Mordfall Jennifer Scharinger – Acht Jahre Angst, jetzt die Wende
Ganz Österreich kennt inzwischen den Namen Jennifer Scharinger. Die junge Frau aus Hollabrunn, die 2018 in Wien-Brigittenau spurlos verschwand, war jahrelang als vermisst geführt. Nun gibt es eine dramatische Wendung im Fall – und viele Fragen, die noch offen sind.
Wer war Jennifer Scharinger?
Jennifer, von Familie und Freunden liebevoll Jenni genannt, war 21 Jahre alt, als sie verschwand. Sie war gebürtige Hollabrunnerin, lebte aber in Wien-Brigittenau in einer gemeinsamen Wohnung mit ihrem damaligen Freund.
- gebürtig aus Hollabrunn (Niederösterreich)
- wohnte 2018 in Wien-Brigittenau
- ca. 175 cm groß, schlank, braune mittellange Haare
- lebenslustig, fröhlich, mit großem Freundeskreis
Aus Berichten der Familie wird klar: Jenni war jemand, der mitten im Leben stand. Ihre Mutter erzählte einmal in einem bewegenden Gedenkgottesdienst, ihre Tochter sei so fröhlich gewesen und würde nicht wollen, dass alle nur traurig sind.
Der Tag, an dem Jenni verschwand
Seit dem 21. bzw. 22. Jänner 2018 fehlt von Jennifer Scharinger jede Spur. Zuvor soll es eine Trennung und einen Streit mit ihrem damaligen Lebensgefährten gegeben haben. In der Nacht davor war sie noch mit einer Freundin unterwegs, brachte sie nach Hause, verpasste die U-Bahn – danach verliert sich ihre Spur.
Die Polizei geht heute klar von einem Gewaltdelikt aus. Bereits in den ersten Monaten nach dem Verschwinden konzentrierten sich die Ermittlungen stark auf den damaligen Freund. Er bestritt aber jede Beteiligung und behauptete, Jenni sei ins Ausland gegangen. Ein Lebenszeichen von ihr gab es nie wieder.
Jahre der Ungewissheit – Familie gibt nicht auf
Stellen Sie sich vor, ein geliebter Mensch verschwindet – ohne Abschiedsbrief, ohne Nachricht, ohne Erklärung. Genau in dieser Hölle lebte die Familie von Jennifer Scharinger fast acht Jahre lang.
Die Ermittlungen wurden zwischendurch sogar vorübergehend eingestellt. Doch Jennis Mutter und Verwandte hörten nie auf zu suchen, zu hoffen, zu fragen. Immer wieder gab es Berichte in den Medien, Gedenkfeiern und Aufrufe an die Öffentlichkeit.
2022 berichtete etwa ORF Niederösterreich darüber, dass alle Suchaktionen und Grabungsarbeiten bis dahin erfolglos geblieben waren. Trotzdem gab es keinen echten Schlussstrich – weder für die Ermittler noch für die Familie.
50.000 Euro Belohnung – der Fall wird „Cold Case“
Im Herbst 2025 wurde der Fall Jennifer Scharinger in Österreich wieder groß aufgerollt. Die Wiener Polizei sprach offen von einem „Cold Case“ und bat die Bevölkerung erneut um Hinweise.
Die Familie setzte ein deutliches Zeichen: 50.000 Euro Belohnung für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls führen. Medien wie Heute.at und wien.ORF.at berichteten ausführlich darüber. Die Hoffnung: Irgendjemand weiß etwas, irgendjemand redet vielleicht doch noch.
- Belohnung: 50.000 Euro für entscheidende Hinweise
- zuständig: Landeskriminalamt Wien (Ermittlungsbereich Leib/Leben)
- Hinweistelefon der Polizei wurde breit kommuniziert
Viele Menschen in Österreich verfolgten den Vermisstenfall damals intensiv. In sozialen Medien teilten User die Fahndungsfotos, diskutierten über mögliche Spuren und fragten sich: Was ist mit Jennifer passiert?
Die plötzliche Wende: Geständnis des Ex-Freundes
Nun, fast acht Jahre nach dem Verschwinden, die überraschende Nachricht: Der Fall „vermisste Jennifer Scharinger“ dürfte zum Mordfall geworden sein – und offenbar geklärt sein.
Laut aktuellen Berichten von wien.ORF.at soll der damalige Freund von Jennifer ein Geständnis abgelegt haben. Demnach soll er sich bei einer Polizeiinspektion im Waldviertel gestellt haben. Bei der Befragung sei er nicht nur wegen eines aktuellen häuslichen Zwischenfalls unter Druck geraten, sondern auch mit neuen Ermittlungsansätzen im alten Vermisstenfall konfrontiert worden.
In weiterer Folge soll er die Ermittler zu menschlichen Überresten im Raum Allentsteig geführt haben. Ob es sich dabei tatsächlich um Jennifer Scharinger handelt, müssen nun rechtsmedizinische Untersuchungen klären. Offizielle Bestätigungen stehen teilweise noch aus, doch die Behörden sprechen bereits vom „Mordfall Scharinger“.
Vom Vermisstenfall zum Mordfall – was bedeutet das?
Rein rechtlich und kriminalistisch wird aus einem Vermisstenfall ein Tötungsdelikt, sobald es entweder eindeutige Spuren oder ein glaubhaftes Geständnis gibt – und vor allem dann, wenn ein Leichnam gefunden wird. Genau das dürfte jetzt im Fall Jennifer Scharinger passiert sein.
Für die Familie ist das ein kaum vorstellbarer Zwiespalt: Die winzige Hoffnung, Jenni könnte noch leben, zerbricht. Gleichzeitig bringt ein möglicher Leichenfund auch etwas, das viele Angehörige nach Jahren der Ungewissheit sich verzweifelt wünschen: Klarheit und eine Chance auf Abschied.
Emotional ist das schwer zu greifen. Man könnte sagen: Die Ungewissheit ist wie eine offene Wunde, die nie heilt. Eine tragische Wahrheit ist zwar schmerzhaft, aber sie ermöglicht zumindest, zu trauern und irgendwann vorsichtig nach vorne zu blicken.
Was wir bisher über den Verdächtigen wissen
Schon 2018 stand Jennis damaliger Lebensgefährte im Zentrum der Ermittlungen. Laut Medienberichten:
- war er ihr Mitbewohner und Partner in der Wohnung in Wien-Brigittenau
- soll es kurz vor dem Verschwinden zur Trennung und zu Streit gekommen sein
- hatte er damals angegeben, sie sei ins Ausland gegangen
- wurden frühere Ermittlungen gegen ihn wegen Verdachts der Freiheitsentziehung sogar eingestellt
Jetzt soll genau dieser Mann laut Medienberichten gestanden haben. Die Ermittler der Wiener Kriminalpolizei wurden mit ihm in das Waldviertel gebracht. Dort dürften die menschlichen Überreste gefunden worden sein, die nun untersucht werden.
Wichtig ist: Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt auch in so einem aufsehenerregenden Fall die Unschuldsvermutung. Erst ein Gericht entscheidet, ob die Beweise und das Geständnis tatsächlich für eine Verurteilung wegen Mordes ausreichen.
Warum berührt dieser Fall ganz Österreich?
Der Fall „vermisste Jennifer Scharinger“ ist längst mehr als nur eine Polizeimeldung. Er berührt viele Menschen im Land – und das aus mehreren Gründen:
- Jenni war jung, mitten im Leben, ganz „normal“ – wie so viele von uns.
- Sie verschwand aus einer ganz gewöhnlichen Wiener Wohnung, nicht in einem dunklen Park oder im Ausland.
- Die jahrelange Suche der Mutter und der Familie ging vielen unter die Haut.
- Gewalt in Beziehungen ist leider ein Thema, das in Österreich immer wieder Schlagzeilen macht.
Viele fragen sich: Hätte man etwas früher bemerken können? Hätte jemand helfen können? Solche Fragen stellen sich Angehörige oft – und sie lassen einen nicht so schnell los.
Häusliche Gewalt: ein Warnsignal für uns alle
Wenn sich die Hinweise im Mordfall Jennifer Scharinger bestätigen, wäre auch dieser Fall ein tragisches Beispiel für Gewalt in Beziehungen. Das Thema betrifft leider nicht nur Einzelfälle, sondern ist ein gesellschaftliches Problem.
Vielleicht kennen Sie jemanden, der in einer schwierigen Beziehung steckt. Vielleicht haben Sie selbst schon Situationen erlebt, in denen Sie dachten: „Das ist nicht mehr normal, das ist gefährlich.“
Wichtige Signale können sein:
- starke Kontrolle durch den Partner (Handy, Freunde, Kleidung)
- ständige Beleidigungen oder Herabwürdigungen
- Drohungen („Wenn du gehst, dann…“)
- körperliche Gewalt – auch wenn es „nur einmal“ passiert
Wenn Ihnen so etwas auffällt – bei sich selbst oder im Umfeld –, holen Sie Hilfe. In Österreich gibt es mehrere Anlaufstellen, zum Beispiel das Gewaltschutzzentrum oder den Frauenhelpline 0800 222 555. Auf den Seiten von ORF.at und der Polizei finden Sie aktuelle Kontakte und Informationen.
Was bleibt von „Jenni“?
Auch wenn die Ermittlungen im Mordfall Scharinger jetzt möglicherweise kurz vor dem Abschluss stehen: Für Familie und Freunde bleibt Jennifer mehr als nur ein Name in den Nachrichten.
Sie erinnern sich an:
- ihr Lachen
- ihren Alltag, ihre Träume, ihre Pläne
- gemeinsame Urlaube, Feste, Geburtstage
Ihre Mutter sagte einmal sinngemäß: „Jenni würde nicht wollen, dass wir nur traurig sind.“ Das klingt fast unmöglich nach allem, was passiert ist. Und doch steckt darin auch ein Wunsch: Dass aus all der Traurigkeit irgendwann auch Stärke wird. Stärke, offen über Gewalt zu sprechen. Stärke, hinzuschauen, wenn jemand Hilfe braucht. Stärke, nicht zu schweigen.
Was Sie aus diesem Fall mitnehmen können
Fälle wie jener der vermissten und nun mutmaßlich getöteten Jennifer Scharinger lassen niemanden kalt. Aber sie können uns auch etwas lehren:
- Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Wenn etwas in einer Beziehung „nicht passt“, reden Sie darüber oder holen Sie Hilfe.
- Schauen Sie nicht weg. Wenn im Freundes- oder Familienkreis etwas bedenklich wirkt, sprechen Sie es vorsichtig an.
- Nehmen Sie Vermisstenfälle ernst. Wer plötzlich verschwindet, hat fast immer einen Grund – und der ist selten harmlos.
Und noch etwas: Hinter jeder Schlagzeile steht ein Mensch. Im Fall Jennifer Scharinger eine junge Frau, die einfach nur leben wollte – studieren, arbeiten, lieben, lachen. Dass ihr Leben so brutal endete, ist eine Tragödie, die uns alle angeht.
Hinweis: Offizielle Informationen beachten
In laufenden Ermittlungen können sich Details rasch ändern. Für die aktuellsten Fakten zum Mordfall Jennifer Scharinger sollten Sie immer die offiziellen Informationen der österreichischen Polizei und seriöser Medien wie wien.ORF.at oder Heute.at beachten.
Eines ist aber jetzt schon klar: Der Name Jennifer Scharinger wird in Österreich noch lange nicht vergessen sein.





































