Todeswellen auf Teneriffa: Drei Urlauber sterben im Naturpool
Urlaubstraum wird zum Albtraum
Am beliebten Urlaubsziel Teneriffa hat sich am Sonntag, dem 7. Dezember 2025, eine schwere Tragödie ereignet. An der Westküste bei Los Gigantes, im Naturpool „Isla Cangrejo“, riss eine Riesenwelle mehrere Menschen ins Meer. Drei von ihnen – zwei Männer, darunter ein 35-Jähriger, und eine 55-jährige Frau – starben. Eine weitere Person wird vermisst, mehrere wurden verletzt.
Die Behörden auf den Kanaren hatten schon vorher vor gefährlich hohem Wellengang gewarnt. Trotzdem standen Menschen im Bereich des Naturpools und an den Felsen, als die riesige Welle plötzlich über sie hinwegrollte.
Was genau ist passiert?
Laut Berichten spanischer Medien und des kanarischen Notdienstes 112 geschah das Unglück gegen 16 Uhr Ortszeit:
- Mehrere Badegäste befanden sich im oder direkt am Naturpool „Isla Cangrejo“ bei Los Gigantes.
- Eine außergewöhnlich hohe Welle traf überraschend die Beckenmauer.
- Die Wassermassen rissen Menschen über die Kante hinweg ins offene Meer.
- Einige konnten sich aus eigener Kraft an Land retten.
- Drei Personen wurden tot geborgen, eine Person gilt weiterhin als vermisst.
- Drei weitere Menschen wurden verletzt, eine Frau erlitt sogar einen Herzstillstand, konnte aber reanimiert und per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden.
Besonders tragisch: Erst am 8. November waren auf Teneriffa bereits drei Menschen durch Riesenwellen ums Leben gekommen, 15 wurden verletzt. Die aktuelle Katastrophe ist also eine Wiederholung einer Warnung, die niemand vergessen sollte.
Warum gibt es auf Teneriffa so gefährliche Riesenwellen?
Teneriffa wirkt auf den ersten Blick wie ein sicheres Urlaubsparadies: Sonne, Lavafelsen, Naturpools, türkisfarbenes Meer. Doch gerade im Herbst und Winter birgt der Atlantik enorme Gefahren.
Die wichtigsten Gründe:
- Stürme weit draußen im Atlantik bauen Wellen auf, die über hunderte Kilometer heranrollen.
- Die Küsten der Kanaren sind oft steil und felsig, dadurch bricht sich die Welle nicht sanft – sie schlägt mit voller Wucht gegen Mauern und Felsen.
- In Naturpools und an Klippen kann eine einzelne Riesenwelle Menschen einfach über die Mauer heben und ins Meer ziehen.
- Strömungen und sogenannte Rückströmungen (Rip Currents) ziehen Betroffene blitzschnell vom Ufer weg – oft schneller, als selbst gute Schwimmer gegenan kommen.
Wenn man oben an der Promenade steht und das Meer beobachtet, sieht man meist nur hohe Brandung. Die eigentliche Gefahr: Eine besonders große Welle erkennt man vorher nicht – sie sieht aus wie die anderen, bis sie plötzlich deutlich höher ist.
Warum ignorieren Menschen Warnungen?
Viele fragen sich jetzt: „Wie kann man da noch ins Wasser gehen, wenn doch gewarnt wurde?“
Die bittere Wahrheit: Das passiert nicht nur auf Teneriffa, sondern an Stränden auf der ganzen Welt. Experten erklären immer wieder die gleichen Muster:
- Gefahr ist unsichtbar: Es scheint windstill und sonnig, die Leute machen Fotos, Kinder spielen. Wer denkt da an Lebensgefahr?
- Routinen und Leichtsinn: „Gestern bin ich da auch gestanden, es ist ja nix passiert.“ – dieser Gedanke ist trügerisch.
- Urlaubsstimmung: Im Urlaub fühlen sich viele unverwundbar. Man will schöne Erinnerungsfotos an den Klippen, Selfies vor den Riesenwellen.
- Unterschätzte Strömungen: Viele wissen gar nicht, wie schnell eine Strömung jemanden vom Ufer wegziehen kann.
Vielleicht kennst du es selbst: Man steht an der Küste, sieht die Gischt hochspritzen und denkt: „Wow, das schaut spektakulär aus, da geh ich noch ein Stück näher hin.“ Genau dieser Schritt kann der eine zu viel sein.
Die Tragödie wiederholt sich – trotz Warnungen
Besonders erschütternd: Behörden und Medien hatten bereits vor dem Wochenende klar vor starkem Wellengang gewarnt. In einigen Bereichen wurden Absperrungen errichtet, die aber offenbar immer wieder überklettert oder ignoriert wurden.
Die Bilanz auf den Kanaren im Jahr 2025 ist erschreckend: Dutzende Menschen sind bereits ertrunken, viele davon Touristen, die das Meer unterschätzt haben.
Was heißt das für Urlauber aus Österreich?
Gerade für Reisende aus Österreich, Deutschland oder der Schweiz sind die Kanaren ein beliebtes Winterziel. Viele fliegen im Dezember oder Jänner hin, um der Kälte zu entkommen.
Umso wichtiger ist es zu wissen: Im Winter ist das Meer an den Kanaren oft am gefährlichsten.
Wenn du einen Trip nach Teneriffa oder auf eine andere Kanareninsel planst, solltest du dir ein paar Dinge fix merken.
1. Warnungen immer ernst nehmen
Schau vor dem Strandbesuch auf die Hinweise:
- Gibt es rote Flaggen am Strand?
- Sind Bereiche abgesperrt oder mit Bändern markiert?
- Postet der Notdienst 112 Canarias oder die Gemeinde Warnungen auf ihren Kanälen?
Wenn ja, dann gilt: Nicht diskutieren, nicht relativieren – einfach wegbleiben.
2. Naturpools sind keine Schwimmbäder
Die berühmten Naturpools auf Teneriffa wirken sicher: Mauern, Leitern, manchmal sogar Duschen. Viele denken: „Das ist ja wie ein Schwimmbad am Meer.“
In Wahrheit sind sie genau das Gegenteil:
- Sie liegen direkt am offenen Atlantik.
- Eine einzige Riesenwelle kann über die Kante schlagen.
- Manchmal gibt es Öffnungen zum Meer, durch die das Wasser hinein- und hinausströmt.
Stell dir einen überfüllten Swimmingpool vor, in den plötzlich ein LKW voller Wasser hineingekippt wird – genau so fühlt sich eine Riesenwelle im Naturpool an.
3. Abstand von Klippen und Mauern halten
Auch wer „nur schauen“ will, ist gefährdet. An den Küsten Teneriffas gibt es immer wieder Situationen, in denen Menschen beim Fotografieren von Wellen vom Wasser mitgerissen werden.
Als Faustregel kannst du dir merken:
- Nasse Steine = gefährliche Zone. Wo der Boden schon nass ist, war die Welle bereits – dort kann sie jederzeit wieder hinkommen.
- Nie ganz vorne an die Kante stellen, schon gar nicht mit dem Rücken zum Meer.
- Kinder immer an der Hand halten, nicht auf Mauern oder Geländer klettern lassen.
4. Was tun, wenn man doch von einer Welle erfasst wird?
Kein Ratgeber der Welt kann eine Riesenwelle harmlos machen. Aber ein paar Regeln können im schlimmsten Fall helfen:
- Versuche, Ruhe zu bewahren – Panik macht alles schlimmer.
- Nicht gegen die Strömung anschwimmen, sondern seitlich aus der Strömung heraus, wenn möglich.
- Wenn du nicht mehr kannst: Auf den Rücken drehen, treiben lassen, Energie sparen und auf Hilfe warten.
- Siehst du jemanden in Not, rufe sofort den Notruf (auf den Kanaren: 112) und wirf, wenn vorhanden, Hilfsmittel ins Wasser – aber spring nicht unüberlegt hinterher.
Persönliche Sicht: Faszination und Gefahr liegen dicht beieinander
Wer schon einmal im Winter auf Teneriffa war, kennt dieses Gefühl: Du stehst an der Promenade, die Gischt sprüht, die Wellen donnern gegen die Felsen – ein beeindruckendes Naturschauspiel. Man spürt die Kraft des Atlantiks im ganzen Körper.
Bei meinem eigenen Besuch vor ein paar Jahren stand ich in Puerto de la Cruz an der Meerespromenade. Neben mir machten Menschen Selfies direkt an der Mauer. Ab und zu kam eine Welle höher, alle jubelten. Ein Einheimischer neben mir murmelte nur: „Heute ist es gefährlich.“ Damals ist nichts passiert – aber erst jetzt, mit den aktuellen Nachrichten, wird klar, wie knapp so ein Tag an der Grenze zur Katastrophe sein kann.
Vielleicht ist das die wichtigste Lehre dieser Tragödie: Nur weil gestern nichts passiert ist, heißt das nicht, dass es heute sicher ist.
Fazit: Der Atlantik verzeiht keine Fehler
Die Schlagzeile „Riesenwellen auf Teneriffa – drei Tote“ ist mehr als nur ein weiterer Unglücksfall in den Nachrichten. Sie ist eine deutliche Warnung an alle, die die Kanaren lieben – und sie ist ein Appell an unseren gesunden Menschenverstand.
Merke dir für deinen nächsten Urlaub auf Teneriffa:
- Respektiere das Meer – immer.
- Nimm Warnschilder und Absperrungen ernst.
- Gehe nicht für ein spektakuläres Foto ein lebensgefährliches Risiko ein.
- Erkläre auch Kindern und Mitreisenden, warum ihr bestimmte Bereiche meidet.
Dann bleibt der Urlaub auf Teneriffa das, was er sein soll: Ein schöner Traum – und kein Albtraum in den Riesenwellen des Atlantiks.





































