Koralmbahn startet durch: Was sich jetzt für uns ändert
Am 12. Dezember 2025 ist es so weit: Die Koralmbahn geht in Betrieb und verbindet Graz und Klagenfurt so schnell wie nie zuvor. Ein Projekt, über das seit Jahrzehnten geredet und gebaut wird, wird endlich Realität. Zeit, einen genaueren Blick darauf zu werfen – ganz ohne Fachchinesisch, sondern so, wie wir darüber am Stammtisch reden würden.
Was ist die Koralmbahn überhaupt?
Die Koralmbahn ist eine neue, rund 130 Kilometer lange Hochleistungsbahnstrecke zwischen Graz und Klagenfurt. Herzstück ist der etwa 33 Kilometer lange Koralmtunnel, einer der längsten Eisenbahntunnel der Welt. Die Züge können hier mit bis zu 250 km/h unterwegs sein.
Quelle & Details: ÖBB-Infrastruktur.
Gebaut wird an diesem Jahrhundertprojekt seit Ende der 1990er-Jahre. Jetzt, mit dem Fahrplanwechsel 2025/26, startet der Vollbetrieb – ein echter Meilenstein für den Süden Österreichs.
Graz – Klagenfurt in 41 bis 45 Minuten
Bisher war die Reise mit dem Zug zwischen Graz und Klagenfurt eher etwas für Geduldige. Je nach Verbindung brauchte man gut zwei bis drei Stunden. Mit der Koralmbahn ändert sich das radikal.
- Ab 14. Dezember 2025 fahren die schnellsten Railjet Xpress (RJX) in nur rund 41 Minuten zwischen Graz und Klagenfurt.
- Die Strecke ist fast durchgehend neu trassiert und erlaubt Tempo bis zu 250 km/h.
- Laut ÖBB fahren die Züge nahezu im Halbstundentakt.
Infos dazu gibt es bei den ÖBB: Neuer Fahrplan 2026 und die Seite zur Verbindung Klagenfurt–Graz über die Südstrecke: Koralmbahn-Infos der ÖBB.
Ganz ehrlich: 41 Minuten – das ist fast wie eine längere Straßenbahnfahrt quer durch die Stadt. Wer da noch behauptet, das Auto sei schneller, wird es schwer haben.
12. Dezember 2025: Eröffnungsfeier mit großem Bahnhof
Damit dieses Projekt auch den passenden Rahmen bekommt, wird die Eröffnung der Koralmbahn groß gefeiert.
- Freitag, 12. Dezember 2025: offizieller Festakt mit Premierenfahrt durch den Koralmtunnel.
- Live-Sendung auf ORF 2 unter dem Titel „Koralmbahn – Freie Fahrt für das Jahrhundertprojekt“ ab 9:30 Uhr.
- ORF Steiermark und ORF Kärnten berichten gemeinsam, im TV, Radio und online.
Mehr Infos dazu gibt es beim ORF: Freie Fahrt für die Koralmbahn und zur Live-Übertragung der Tunnel-Eröffnung auf tv.ORF.at. Das genaue Festprogramm in Graz und Klagenfurt mit Bühnen, Livemusik und Rahmenprogramm findet sich auf kaernten.ORF.at sowie direkt bei der ÖBB auf der Eröffnungsseite: suedstrecke.oebb.at.
In Graz und Klagenfurt wird der jeweilige Bahnhofsvorplatz zur Bühne. Es gibt Live-Acts, Moderation, Hintergrundgeschichten – und natürlich Sonderzüge, die zwischen den Städten hin und her pendeln.
Warum das für uns alle wichtig ist
Vielleicht denken sich manche: „Na gut, 40 Minuten schneller nach Klagenfurt – schön, aber betrifft mich das wirklich?“ Die kurze Antwort: Ja, sehr sogar.
1. Alltag & Pendeln
Stellen wir uns vor, jemand wohnt in der Weststeiermark, arbeitet aber in Klagenfurt – oder umgekehrt. Bisher war das fast ein Ding der Unmöglichkeit. Mit der Koralmbahn wird tägliches Pendeln plötzlich realistisch.
- Kürzere Fahrzeiten = mehr Freizeit statt Stau auf der Autobahn.
- Bessere Taktung = weniger Stress bei der Planung.
- Moderne Züge = ruhiger Arbeitsplatz im Zug, WLAN, Steckdosen.
Ich erinnere mich an eine Zugfahrt vor ein paar Jahren: Zwischen Graz und Klagenfurt war man ewig unterwegs, mit Umsteigen, teilweise Schienenersatzverkehr. Damals habe ich mir gedacht: „Wenn die Koralmbahn einmal fertig ist, wird das eine andere Welt sein.“ Genau an diesem Punkt sind wir jetzt.
2. Wirtschaft & Jobs
Die Koralmbahn ist nicht nur eine schnelle Verbindung, sie ist ein Wirtschaftsmotor. Laut ÖBB verbindet sie den Süden Österreichs mit wichtigen Wirtschaftsräumen und Häfen in Italien und darüber hinaus. Der Güterverkehr spart Zeit und Energie, Betriebe werden besser erreichbar.
- Unternehmen können leichter Standorte in Steiermark und Kärnten vernetzen.
- Logistik in Richtung Italien und Adriahäfen wird effizienter.
- Neue Firmenansiedlungen entlang der Strecke sind zu erwarten.
Gerade Regionen wie das Lavanttal oder die Weststeiermark könnten davon stark profitieren. Wo heute noch viele wegziehen müssen, könnten morgen neue Jobs entstehen.
3. Tourismus & Freizeit
Für Ausflüge und Urlaub bringt die Koralmbahn ebenfalls Vorteile:
- Graz–Klagenfurt für einen Tagesausflug? Kein Problem mehr.
- Schnellere Verbindungen nach Italien: Wien–Venedig wird um bis zu 30 Minuten schneller, Graz–Venedig sogar um bis zu vier Stunden kürzer, wie die ÖBB berichten.
- Neue Direktverbindungen Richtung Triest und andere Ziele im Süden.
Damit wird es viel attraktiver, spontan zu sagen: „He, fahren wir übers Wochenende an die Adria“ – und dabei bewusst den Zug statt das Auto zu wählen.
Ein Jahrhundertprojekt in Zahlen
Wer Boulevard liebt, liebt auch knackige Zahlen. Hier ein paar Fakten zur Koralmbahn, die beeindrucken:
- Streckenlänge: ca. 130 km zweigleisige Neubaustrecke.
- Koralmtunnel: rund 33 km Länge, einer der längsten Eisenbahntunnel der Welt.
- Maximale Geschwindigkeit: bis zu 250 km/h.
- Bauzeit: Detailplanungen seit Mitte der 1990er, erste Arbeiten ab 1999, Tunnelbau ab 2008.
- Fahrzeit Graz–Klagenfurt: künftig rund 41–45 Minuten statt bisher bis zu drei Stunden.
Wer die ganze technische Seite liebt, findet eine kompakte Übersicht auf der ÖBB-Infrastruktur-Seite zur Koralmbahn: ÖBB-Infrastruktur Koralmbahn.
Was heißt das für Wien, Villach & Co.?
Die Koralmbahn wirkt weit über Graz und Klagenfurt hinaus. Sie ist Teil der großen Südstrecke, die Wien mit Kärnten und weiter Richtung Italien verbindet.
- Wien–Klagenfurt wird um etwa 45 Minuten schneller (nur noch rund 3:10 Stunden).
- Neue AIRail-Angebote ab Klagenfurt bringen Direktzüge zum Flughafen Wien.
- Ab 2026 wird sogar die WESTbahn mit eigenen Zügen über die Südstrecke Wien–Graz–Klagenfurt–Villach unterwegs sein, wie der ORF berichtet (Westbahn auf der Südstrecke).
Mit anderen Worten: Mehr Auswahl, mehr Verbindungen, mehr Wettbewerb – und das kann am Ende auch für bessere Preise sorgen.
Wie schaut es mit den Tickets aus?
Ein wichtiger Punkt für viele ist die Frage: Was kostet mich die Fahrt?
Grundsätzlich gilt:
- Die Koralmbahn ist Teil des ÖBB-Netzes, d. h. Standardtickets, ÖBB-Vorteilscard, Österreich-Ticket (Klimaticket Ö) usw. sind relevant.
- Regionale Klimatickets (z. B. nur Steiermark oder nur Kärnten) gelten im reinen Fernverkehr über die Bundeslandgrenze nicht automatisch – hier muss man genauer hinschauen, wie die ÖBB auf ihrer Südstrecken-Seite hinweisen.
Wer regelmäßig pendeln will, sollte sich daher frühzeitig über Zeitkarten und Angebote informieren. Die aktuellen Details zu Preisen und Gültigkeit ändern sich öfter – am besten direkt bei den ÖBB nachlesen: www.oebb.at.
Eröffnung erleben: Tipps für den 12. Dezember
Wenn du die Eröffnung der Koralmbahn live miterleben willst, hast du mehrere Möglichkeiten:
- Vor Ort in Graz oder Klagenfurt: Auf und rund um den Hauptbahnhof wird gefeiert – mit Bühnenprogramm, Musik und Live-Berichten.
- Im Zug: Es gibt spezielle Sonderzüge, die stündlich zwischen Graz und Klagenfurt pendeln. Kostenlose Tickets können – solange der Vorrat reicht – über die ÖBB-Eröffnungsseite gebucht werden: Koralmbahn-Eröffnung.
- Am Bildschirm: ORF 2 überträgt ab 9:30 Uhr live, zusätzlich gibt es Streams auf ORF ON und den Seiten der Landesstudios.
Wichtig: Die Sonderfahrt-Tickets sind begrenzt, „first come, first serve“. Wer ein Ticket bekommt, es aber doch nicht nutzen kann, sollte fair sein und rechtzeitig stornieren – dann freuen sich andere über den frei gewordenen Platz.
Was bringt die Koralmbahn für die Umwelt?
Ein Aspekt, der oft untergeht: Die Koralmbahn ist auch ein Klima-Projekt.
- Mehr Personen und Güter auf der Schiene statt auf der Autobahn.
- Schnellere Züge machen das Auto auf vielen Strecken unattraktiver.
- Weniger Stau, weniger Lärm, weniger CO₂-Emissionen.
Natürlich braucht auch der Bau eines solchen Projekts Ressourcen. Aber auf Jahrzehnte gerechnet kann die Koralmbahn helfen, den Verkehr klimafreundlicher zu machen – gerade im Korridor zwischen Wien, Graz, Kärnten und Italien.
Wer profitiert am meisten?
Wenn man es zugespitzt formuliert, lässt sich sagen: Fast jede und jeder im Süden Österreichs profitiert – direkt oder indirekt. Besonders deutlich merkt man es aber an einigen Gruppen:
- Pendler:innen zwischen Graz, Kärnten, Weststeiermark und Lavanttal.
- Studierende, die z. B. in Graz oder Klagenfurt studieren, aber „daheim“ bleiben möchten.
- Unternehmen, die neue Standorte im Süden in Betracht ziehen.
- Tourist:innen, die flexibel und schnell reisen wollen – innerhalb Österreichs und Richtung Italien.
Vielleicht kennst du schon jemanden, der sich eine Wohnungssuche in Graz oder Klagenfurt spart, weil das tägliche Pendeln plötzlich realistisch wird. Genau solche Geschichten werden wir in den nächsten Jahren öfter hören.
Fazit: Die Koralmbahn verändert unser Bild vom Süden
Mit der Koralmbahn rücken Steiermark und Kärnten so nah zusammen wie nie zuvor. Was lange nach Vision klang – Graz–Klagenfurt in rund 40 Minuten – wird ab Dezember 2025 Alltag.
Ob du nun Pendler:in, Unternehmer:in, Student:in oder einfach nur reisefreudig bist: Die Chancen stehen gut, dass du in den nächsten Jahren irgendwann im Railjet durch den Koralmtunnel braust und dir denkst: „Wow, früher war das eine halbe Weltreise.“
Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, schon einmal zu überlegen: Welche Wege in deinem Leben könnten mit der Koralmbahn plötzlich kürzer werden?
Mehr Infos, Fahrpläne und die neuesten Updates findest du direkt bei der ÖBB auf www.oebb.at und auf der Spezialseite zur Südstrecke: suedstrecke.oebb.at.




































