Riesenwellen auf Teneriffa: Wenn Urlaub plötzlich lebensgefährlich wird
Die Bilder gehen gerade durch alle Medien: Riesenwellen auf Teneriffa, Menschen werden von der Küste ins Meer gerissen, mehrere Tote und viele Verletzte. Besonders Orte wie Puerto de la Cruz, Los Gigantes und andere Spots an der Nord- und Westküste sind betroffen. Auch für Urlauber aus Österreich ist das ein Thema – schließlich sind die Kanaren ein Lieblingsziel im Winter.
Was ist auf Teneriffa passiert?
In den letzten Wochen kam es gleich zu mehreren dramatischen Unglücken:
- Im November trafen Riesenwellen Puerto de la Cruz und andere Orte im Norden der Insel. Eine Frau starb, 15 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen, weil sie an der Uferpromenade standen, als die Wellen plötzlich über die Mauer schossen.
- Nur wenige Wochen später wiederholte sich die Tragödie: An der Westküste bei Los Gigantes, in der Nähe des Naturpools „Isla Cangrejo“, wurden mehrere Menschen von einer Monsterwelle überrascht. Drei Menschen kamen ums Leben, eine Person wird vermisst, mehrere sind verletzt.
Die Behörden auf Teneriffa hatten vor den gefährlichen Bedingungen gewarnt. Trotzdem standen viele Menschen an Küstenmauern, Naturpools oder auf Felsen – oft nur, um ein spektakuläres Urlaubsfoto zu machen.
Warum gibt es so oft Riesenwellen auf Teneriffa?
Vielleicht fragst du dich: Wieso passiert das dort so häufig? Die Antwort ist eigentlich simpel – und gleichzeitig tückisch.
- Die Kanaren liegen mitten im offenen Atlantik.
- Im Herbst und Winter ziehen starke Stürme weit draußen über den Ozean.
- Diese Stürme schicken riesige, energiereiche Wellen in Richtung Inseln.
- Das Meer rund um Teneriffa ist sehr tief, die Wellen brechen erst kurz vor der Küste.
Das bedeutet: Die Wellen rollen oft scheinbar harmlos an – und brechen dann plötzlich mit voller Wucht direkt an Klippen, Hafenmauern oder Naturpools. Genau deshalb kommt es bei Riesenwellen Teneriffa immer wieder zu gefährlichen Situationen.
Der tückische Effekt: Zuerst ruhig, dann plötzlich extrem
Wer an der Küste steht, sieht oft minutenlang „normale“ Wellen. Man plaudert, macht Fotos, lehnt sich an die Mauer. Und dann – ohne Vorwarnung – rollt eine einzelne deutlich höhere Welle an, die alles verändert.
Surfer kennen das Phänomen. Sie warten auf genau diese größere Welle im Set. Für Spaziergänger ist sie jedoch absolut lebensgefährlich. Ein Schritt zu weit vorne – und man wird mitgerissen.
Besonders gefährliche Orte auf Teneriffa
Auf Teneriffa gibt es einige Spots, die bei Riesenwellen immer wieder in den Schlagzeilen landen. Dazu gehören unter anderem:
- Puerto de la Cruz (Nordküste) – Beliebt bei Urlaubern, mit Promenade und Meerwasserbecken. Bei starkem Wellengang können Wellen über Mauern und Becken schlagen.
- Los Gigantes / Isla Cangrejo (Westküste) – Naturpools direkt an der Felsküste. Bei hoher Brandung werden Besucher hier schnell vom Wasser überrascht.
- Playa del Roque de Las Bodegas (Norden) – Ein Strand, an dem Wellen plötzlich weit ins Landesinnere schießen können.
Gerade diese Orte wirken bei ruhigem Meer traumhaft idyllisch. Aber sobald Warnungen vor hohem Wellengang oder Riesenwellen ausgegeben werden, sollte man sie unbedingt meiden.
Wie erkenne ich gefährliche Wellen – auch als Tourist aus Österreich?
Du musst kein Profi-Meteorologe sein, um dich zu schützen. Es reichen ein paar einfache Regeln. Stell dir das Meer wie eine stark befahrene Autobahn vor. Nur weil grad mal zwei Minuten kein Auto kommt, heißt das nicht, dass die Straße sicher ist.
1. Auf Warnungen achten
Auf Teneriffa veröffentlicht der spanische Wetterdienst AEMET regelmäßig Warnungen vor hohem Wellengang („Oleaje„). Diese Warnungen werden oft:
- in lokalen Medien erwähnt,
- auf Social Media der Inselbehörden geteilt,
- an Stränden, Promenaden oder in Hotels ausgehängt.
Schon vor der Reise kannst du online nach aktuellen Warnungen suchen – zum Beispiel über die offizielle Webseite von AEMET oder die Informationsseiten der Kanaren-Regierung.
2. Schilder und Absperrungen ernst nehmen
Immer wieder berichten Medien, dass Menschen Absperrungen ignorieren. Man klettert über Zäune oder stellt sich direkt an die Kante, um ein perfektes Video für Instagram zu drehen.
Ganz ehrlich: Genau das ist der Moment, in dem aus Urlaub Lebensgefahr wird.
- Wenn die Polizei oder Rettungskräfte einen Bereich sperren, hat das einen Grund.
- Wenn das Meerwasser schon sichtbar über Mauern schwappt: Abstand halten.
- Bist du dir unsicher? Frag im Hotel oder bei Einheimischen nach.
3. Abstand zur Kante halten
Auch ohne Warnschilder gilt: Geh nicht bis an die äußerste Kante von Klippen, Hafenmauern oder Naturpools, wenn der Atlantik unruhig ist. Schon eine Wassermenge, die nur bis zur Hüfte reicht, kann dich umwerfen und ins Meer ziehen.
Besonders vorsichtig sein solltest du mit:
- Kindern
- älteren Menschen
- Menschen, die nicht gut schwimmen können
Perspektive aus Österreich: „Nur schnell ein Foto“ – und dann wird es ernst
Viele Österreicher kennen das Meer vor allem vom Sommerurlaub an eher ruhigen Stränden. Auf Teneriffa im Winter ist es aber eine andere Liga. Ich erinnere mich an eine eigene Reise nach Teneriffa:
Ich stand damals in Puerto de la Cruz auf der Promenade. Das Meer sah beeindruckend aus, aber nicht „gefährlich“. Neben mir ein Pärchen aus der Steiermark, wir kamen ins Reden. Er meinte lachend: „Schau, die Gischt, das wär ein super Foto.“ Er stellte sich näher an die Mauer – genau in dem Moment kam eine deutlich höhere Welle. Sie blieb hinter der Mauer, aber das Wasser schoss so weit nach oben, dass wir alle komplett nass waren.
Wir haben gelacht. Aber ehrlich: Wäre die Mauer etwas niedriger oder die Welle höher gewesen, hätte die Situation ganz anders ausgehen können. Und genau das zeigen die aktuellen Tragödien rund um Riesenwellen Teneriffa.
Riesenwellen Teneriffa: Wann ist Hauptsaison für die Monsterwellen?
Grundsätzlich kann es das ganze Jahr über hohen Wellengang geben. Doch besonders oft kommt es zu spektakulären und gefährlichen Wellen in den Monaten:
- Herbst (Oktober, November)
- Winter (Dezember bis Februar)
In dieser Zeit treffen im Atlantik starke Sturmsysteme aufeinander, die heftige Dünung erzeugen. Selbst wenn auf Teneriffa die Sonne scheint, kann das Meer gefährlich hoch gehen. Darum ist es wichtig, nicht nur auf das Wetter direkt vor Ort zu schauen, sondern auch auf offizielle Warnungen.
Ist Teneriffa noch ein sicheres Reiseziel?
Viele stellen sich jetzt die Frage: „Soll ich überhaupt noch nach Teneriffa fliegen?“
Die ehrliche Antwort: Ja, aber mit Respekt vor dem Meer. Die Insel ist nicht plötzlich gefährlicher geworden – aber die Tragödien zeigen, was passieren kann, wenn Warnungen ignoriert werden.
Wenn du ein paar einfache Regeln beherzigst, kannst du deinen Urlaub weiterhin genießen:
- Informiere dich vorab über Riesenwellen Teneriffa aktuell.
- Nimm Unwetterwarnungen ernst – vor allem an der Nord- und Westküste.
- Vermeide bei starkem Wellengang Promenaden direkt am Wasser, Felskanten, Hafenmauern und Naturpools.
- Hör auf Hinweise von Einheimischen, Hoteliers und Behörden.
Tipps für einen sicheren Küstenspaziergang
Damit du die beeindruckenden Wellen Teneriffas trotzdem genießen kannst, hier ein paar praktische Tipps:
- Sicherer Abstand: Schau dir die Wellen lieber von einem höheren Punkt aus an, etwa von einer Terrasse oder einem Aussichtspunkt.
- Nie Rücken zum Meer drehen: Wenn du fotografierst oder filmst, behalte das Meer im Blick. Viele werden überrascht, weil sie wegschauen.
- Rutschfeste Schuhe: Nasse Felsen und Promenaden können spiegelglatt sein.
- Kein Heldentum: Wenn andere näher ans Wasser gehen, musst du das nicht auch tun. Das Meer diskutiert nicht.
Fazit: Riesenwellen auf Teneriffa – Faszinierend, aber brandgefährlich
Riesenwellen Teneriffa sind eines der spektakulärsten Naturschauspiele, die man als Urlauber erleben kann. Aber genau diese Faszination verführt dazu, ein paar Schritte zu weit zu gehen – im wahrsten Sinn des Wortes.
Wenn du aus Österreich für ein paar Tage Sonne, Meer und milde Temperaturen auf die Kanaren fliegst, dann denk daran:
- Das Meer ist kein Freizeitpark.
- Warnschilder sind keine Dekoration.
- Ein Foto ist nie dein Leben wert.
Mit ein wenig Respekt und Aufmerksamkeit kannst du Teneriffa sicher genießen – und die Kraft der Riesenwellen aus sicherer Entfernung bestaunen.





































