Dirk Stermann erobert Österreich neu: Gags, Bücher, Bühnenfieber
Dirk Stermann – Wahl-Wiener, Kabarettist, Autor und TV-Gesicht – ist wieder überall. Stermann & Grissemann stehen mit ihren Programmen wie „Gags, Gags, Gags“ und „Das Ei ist hart“ auf den Bühnen des Landes, im Fernsehen läuft „Willkommen Österreich“, und im Bücherregal landet sein Roman „Die Republik der Irren“. Zeit also, sich anzuschauen, was der Mann eigentlich mit Österreich angestellt hat – und vielleicht auch umgekehrt.
Wer ist Dirk Stermann überhaupt?
Falls Sie nur „den mit den grauen Haaren neben dem Grissemann“ kennen: Dirk Stermann ist ein deutscher Kabarettist und Schriftsteller, der seit Ende der 1980er in Wien lebt. Aus dem „Zuagroasten“ ist längst ein Fixstern der österreichischen Kabarett- und Medienlandschaft geworden.
Bekannt wurde er im Duo mit Christoph Grissemann. Die beiden starteten im Radio, wechselten ins Fernsehen und landeten schließlich bei der ORF-Late-Night-Show „Willkommen Österreich“. Parallel dazu touren sie seit Jahren mit diversen Bühnenprogrammen quer durch Österreich, von Wien bis Vorarlberg.
Willkommen im Wahnsinn: Stermann & Grissemann auf Tour
Wer Dirk Stermann in Österreich live erleben will, kommt um ihre aktuellen Programme nicht herum. Im Herbst und Winter 2025 heißt es wieder:
- „Gags, Gags, Gags“ – die TV-Kultshow „Willkommen Österreich“ als Live-Version, unter anderem im Rabenhof Theater Wien und im Posthof Linz.
- „Das Ei ist hart“ – ein Kabarettabend, der quer durch Österreich gastiert, etwa in Klagenfurt und Wien.
Termine und Tickets finden sich zum Beispiel auf:
- Kabarett.at – Übersicht über „Gags, Gags, Gags“ und andere Auftritte.
- Ticket.at – Tickets für Shows im Rabenhof Theater Wien.
- WienTourismus – Veranstaltungstipps zu Stermann & Grissemann in Wien.
Ob im Rabenhof Theater, im Posthof Linz oder im Theater im Park: Die Shows sind meist gut gefüllt. Also typisch Österreich – man lästert zwar gerne über das Fernsehen, steht dann aber brav in der Schlange, wenn die TV-Gesichter live auf der Bühne stehen.
Was macht ihren Humor aus?
Stermann & Grissemann haben eine klare Linie: trocken, böse, oft politisch, aber nie plump. Manchmal wirkt es fast so, als würde jemand einen Loriot-Sketch in die Gegenwart schieben – nur mit österreichischem Einschlag.
Typische Zutaten ihres Humors:
- Absurde Pointen – Situationen, die völlig entgleisen und trotzdem seltsam logisch bleiben.
- Österreich vs. Deutschland – Stermann als Deutscher in Wien ist eine nie versiegende Gag-Quelle.
- Spöttischer Blick auf Politik und Medien – von Regierungschaos bis Boulevard-Schlagzeile.
Und ja, manchmal sitzt man im Saal und fragt sich: „Darf man darüber lachen?“ – genau dann wird es bei Stermann & Grissemann meistens erst richtig gut.
Dirk Stermann als Romanautor: Von Wien nach Fiume
Abseits der Bühne hat sich Dirk Stermann als Romanautor etabliert. Sein aktueller Roman „Die Republik der Irren“ widmet sich einer fast vergessenen historischen Episode: der absurden „Republik Fiume“ (heute Rijeka) kurz nach dem Ersten Weltkrieg – ein Mix aus Politik, Theater, Größenwahn und Wahnsinn.
Anstatt die Geschichte mit viel Pathos aufzublasen, erzählt Stermann sie auffallend nüchtern. Gerade das macht den Humor aus: Die Fakten sind so verrückt, dass man gar nicht übertreiben muss. Wer seinen trockenen Stil aus „Willkommen Österreich“ kennt, erkennt ihn in den Büchern sofort wieder.
Warum lesen, wenn man auch Netflix haben kann?
Gute Frage. Aber Stermanns Romane funktionieren wie eine späte Nacht in einer Wiener Bar:
- Man fängt harmlos an,
- irgendwann wird es historisch,
- dann politisch,
- und am Ende fragt man sich, wie man hier gelandet ist – lacht aber trotzdem.
Wer Kabarett mag, wird seine Bücher oft als heimliche Verlängerung der Bühne erleben – nur leiser, dafür mit mehr Zeit für die Zwischentöne.
Warum steht ausgerechnet Wien im Zentrum?
Dirk Stermann sagt gerne, dass in Wien an jeder Ecke Geschichten lauern. Und Hand aufs Herz: Wer schon einmal durch den 1. Bezirk spaziert ist, versteht das. Freud, Herzl, Hofburg, Kaffeehaus – Geschichte liegt in dieser Stadt wie Staub auf dem alten Samtvorhang.
Für einen Geschichtenerzähler wie Stermann ist Wien also ein ideales Biotop. Hier kann man gemütlich im Kaffeehaus sitzen, die Leute beobachten und im Kopf schon den nächsten Roman oder die nächste Pointe schreiben.
Österreich vs. Deutschland – Stermanns Lieblingskonflikt
Eines seiner liebsten Themen sind die kulturellen Unterschiede zwischen Österreichern und Deutschen. Im Interview meint Stermann sinngemäß: Die Deutschen sind direkter, die Österreicher reden lieber in Andeutungen. Oder, anders gesagt:
- In Deutschland heißt es: „Das ist schlecht.“
- In Österreich heißt es: „Na ja, interessant …“ – und alle wissen, was gemeint ist.
Genau dieses Spannungsfeld nutzt Stermann seit Jahrzehnten. Er steht dazwischen – deutsch geboren, österreichisch sozialisiert – und übersetzt Missverständnisse in Kabarett. Wenn er auf der Bühne über die österreichische Seele sinniert, klingt das oft ehrlicher als jede Politrede.
Ein persönlicher Blick: Warum Stermann in Österreich so gut funktioniert
Vielleicht kennen Sie das auch: Man sitzt abends vor dem Fernseher, schaltet „Willkommen Österreich“ ein und denkt sich nach drei Minuten: „Das könnte auch im Wirtshaus passieren.“ Genau das ist der Trick.
Stellen Sie sich Stermann & Grissemann einfach als zwei Typen vor, die am Stammtisch sitzen. Nur dass dieser Stammtisch halt mitten im Studio steht, mit Kameras, Band und Promi-Gästen. Wenn Stermann dabei trocken eine Pointe fallen lässt, erinnert das ein bisschen an den Onkel, der auf jeder Familienfeier leise die besten Sprüche bringt – und immer erst eine Sekunde später lacht als alle anderen.
Ich war einmal bei einem Auftritt im Rabenhof Theater. Vor mir ein Pärchen im Anzug, hinter mir eine Gruppe Studis mit Club-Mate. Nach fünf Minuten haben alle gelacht – über dieselben Gags. Das ist die eigentliche Kunst von Dirk Stermann: Er ist intellektuell genug fürs Feuilleton, aber direkt genug fürs Wirtshaus.
Wie und wo Sie Dirk Stermann in Österreich erleben können
1. Live im Kabarett
Der beste Einstieg sind die Live-Auftritte. Suchen Sie nach:
- „Stermann & Grissemann Gags, Gags, Gags“
- „Stermann & Grissemann Das Ei ist hart“
Auf Seiten wie Kabarett.at, Ticket.at oder direkt beim Rabenhof Theater finden Sie laufend neue Termine in ganz Österreich.
2. Im Fernsehen
Die ORF-Late-Night-Show „Willkommen Österreich“ ist längst Kult. Wenn Sie den Humor mal testen wollen, ohne sich gleich ins Theater zu setzen, ist das die bequemste Variante – Sofa, Chips, Stermann.
3. Als Buchautor
Wer Stermann ruhiger, aber nicht weniger bissig erleben will, greift zu seinen Büchern. Im österreichischen Buchhandel oder online finden Sie Titel wie:
- „Die Republik der Irren“ – historischer Roman mit satirischem Blick.
- Weitere Romane und Bücher, oft mit einem Auge auf Geschichte, Politik und Absurditäten des Alltags.
Warum Dirk Stermann für Österreich wichtig ist
Große Worte für einen Kabarettisten? Vielleicht. Aber schauen wir genauer hin: Dirk Stermann hält Österreich seit Jahren den Spiegel vor – und zwar von außen und von innen zugleich. Er kennt die deutsche Direktheit und die österreichische Um-drei-Ecken-Kommunikation. Aus dieser Mischung entsteht ein Humor, der oft näher an der Wahrheit ist, als man auf den ersten Blick merkt.
In einer Zeit, in der sich Politik, Medien und Social Media im Minutentakt aufregen, wirkt Stermanns trockene Gelassenheit fast beruhigend. Er macht sich lustig – ja. Aber er nimmt das Publikum dabei ernst.
Fazit: Lohnt sich ein Abend mit Dirk Stermann?
Falls Sie sich gerade fragen, ob Sie für Dirk Stermann in Österreich wirklich Geld für Tickets ausgeben sollen, hier die boulevardtaugliche Antwort:
- Wenn Sie intelligenten, aber leicht verdaulichen Humor mögen – ja.
- Wenn Sie wissen wollen, wie ein Deutscher Österreich liebevoll seziert – ja.
- Wenn Sie einfach wieder einmal laut lachen wollen – erst recht ja.
Ob auf der Bühne, im Fernsehen oder im Buch: Dirk Stermann bleibt einer der spannendsten Geschichtenerzähler im Land. Und vielleicht denkt man nach seinem Auftritt beim Heimgehen durch die Stadt: Stimmt schon – in Wien lauern wirklich überall Geschichten.




































