinken. Starke Rennen, ja – aber auch viele Enttäuschungen.
Viele Experten sagten damals: „Er wird es nie zum Weltmeister schaffen.“ Genau dieses Etikett trägt man in der Formel 1 oft für immer mit sich herum. Und dann kam eben 2009, die Saison, die alles änderte.
Die Botschaft dahinter ist simpel, fast kitschig – aber wahr: Aufgeben ist die einzige Garantie, dass man nie ankommt.
Jenson Button und Österreich – mehr Verbindung als man denkt
Österreich ist natürlich Red-Bull-Land. Viele heimische Fans verbinden die Königsklasse vor allem mit Red Bull Racing, Sebastian Vettel, Max Verstappen und dem Red Bull Ring in Spielberg.
Aber auch Jenson Button hat hier Spuren hinterlassen. Er startete mehrmals beim Großen Preis von Österreich, sei es auf dem A1-Ring früher oder dem heutigen Red Bull Ring. Und: Gerade seine ruhige, analytische Art als TV-Experte kommt im deutschsprachigen Raum gut an, weil sie sachlich und unaufgeregt ist.
Wenn du Rennen auf englischsprachigen Streams oder über internationale Sender verfolgst, bist du ihm wahrscheinlich schon begegnet – als Stimme, die die Formel‑1-Welt erklärt, ohne großes Drama, aber mit viel Erfahrung.
Ein persönlicher Blick: Was man sich von Button abschauen kann
Stell dir vor, du fährst jahrelang im Mittelfeld, wechselst Teams, liest immer wieder Schlagzeilen wie „Talent vergeudet“ oder „Er wird den Titel nie holen“. Viele würden innerlich aufgeben. Button nicht.
Er blieb dran, arbeitete mit Ingenieuren, veränderte seinen Fahrstil, akzeptierte Rückschläge. 2009 war er bereit – und als sich endlich die Gelegenheit bot, hat er sie genutzt.
Das erinnert ein bisschen an den Alltag von uns allen. Man rackert sich ab, hofft auf die eine Chance, das eine Projekt, den einen Job. Oft kommt es erst dann, wenn man es fast nicht mehr erwartet – aber nur, wenn man bis dahin durchgehalten hat.
Wo du mehr über Jenson Button lesen kannst
Wenn du tiefer einsteigen willst, findest du viele Infos direkt auf der offiziellen Formel‑1‑Seite oder in Biografien über ihn. Ein guter Startpunkt ist das offizielle a href=“https://www.formula1.com“ Portal, wo seine Karriere im Detail beschrieben wird.
Fazit: Ein stiller Champion, der lange nachwirkt
Mit seinem Abschied aus dem Profi-Motorsport geht eine besondere Ära zu Ende. Jenson Button war nie der lauteste Star, aber einer der beständigsten und sympathischsten.
- Weltmeister mit einem Team, das fast gar nicht angetreten wäre
- Meister der schwierigen Bedingungen
- Gentleman im Cockpit und am Mikrofon
Für uns Fans in Österreich – und weltweit – bleibt er ein Fahrer, an den man sich gerne erinnert. Kein Drama, kein Dauerkrieg, sondern Rennsport mit Stil.
Und mal ehrlich: Wenn du das nächste Mal bei Regenrennen am Red Bull Ring oder vor dem TV sitzt und ein Fahrer still und leise durchs Feld pflügt – wirst du dann nicht auch kurz an Jenson Button denken?




































