Wolfgang Fierek wird 75 – der ewige Bayer gibt Gas
Er ist der Mann mit Traktor-Hit, Harley-Sound und ewiger Sonnenbrille: Wolfgang Fierek. Am 9. Dezember 2025 feiert der Kult-Bayer seinen 75. Geburtstag – und statt Ruhestand gibt’s Vollgas auf zwei Rädern und vor der Kamera.
Wer ist Wolfgang Fierek überhaupt?
In Deutschland und Österreich kennt man ihn seit Jahrzehnten: Wolfgang Fierek ist Schauspieler, Schlagersänger, Buchautor – und bekennender Harley-Fan. Geboren wurde er am 9. Dezember 1950 im oberbayerischen Ottobrunn bei München. Heute lebt er im Landkreis München, trotzdem ist er in Österreich fast so bekannt wie ein echter Volksmusik-Star.
Viele erinnern sich an ihn aus TV-Hits wie:
- „Monaco Franze“ – Kultserie von Helmut Dietl
- „Zwei Münchner in Hamburg“
- „Ein Bayer auf Rügen“ – seine erste große Hauptrolle
- Auftritte in „Die Rosenheim-Cops“, „Der Bulle von Tölz“ und „Hammer & Sichl“
Dazu kommt seine Schlager-Karriere: Mit dem Ohrwurm „Resi, i hol di mit mei’m Traktor ab“ wurde er auch in Österreich zum Party-Dauergast auf Zeltfesten und Frühschoppen.
Vom Feinmechaniker zum TV-Star
Eigentlich sah bei Wolfgang Fierek alles nach einem ganz normalen Leben aus. Er machte eine Lehre als Feinmechaniker, war vier Jahre bei der Bundeswehr und jobbte als Lkw-Fahrer, Kellner und DJ in München. Nichts deutete auf eine große TV-Karriere hin.
Dann kam die Wende: In den 1970er-Jahren traf er den Münchner Regisseur Klaus Lemke. Ohne Schauspielschule, aber mit Typ, Charme und bayrischer Schnauze bekam er seine erste Filmrolle im Streifen „Idole“ – der Startschuss für seine Karriere auf Leinwand und Bildschirm. Für den Film „Amore“ gab es später sogar den Adolf-Grimme-Preis.
Der ewige Bayer: Serien, Hits und Lederhose
Warum lieben ihn so viele Menschen in Österreich? Ganz einfach: Weil er das verkörpert, was man sich unter einem „echten Bayern“ vorstellt – und zwar mit einem Augenzwinkern.
In vielen Serien und Shows spielt oder beschreibt Fierek genau diesen Typen:
- Der lockere, manchmal vorlaute Bayer mit Herz
- Einer, der im Wirtshaus genauso daheim ist wie auf dem roten Teppich
- Ein Mann, der sich in Lederhose wohler fühlt als im Designeranzug
Das zieht auch in Österreich: Gerade im Osten des Landes laufen seine Serien immer wieder in Wiederholungen, und sein Traktor-Hit darf auf keiner guten Après-Ski-Playlist fehlen.
„Lob der Lederhose“ – Fierek als Buchautor
Dass er seine bayerischen Wurzeln liebt, zeigt er auch als Autor. In seinem Buch „Lob der Lederhose“ erklärt Fierek mit viel Humor, wie der „Homo Bavaricus“ tickt – also der typische Bayer mit weiß-blauer Seele. Der Verlag Ullstein beschreibt das Ganze als eine Art Gebrauchsanweisung für alle, die Bayern verstehen (oder ertragen) wollen.
Wer in Wien, Graz oder Linz gerne auf die Wiesn nach München oder zum Villacher Kirchtag fährt, findet sich dort schnell wieder: Tracht, Maßkrug, Spezlwirtschaft – das alles kennt man auch diesseits der Grenze.
Harley, USA und ein beinahe tödlicher Crash in Österreich
Ein großes Thema im Leben von Wolfgang Fierek ist das Motorrad. Vor allem: die Harley-Davidson. Schon mit seinem ersten richtig verdienten Geld ist er quer durch die USA gefahren. Dieses Gefühl von Freiheit, Wind im Gesicht, endlose Highways – das zieht sich durch sein ganzes Leben.
Schwerer Unfall im Lungau
Gerade in Österreich hat sich vielen ein Ereignis tief eingebrannt: der Motorradunfall im Lungau. Im April 2003 verunglückte Fierek in der Nähe von Tamsweg im Bundesland Salzburg schwer, als er mit seiner Maschine mit einem Auto zusammenstieß. Er erlitt Knochenbrüche und musste operiert werden – Lebensgefahr bestand aber zum Glück nicht.
Viele Österreicher erinnern sich noch an die Bilder in den Nachrichten: der TV-Star im Krankenhaus, die zerstörte Harley – und die bange Frage: Kommt er jemals wieder richtig auf die Beine?
Heute wissen wir: Ja, er ist zurückgekommen. Und wie.
Mit 75 wieder quer durch Amerika
Kurz vor seinem 75. Geburtstag machte Fierek wieder das, was ihn am glücklichsten macht: Er fuhr auf seiner schweren Harley quer durch die USA, gemeinsam mit seinen „Freeriders“, einem eingeschworenen Biker-Freundeskreis aus München. Ziel: die legendäre Biker-Stadt Sturgis, wo sich jedes Jahr Hunderttausende Motorradfans treffen.
Viele hätten nach so einem Unfall wohl das Motorrad für immer in die Garage gestellt. Fierek nicht. Genau das macht ihn für viele Fans so spannend: Er lässt sich von Rückschlägen nicht definieren, sondern steigt wieder auf – im wahrsten Sinn des Wortes.
Keine Schauspieler-Freunde – warum Fierek lieber unter „normalen Leuten“ ist
Spannend ist auch, was Wolfgang Fierek über die eigene Branche sagt. In einem Interview erklärte er einmal, dass er kaum echte Freunde unter Schauspielern hat. Zu viel Neid, zu viel Eifersucht, zu viel Gelästere am Set.
Ein Beispiel blieb ihm besonders im Gedächtnis: Während der Dreharbeiten zu „Ein Bayer auf Rügen“ hörte er, wie Kollegen auf der Toilette darüber lästerten, warum „dieser singende Kellner“ die Hauptrolle bekommen habe. Das hat ihn damals tief getroffen.
Heute geht er damit entspannter um, sagt er. Seine wahren Freunde findet er bei seinen Bikern, in der Nachbarschaft oder unter Musikern – nicht in der Glitzerwelt. Irgendwie macht ihn genau das greifbar und nahbar. Wer möchte nicht lieber mit jemandem ein Bier trinken, der lieber übers Leben redet, als über Einschaltquoten?
Wolfgang Fierek und Österreich – eine besondere Beziehung
Österreich taucht in Fiereks Geschichte immer wieder auf – und nicht nur wegen des Unfalls im Lungau.
Harley-Shop im Wiener Gasometer
Schon Anfang der 2000er-Jahre packte ihn die Idee, seine Harley-Leidenschaft geschäftlich mit Österreich zu verbinden: In Wien plante er im Gasometer einen eigenen Harley-Davidson-Shop – inklusive „Fierek-Café“ und Werkstatt.
Allein dieser Plan zeigt, wie sehr ihn die Bundeshauptstadt angezogen hat. Wien, Harley, Kaffeehaus – eine Mischung, die fast zu schön ist, um wahr zu sein.
Tourneen, Konzerte und bayrische Weihnacht
Mit seiner Musik und seinen Lesungen ist Wolfgang Fierek immer wieder auch im deutschsprachigen Raum unterwegs – von Bayern bis nach Vorarlberg. In Deutschland trat er mit einer „Bayerischen Weihnacht“ auf: Weihnachtsgeschichten, Musik, Zither, Harfe und Alphörner.
Solche Programme passen perfekt nach Österreich: Tracht, Dialekt, Wirtshaus-Gschichtln – das versteht man von Bregenz bis Eisenstadt. Kein Wunder also, dass sein Name auch hierzulande regelmäßig in Event-Ankündigungen auftaucht.
Warum Wolfgang Fierek so viele Fans in AT hat
Was macht diesen Mann für das österreichische Publikum so spannend? Schauen wir uns ein paar Punkte genauer an.
- Er ist echt. Kein aalglatter Star, sondern einer, der von Lehre, Bundeswehr und Nebenjobs kommt.
- Er steht zu seiner Herkunft. Bayer bleibt Bayer – mit Dialekt, Lederhose und Wirtshaus-Philosophie.
- Er ist vielseitig. Serien-Star, Schlagersänger, Buchautor, Harley-Biker – da ist für jeden etwas dabei.
- Er kennt Österreich. Drehs, Auftritte, Unfall, Geschäftspläne in Wien: Er ist uns nicht fremd.
- Er gibt nicht auf. Nach schwerem Unfall wieder auf der Harley quer durch Amerika – das imponiert.
Viele Österreicherinnen und Österreicher mögen genau diese Mischung: ein Promi zum Angreifen, mit Ecken, Kanten und Geschichten, die man sich am Stammtisch weitererzählt.
Ein persönlicher Blick: Was wir von Wolfgang Fierek lernen können
Stellen Sie sich vor, jemand sagt über Sie: „Der oder die hat nie aufgegeben, egal was war.“ Genau dieses Gefühl hat man bei Wolfgang Fierek.
Er war nie der klassische Schönling aus der Schauspielschule, nie der aalglatte Popstar. Stattdessen ein Typ, der gearbeitet, gestrauchelt, wieder aufgestanden ist. Der nach einem schweren Unfall nicht die Harley verkauft hat, sondern Jahre später wieder quer durch die Staaten gefahren ist. Und der offen darüber spricht, dass er in seiner Branche nicht nur Sonnenseiten erlebt.
Was kann man sich davon mitnehmen – auch in Österreich, weit weg von roten Teppichen?
- Sei du selbst. Dialekt, Herkunft, Macken – das alles gehört zu dir.
- Such dir deine Leute gut aus. Wahre Freunde findet man nicht immer im Job, manchmal im Wirtshaus oder im Motorradclub.
- Steh nach einem Sturz wieder auf. Ob Motorradunfall oder Jobpleite – wichtig ist, dass du weiterfährst.
- Alter ist nur eine Zahl. Mit 75 auf Harley-Tour durch Amerika? Geht offenbar.
Wie es mit Wolfgang Fierek weitergeht
Mit 75 denken viele an Pension, Gartenbank und Nachmittagskaffee. Bei Wolfgang Fierek sieht das anders aus. Er ist weiter als Schauspieler und Musiker aktiv, tritt bei Veranstaltungen auf, präsentiert Lesungen und genießt seine Touren mit der Harley.
Und mal ehrlich: Wer ihn einmal in einer Serie gesehen oder auf einer Bühne erlebt hat, kann sich schwer vorstellen, dass er jemals komplett ruhig wird. Dazu passt ein Satz, den man sich gut merken kann: Einmal Bayer auf Achse, immer Bayer auf Achse.
Fazit: Der ewige Bayer, der auch in Österreich daheim ist
Ob als TV-Star in „Monaco Franze“, als singender Traktor-Romantiker oder als Harley-Biker auf US-Highways – Wolfgang Fierek ist längst eine Kultfigur im ganzen deutschsprachigen Raum. Für Österreich ist er mehr als „nur“ ein deutscher Schauspieler: Er ist ein Nachbar, der oft zu Besuch ist, hier schwere Stunden erlebt hat und trotzdem immer wieder zurückkommt.
Vielleicht schalten Sie beim nächsten Mal, wenn irgendwo spätabends eine alte Folge „Ein Bayer auf Rügen“ läuft, nicht weg. Sondern lehnen sich zurück, hören dem Bayer mit der markanten Stimme zu und denken sich:
„75 Jahre – und noch immer mehr PS als mancher Jungstar.“
Und wer weiß – vielleicht fährt ja genau in diesem Moment irgendwo zwischen München und Salzburg ein Mann mit Harley durchs Salzachtal, der wieder einmal beweist, dass Alter wirklich nur eine Zahl ist.





































