Allerheiligenstriezel in Österreich: Tradition, Rezept und Tipps
Kaum naht der 1. November, duftet es in vielen Küchen nach frisch gebackenem Allerheiligenstriezel. Der geflochtene Germteigzopf gehört bei uns einfach dazu – als Geschenk, fürs Frühstück oder zur Jause. Hier findest du Herkunft, Brauchtum, ein einfaches Rezept und viele Tipps, damit dein Striezel flaumig gelingt.
Was ist der Allerheiligenstriezel?
Der Striezel ist ein süßer, geflochtener Germteig (oft mit Rosinen), meist mit Hagelzucker oder Mandeln bestreut. Seine Wurzeln liegen im österreichischen Brauchtumsgebäck; erwähnt wurde der „Heiligenstriezel“ bereits 1699 in Saxen (OÖ). Details dazu und zur typischen Flechtform (3, 4 oder 6 Stränge) fasst das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft schön zusammen (bmluk.gv.at).
Brauchtum: Godnstriezel, Striezelpaschen & Symbolik
Traditionell schenken Paten ihren Patenkindern zu Allerheiligen einen Striezel – bei uns auch „Godnstriezel“ genannt. Diese Geste ist weit verbreitet und wird bis heute gelebt, etwa im SalzburgerLand oder in vielen Regionen Ostösterreichs (salzburg24.at, salzburgerland.com).
Die Symbolik geht weit zurück: Der geflochtene Zopf erinnert an alte Trauerbräuche, in denen Haarzöpfe als Zeichen der Trauer abgeschnitten wurden. Gleichzeitig wurde der Striezel früher auch als „Brot für die Armen“ verteilt – ein schönes Zeichen von Gemeinschaft und Fürsorge (ORF NÖ, salzburgerland.com).
Vor allem am Vorabend, also am 31. Oktober, wird in vielen Orten um Striezel gewürfelt – das Striezelpaschen. Im Weinviertel finden heuer (31. Oktober 2025) mehrere Pasch-Abende statt, etwa in Niederleis und Staatz (weinviertel.at, veranstaltungen.niederoesterreich.at).
Einfaches Allerheiligenstriezel-Rezept
So backe ich den Striezel daheim – ohne Stress, mit wenigen Zutaten. Die Mengen orientieren sich an bewährten regionalen Rezepten (Lungau Tourismus):
Zutaten (für 1 großen Striezel)
- 500 g glattes Weizenmehl
- 75–100 g Zucker
- 90–100 g zimmerwarme Butter
- 1 Würfel frische Germ (oder 1 Pkg. Trockengerm)
- 210–250 ml lauwarme Milch
- 2 Eidotter + 1 Ei zum Bestreichen
- 1 Prise Salz, Abrieb 1/2 Zitrone
- Optional: Rosinen (gerne in Rum eingeweicht), Hagelzucker, Mandelblättchen
Zubereitung
- Milch, Dotter und Germ verrühren, Zucker zugeben. Butter schmelzen (lauwarm) und untermischen.
- Mehl und Salz dazugeben und zu einem glatten Teig kneten. 30 Minuten rasten lassen.
- Teig in 3–6 Stränge teilen, zu Rollen formen und einen Zopf flechten. Aufs Blech legen, abdecken und weitere 20–30 Minuten gehen lassen.
- Mit verquirltem Ei bestreichen, nach Wunsch mit Hagelzucker/Mandeln bestreuen.
- Bei 175–180 °C Heißluft etwa 25–35 Minuten goldbraun backen.
Tipps für flaumiges Ergebnis
- Lauwarme Flüssigkeit: Zu heiße Milch schwächt die Germ.
- Teigruhe einhalten: Geduld macht den Striezel locker.
- Flechten üben: 3 Stränge sind easy, 4 oder 6 wirken besonders festlich.
- Rosinen ja/nein? Beides ist „authentisch“. In vielen Bäckereien wird heute oft ohne Rosinen gebacken – Geschmackssache.
- Glanz & Knusper: Ei sorgt für Farbe, Hagelzucker oder Mandeln für Biss.
- Vorbereiten: Teig am Vorabend kneten, über Nacht im Kühlschrank gehen lassen, morgens flechten und backen.
Servieren & Resteküche
Am besten schmeckt der Striezel frisch – mit Butter, Marmelade oder Honig. Bleibt etwas übrig? Perfekt für Pofesen oder einen Scheiterhaufen. So wird kein Stückl verschwendet (bmluk.gv.at).
Noch ein Wort zu Allerheiligen & Allerseelen
Allerheiligen (1. November) ehrt die Heiligen; Allerseelen (2. November) ist den Verstorbenen gewidmet. Viele schmücken Gräber und entzünden Lichter – und zu Hause wartet oft der Striezel auf die Familie (salzburg24.at).
Fazit
Der Allerheiligenstriezel verbindet Tradition, Geschmack und Gemeinschaft. Ob als Godnstriezel, beim Striezelpaschen oder frisch aus dem Ofen – dieser Zopf macht den 1. November besonders. Gutes Gelingen und an guatn Appetit!




































